Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Design-to-Deliver

Neue Impulse für produzierende Unternehmen

Das Auftragsvolumen in der Fertigung steigt rasant und die Kundenanfragen nehmen weiter zu. Damit Produktionsunternehmen mit dieser Geschwindigkeit Schritt halten können, kann eine neue strategische Unternehmensausrichtung in den oftmals althergebrachten Lieferketten helfen. Dabei lohnt sich auch das Nachdenken über den Einsatz von Ingenieursdienstleistungen, um auf erprobte Lösungen zur Kosten- und Ressourcenoptimierung zurückgreifen zu können.

Bild: Fotolia / Kadmy

Design-to-Deliver (D2D) ist eine Form von Ingenieursdienstleistungen, die viele Produktionsunternehmen bereits eingeführt haben. D2D hat die Umsetzung folgender Punkte zum Ziel: eine Verkürzung der Zeit bis zur Marktreife von Produkten, eine Verringerung der Herstellungskosten und eine schnellere Entwicklung technischer Innovationen. So wie das bekannte ‘Art-to-Part’-Modell basiert auch Design-to-Deliver auf der Bereitstellung aller Dienstleistungen, die ein Unternehmen benötigt, um einen anfänglichen Entwurf in eine ausgereifte Produktion zu überführen. Traditionell vergeben produzierende Unternehmen diese Aufgabe an ihre Hauptlieferanten. Mit dem Trend zu Outsourcing hat sich die Lieferkette jedoch um ein vielfaches erweitert. D2D wird von einer neuen Form von Service-Dienstleistern angeboten, die sich auf die Integration der technischen Planung und Entwicklung in die Prozesse entlang der Lieferkette spezialisieren. Dieser Ansatz kann Produktionsunternehmen vor allem zu mehr Flexibilität verhelfen – und zielt damit auf ein bekanntes Problem im Bereich der Lieferkette.

Neue Impulse durch ‘Design-to-Deliver’

Produzenten können sich oftmals nur durch innovative Geschäftsmodelle von ihren Konkurrenten abheben. D2D unterstützt Unternehmen auf der Suche nach ihrer Nische, bei Produktinnovationen, dem Etablieren in neuen Märkten und der Qualitätssicherung. Das Modell kann, richtig eingesetzt, positiven Einfluss auf die Zeit bis zur Markteinführung neuer Produkte, die Herstellungskosten und die Technologiekompetenz eines Unternehmens ausüben.

Fünf Schlüssel zu einem erfolgreichen D2D-Modell

Geschäftsmodelle wie D2D sollen zum einen die Interessen von Produktionsunternehmen schützen, müssen aber auch die Belange ihrer Anteilseigner auf einem operativen Level vertreten. Ein effizientes Modell berücksichtigt daher neben den unternehmenseigenen Prozessen und Produkten auch die Industriebedingungen und Faktoren wie Personal und geistiges Kapital. Die Ansatzpunkte reichen entsprechend von der Produktentwicklung über den strategischen Einkauf bis hin zum Qualitätsmanagement.

1. Prozess

Um traditionelle Prozesse auszulagern, muss der Service-Dienstleister die Beschaffenheit der Lieferkette verstehen, um zu definieren, welche Elemente außerhalb der Unternehmensgrenzen repliziert werden könnten. Dazu wird eine detaillierte Wertflussanalyse und die Befragung der wichtigen Interessensvertreter vorgenommen, damit bestehende Prozesse identifiziert und in ein neues Rahmengerüst überführt werden können. Auf diese Weise lassen sich alle Verbindungen zwischen den einzelnen Prozessen berücksichtigen. Wichtige Instrumente dabei sind ein ausformulierter Kommunikationsplan und ein Steuerungsmodell der Verantwortlichkeiten der Interessensvertreter.

2. Produkt

Damit das Unternehmen Wettbewerbsvorteile über seine Produkte generieren kann, müssen Innovationen sowohl auf Kunden- als auch auf Lieferantenseite etabliert werden. Methoden hierzu sind beispielsweise Wettbewerbsanalysen, Patent- und Teardown-Studien oder Problemlösungstechniken wie das ‘Structured Inventive Thinking’. Bei speziellen Fertigungsschritten sind entsprechende Fachkenntnisse unabdingbar. So kann beispielsweise nur ein Experte für Gießereigüter beurteilen, welche Prozesse in der Gießereifertigung relevant sind.

3. Industrie

Das D2D-Modell kann sowohl in der ‘Build-to-stock’- als auch in der ‘Build-to-order’-Produktionsumgebung stattfinden. Innerhalb der Build-to-Stock-Struktur, wie beispielsweise in der Massenfertigung von Automobilen, ist die Produktentwicklung durch sich häufig wiederholende Prozesse gekennzeichnet. Die Entwicklung neuer Technologien geschieht in diesem Umfeld fast unabhängig von den laufenden Produkten. Der Design-Lebenszyklus ist gut strukturiert und das Produkt modular. Angesichts dieser Form liegt der Schlüssel zum Erfolg in einer hohen Effizienz der Lieferkette. Im Build-to-Order Modell, zum Beispiel bei der Fertigung von Investitionsgütern, wird der Entwicklungsprozess hingegen über Kundenanforderungen gesteuert. Der Design-Lebenszyklus ist länger und die Kosten entsprechend höher als in einem Build-to-Stock-Modell. Die Fertigungsmengen sind außerdem niedriger und abhängiger von wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Identifikation spezifischer Branchenbedürfnisse und der bestmöglichen Entwicklungsprozesse ist daher essenziell. So können Ressourcen frei werden, die eine schnelle Markteinführung begünstigen und die Monetarisierung der Produkte erhöhen.

4. Humankapital

Ein umfassendes D2D-Modell schließt die Personalplanung mit ein. Im optimalen Fall sollten interne Technologieexperten unterstützt und das Wachstum des Humankapitals gezielt gefördert werden. Durch den genauen Blick auf Personalressourcen und bestehende Lücken kann die Personalplanung passend zur Unternehmensstrategie erfolgen. Dabei ist Branchenerfahrung oft ebenso wichtig wie Fachkenntnisse.

5. Geistiges Kapital

Mit einem weltweiten Bruttoinlandsprodukt von geschätzten 90 Billionen US-Dollar im Jahre 2020 spielen zahlreiche Faktoren für das weitere Wirtschaftswachstum eine Rolle. Beispielsweise dürfte das Wirtschaftswachstum in den Schwellenländern zu einem Anstieg der Kaufkraft der dortigen Mittelschicht führen. Die steigenden Ansprüche der Konsumenten stellen Produzenten weltweit vor neue Herausforderungen. In diesem Umfeld werden vor allem Hersteller profitieren, denen es gelingt, existierende Produkte zu einem Premiumangebot weiterzuentwickeln. Dabei ist das systematische Investment in die Schaffung und den Schutz von geistigem Kapital eine Grundvoraussetzung für ein intaktes D2D-Modell.

Die Lieferkette flexibel gestalten

Alle diese Faktoren sind relevant für die Gestaltung eines D2D-Modells, das auf einem flexiblen und robusten Rahmengerüst fundiert. Ziel der Dienstleister sollte es in diesem Prozess sein, mit ihrer Expertise das D2D-Modell für Produzenten kontinuierlich weiterentwickeln. Auf der anderen Seite sollten Produzenten jede Möglichkeit nutzen, Kundenanforderungen zu erfüllen um weiter zu wachsen. Die Chancen, die das D2D-Modell bezüglich Flexibilität und schnellerer Produktentwicklung bietet, können dann den Weg zu einer besseren Marktposition weisen.


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Forschungsprojekt ’Fluently’ wollen die Beteiligten das Teamwork von Mensch und Maschine optimieren. So sollen zwischen beiden echte soziale Interaktionen ermöglicht werden.‣ weiterlesen

Selbst gut ausgeprägte ERP-Systemlandschaften weisen meist Lücken auf, in denen Prozesse ohne digitales Abbild ablaufen. Individuell erstellte mobile Anwendungen können solche Lücken schließen - und so manch andere Schwachstelle in der ERP-Landschaft ausbügeln.‣ weiterlesen

Waren Cloudkosten verschwendet oder sinnvoll? Wer Ausgaben keinen Verursachern zuordnet, kann dies kaum hinlänglich beantworten. Erst die interne Verrechnung legt die Ursachen für die Ausgaben offen - und somit das Potenzial für Optimierungen.‣ weiterlesen

Zum Jahresende verzeichnet der Maschinen- und Anlagenbau einen rückläufigen Auftragseingang. Preisbereinigt vermeldet der VDMA ein Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. Im vierten Quartal gingen die Aufträge um 16 Prozent zurück.‣ weiterlesen

Zehn Unternehmen beteiligen sich am Joint Venture Cofinity-X. Die Partner wollen damit die Umsetzung von Datenökosystems Catena-X weiter vorantreiben.‣ weiterlesen

Mit einem Plus von 1,9 Punkten verzeichnet das Geschäftsklima der Digitalbranche im Januar einen erneuten Anstieg und liegt nun bei 18,5 Punkten. Erstmals seit Sommer 2022 liegen zudem die Geschäftserwartungen im positiven Bereich.‣ weiterlesen

Ob zur Remote-Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort, zur Schulung und technischen Einweisung neuen Personals oder bei der Umplanung von Produktionsstraßen - fotorealistische digitale Zwillinge können Unternehmen vielfältig unterstützen.‣ weiterlesen

Viele ERP-Lösungen wurden einst von Spezialisten entwickelt und danach nur noch angepasst, erweitert und mit Updates versorgt. Doch steigende Digitalisierungsanforderungen, schnellere Produkteinführungen sowie der Fachkräftemangel schrauben die Anforderungen in die Höhe. Könnte Low-Code-Softwareentwicklung die Lösung sein?‣ weiterlesen

Mit einem Anstieg von 1,6 Punkten im Januar liegt das IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,9 Punkten und damit über der neutralen Marke von 100. Für die Arbeitsmarktforscher deutet dies auf positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hin.‣ weiterlesen

Mit ProKI, einem Demonstrations- und Transfernetzwerk für künstliche Intelligenz (KI) in der Produktion, soll die Anwendung von KI bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) weiter vorangetrieben werden.‣ weiterlesen