Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Der Anlageneffektivität auf der Spur

Kennzahlenbasiertes Produktionscontrolling

Beitrag drucken


Peter Pauls, Geschäftsführer der Inqu Informatics GmbH.

Grundlage für Anforderungen an die produktionsnahe IT

In der VDMA-Richtlinie wurden Kriterien festgelegt, mit deren Hilfe sich MES-Kennzahlen von anderen Kennzahlensystemen unterscheiden lassen. Aus diesen Kriterien können konkrete Anforderungen an die Maufacturing IT abgeleitet werden. Denn Kennzahlen werden zum Beispiel auch mittels Produktionsmanagement-Systemen erfasst oder aus dem Enterprise Resource Planning-System (ERP) übernommen. Die produktionsnahe IT fokussiert dabei besonders zeitkritische Prozessdaten, die eine unmittelbare Reaktion verlangen – etwa das Vorhandensein ausreichender Betriebsmittel. Daraus folgt, dass MES-Auswertungen in Echtzeit zur Verfügung stehen müssen. Werden diese mit einer Signaldarstellung verbunden, lassen sich Abweichungen von den Soll-Vorgaben unmittelbar sichtbar machen. Ein weiteres Kriterium zielt auf die Optimierung der Prozesse ab: Kennzahlen aus der produktiosnahen IT sollten ‚drill-down‘-fähig sein, um eine gezielte Ursachenforschung für mögliche Schwachstellen im Produktionsprozess zu erleichtern.

Unternehmensspezifische Leistungsmessung

Welche Kennzahlen für das Prozesscontrolling erfasst, aufbereitet und analysiert werden, ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. So sind für den Fertigungsbereich erstrebenswerte Zielgrößen, wie kurze Durchlaufzeiten, nicht zwangsläufig mit Qualitätssicherung oder Logistik vereinbar. Für einen Unternehmer sind andere Kennzahlen relevant als für einen Qualitätsmanager, Produktionsleiter oder Bereichsleiter Logistik. Ein zeitgemäßes MES sollte daher möglichst alle relevanten Prozess- und Qualitätsdaten in einer einheitlichen Datenbasis erfassen und zentral verfügbar machen. Darüber hinaus sollte es dem Anwender aber eine nutzerspezifische und individuell konfigurierbare Perspektive, vom einzelnen Arbeitsgang bis hin zu einer übergeordneten Sicht auf das gesamte Produktionssystem, bieten. Praxiserfahrungen in Unternehmen zeigen, dass die individuelle und flexible Visualisierung der Informationen für die Etablierung von Kennzahlensystemen im Produktionsumfeld ein wesentlicher Erfolgs- und Akzeptanzfaktor ist. Der Anwender sollte aus der Fülle von möglichen Kennzahlen genau diejenigen auswählen können, die für ihn von Bedeutung sind. Das Unternehmen sollte zudem die Ausgabeform der Informationen an das Nutzerverhalten seiner Mitarbeiter anpassen können: Tablet-PC und Smartphones machen es heute möglich, dem Nutzer Informationen zeit- und ortsunabhängig zur Verfügung zu stellen.

Kennzahlenmonitoring mittels Dashboards

Für die Visualisierung von Kennzahlen und Auswertungen stellen MES-Anbieter sogenannte Dashboards zur Verfügung. Solche Kennzahlen-Cockpits werden mit der Zielsetzung gestaltet, einen vollständigen Überblick zu Qualitäts- und Prozessdaten zu bieten. Damit sind sie die technische Umsetzung eines Kennzahlensystems. Dazu visualisiert die Software Werte in Form von Tabellen, Skalen und Grafiken. Ein Dashboard kann in der Regel sowohl im Rahmen des Produktionsmanagements als eigenständige Lösung oder als Bestandteil eines Management-Informationssystems (MIS) genutzt werden. Vorteile für Anwender verspricht hierbei der Einsatz einer webbasierten Lösung, um möglichst viele Anforderungen an Individualität, Flexibilität und Konfigurierbarkeit im Standard abdecken zu können – auch im Hinblick auf die Verwendung unterschiedlicher Endgeräte wie Tablets oder Smartphones. Hinzu kommt: ein Kennzahlensystem kann nur dann zur Auswertung beziehungsweise Optimierung von Produktions- und Qualitätsprozessen beitragen, wenn es eine Reihe von Kriterien erfüllt. Eine der zentralen Anforderungen ist dabei die Möglichkeit zur Anpassung, um Anwendern ein individualisierbares Dashboard mit freien Layouts für die verschiedenen Aufgabenbereiche zur Verfügung stellen zu können. So können dem Anwender nur jene Daten zur Verfügung gestellt werden, die auch seinem tatsächlichen Informationsbedarf entsprechen.

