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Die Data Warehouse-Strategie von SAP

Wohin geht die Reise?

Als SAP im Herbst 2016 seine neue Data Warehousing-Lösung BW/4Hana vorstellte, waren viele Anwender überrascht, und die Diskussion ‚S/4Hana ersetzt das BW‘ beendet. Die InMemory-basierte Lösung wird BW ersetzen. Doch Grund zum überstürzten Systemwechsel gibt es nicht, denn SAP hält den Support für das etablierte System auf Jahre aufrecht. Wenn die Migration jedoch erst einmal ansteht, bietet sie die Chance, bestehende Systeme umfassend zu modernisieren.

Bild: ©Peter Adrian / Fotolia.com

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Die Rolle des klassischen Data Warehouse ist im Wandel. Es geht weg von einer monolithischen Architektur hin zu einer analytischen Plattform, die in Zeiten der Digitalisierung, dem Internet of Things (IoT), von Industrie 4.0 oder Social Media Analysis den Ansprüchen an Agilität, Geschwindigkeit, Flexibilität, Datenaktualität, systemübergreifender Integration und analytischen Verfahren genügt. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, bietet SAP eine breite Palette von analytischen Lösungen für Backend und Frontend an. Dazu zählen das Business Warehouse in seinen verschiedenen Varianten (BW on any DB, BW on Hana und andere) sowie die Business Objects-Lösungen in der Cloud und On-Premise. Mit der Data Warehouse-Variante BW/4Hana stellt sich SAP in diesem Bereich neu auf. Was das für die zahlreichen Anwender genau bedeutet, hat der Arbeitskreis BI & Analytics der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe herausgearbeitet.

Ist BW/4Hana die Zukunft?

SAP hat auf Basis der Erfahrungen mit BW on Hana ein schlankeres und schnelleres BW bereitgestellt. Signifikante neue Funktionen für das Business Warehouse sollen in Zukunft nur noch auf BW/4Hana angeboten werden. Viele Anwender haben Hana-Lösungen bereits integriert oder planen es aktuell. „Für Neueinsteiger ist BW/4Hana gerade rechtzeitig auf den Markt gekommen. Für Bestandskunden, die vorerst nur eine technische Migration auf BW on Hana durchgeführt haben, bieten sich Chancen. Wir erwarten auch, dass der Mehrwert mit den Folgereleases noch signifikanter wird“, sagt Jörg Steinhorst, Sprecher des Arbeitskreises BI & Analytics. Doch einige SAP-Anwender warten aktuell erst einmal ab, welche Herausforderungen eine Konvertierung mit sich bringt.

Der Umstieg wird kommen

Langfristig werden sich wohl die meisten Anwender mit einem Migrationsprojekt beschäftigen müssen. Das ist zwar mitunter aufwendig, bietet aber zugleich Chancen: „BW/4Hana bietet den strategischen Mehrwert, dass mittelfristig alle analytischen Funktionen der Hana-Plattform über eine Oberfläche verfügbar sein werden. Wer den Weg zu BW/4Hana nicht mitgehen möchte, wird diesen Mehrwert nicht nutzen können“, sagt Andreas Wilmsmeier, Sprecher der Arbeitsgruppe Business Analytics Platform im Arbeitskreis BI & Analytics. Immerhin hat SAP angekündigt, gelten bestehende Wartungszusagen für BW on Hana und BW auf ‘any DB’ noch auf Jahre. Es gibt also keinen Grund für überstürzte Migrations- oder Konvertierungs-Projekte.

Projekte gut vorbereiten

Wer sich für die Migration oder Konvertierung von SAP BW auf BW/4Hana entscheidet, sollte das Projekt sorgfältig planen und eine Reihe von Fragen vorab für sich beantworten:

  • Ist eine Migration oder eine Neuimplementierung besser? Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Einführung?
  • Wie muss die InMemory-basierte analytische Architektur in Zeiten von steigenden Datenmengen aussehen?
  • Unterstützt BW/4Hana alle aktuell verwendeten Add-ons? Falls nicht, ab wann wird das der Fall sein? Gibt es Alternativen?
  • Welcher Aufwand besteht in der Anpassung der Datenmodelle?
  • Ist genug Knowhow im Unternehmen, um den Betrieb und die Entwicklung sicherzustellen?
  • Wie müssen die Projektanforderungen aussehen, um schon bei der Migration die Weichen zu stellen, mehr Nutzen aus den Systemen zu ziehen?

Auch der Zeitpunkt für den Wechsel muss bedacht sein. Sinnvoll könnte eine Umstellung zum Beispiel sein, wenn ohnehin gerade ein größerer Umbau des Datenmodells oder der analytischen Architektur auf der Digitalisierungs-Roadmap eines Unternehmens ansteht, oder wenn die BW-Integration ein erster Schritt bei einer Reihe von Hana-Migrationen sein soll. Ratschläge zum Vorgehen liefert die Internetseite von SAP selbst, aber auch die Arbeitsgruppe Business Analytics Platform der DSAG.

Business Analytics Platform

Die Arbeitsgruppe bietet DSAG-Mitgliedern ein Forum, um die Architektur und Entwicklung einer leistungsfähigen analytischen Plattform zu untersuchen, Erfahrungen auszutauschen und in den Dialog mit SAP zu treten. Das umfasst auch Diskussionen über den geschäftlichen Nutzen analytischer Plattformen und damit mögliche neue Geschäftsmodelle. Zu den Schwerpunkten zählen:

  • Integration von BW/4Hana (oder BW) mit S/4Hana Analytics, Hana Vora, Hana Native Data Warehouse, Big Data/Hadoop
  • Entwicklung einer Referenzarchitektur für eine analytische Plattform im Sinne eines Bebauungsplans, exemplarische Darstellung von Use-Cases, wie dem Internet of Things oder der Operationalisierung von Machine Learning-Ansätzen
  • Entwicklung von Referenzszenarien für die Modellierung von Datenmodellen und Datenflüssen

Fazit

Die Umstellung der Business-Warehousing-Anwendungen auf die Hana-Plattformen steht wohl für die meisten Firmen irgendwann an. So aufwendig das auch sein mag, bieten dieses Projekt die Chance, die eigene Systemlandschaft deutlich zu modernisieren. Diese Aufgabe haben aktuell ohnehin viele Fertigungsunternehmen ganz weit oben im Heft stehen.


Zum Business Warehouse-Portfolio von SAP

Aus funktionaler Sicht sind die Business Warehousing-Produkte von SAP weitgehend gleich zu bewerten. Das dürfte sich in den kommenden Versionen ändern. Noch geht es um vorrangig um die Frage, ob ein Unternehmen eine unternehmensweite Data Warehouse-Strategie verfolgt oder nicht. Wenn ja, muss die Frage geklärt werden, ob BW/4Hana aktuell beziehungsweise zukünftig einen Mehrwert bietet. Das zieht eventuell eine grundlegende Überarbeitung der Analytics-Strategie nach sich, wobei gegebenenfalls Aspekte wie operationale Berichte und Applikationen oder Big Data und prediktive IT-Systeme neu zu bewerten und in die Strategie aufzunehmen sind. Besondere Voraussetzungen, um BW oder BW on Hana einzusetzen, gibt es nicht. Es handelt sich in jedem Fall um ein Projekt. Wenn jedoch BW/4Hana genutzt werden soll, sind frühere Modellierungsoptionen wie Infocubes, Multiprovider oder traditionelle Datastore Objects in aller Regel nicht nicht mehr verfügbar. Zudem sind Entwicklungen, die auf älteren Releases vor BW 7.0 basieren, nicht mehr lauffähig. Diese müssen dann im Rahmen einer Einführung neu entwickelt oder migriert werden.

Wohin geht die Reise?
Bild: ©Peter Adrian / Fotolia.com



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