Flexibilität und zentrale Datenhaltung in einer Lösung verbinden

Von diesem Ansatz können Unternehmer und Anwender gleichermaßen profitieren: Dem Produktionsmanagement steht eine einheitliche Datenbasis zur Verfügung, welche Echtzeitauswertungen in zunehmendem Detaillierungsgrad mittels drill-down ermöglicht, um etwa regulierende Steuerungsmaßnahmen oder Eskalationsprozesse für wichtige Produktionsabläufe einzuleiten. Der Anwender vor Ort hingegen erhält eine schlanke Oberfläche, die sich auf das Wesentliche konzentriert, und ihn so von dem täglichen, manuellen Einpflegen von Daten entlastet. Je einfacher dabei die Dateneingabe ausfällt, desto schneller entsteht Akzeptanz bei den Mitarbeitern – und damit die nötige Motivation, ein neues System konsequent anzuwenden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Je nach Firma sind in der Intralogistik unterschiedlich viele und komplexe Aufgaben zu bewältigen. Ob diese Prozesse im MES oder einer digitalen Lagerverwaltung besser aufgehoben sind, bestimmen individuelle Anforderungen und Rahmenbedingungen im Werk.‣ weiterlesen

Nach über einem Jahr Pandemie ist kein Ende der Auswirkungen in Sicht. Demnach bleiben Mitarbeiter weiter im Homeoffice und virtuelle Kommunikation die Basis der Interaktion. IT-Großprojekte dürften eher selten Priorität haben, und doch gibt es Möglichkeiten, mit kompakten Lösungen ERP-Prozesse effizienter zu gestalten. Fünf Tipps für die SAP-Strategie, um die Performanz auch in Krisenzeiten anzuheben.‣ weiterlesen

Mit einer VR-Version seines Simulationsspiels Interactive Protection Simulation will Kaspersky Führungskräften Knowhow darüber vermitteln, welchen Einfluss Entscheidungen auf die Cybersicherheit haben können.‣ weiterlesen

Im Industrial Internet of Things (IIoT) orchestrieren Produzenten die Zusammenarbeit zwischen ihren physischen und virtuellen Assets. Das Besondere an der IIoT-Toolbox Solution X von Actemium ist ihr feststehender Softwarekern, der sich modular um Funktionen erweitern lässt.‣ weiterlesen

Die schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame de Paris soll so originalgetreu wie möglich wieder aufgebaut werden. Dabei ermöglicht der Building-Information-Modeling-Ansatz präzise 3D-Modellierungsprozesse und eine digitale Archivierung der historischen Baudaten.‣ weiterlesen

Gemeinsam mit CEO Jed Ayres leitet CTO Matthias Haas zukünftig die Geschicke der Igel Technology GmbH.‣ weiterlesen

Arbeitszeiten und -orte sind durch die Corona-Pandemie um einiges beweglicher geworden - zumindest für Menschen mit Bürojobs. Doch wie sieht es in der Produktion aus? Mit den passenden Tools lässt sich auch Präsenzarbeit deutlich flexibler organisieren.‣ weiterlesen

Der Industrieverband AIM-D befragt seine Mitglieder halbjährlich nach ihrer Sicht auf die allgemeine Geschäfts- und Marktentwicklung sowie die Entwicklung der AutoID-Märkte. In der aktuellen Umfrage schlägt erneut die Pandemie zu buche.‣ weiterlesen

Liebe Leserin, lieber Leser, hatten Sie in den vergangenen Wochen und Monaten manchmal auch das Gefühl, als hielte die Welt den Atem an? Das täuscht. Die Unternehmen z.B. entwickeln ihre Produkte auch während der Pandemie permanent weiter. Was ihnen dabei hilft? Das Internet of Things und starke Partner.‣ weiterlesen

Trotz steigender Kundenerwartungen an ein digitales Einkaufserlebnis sind Industrieunternehmen bei der Umsetzung oft zurückhaltend. Laut einer Accenture-Studie planen nur etwa 14 Prozent der deutschen Unternehmen, ihre digitalen Vertriebsfähigkeiten innerhalb der nächsten zwei Jahre zu transformieren.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige