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Das Unternehmenssystem als Schaltzentrale

Obwohl die Entscheidung für eine umfassende Modernisierung ihrer Enterprise Resource Planning-Systeme vielen Firmen schwer fällt, kann sich der Blick auf aktuelle Lösungen lohnen: Zahlreiche Systeme werben mit zusätzlichen Funktionen zur Unterstützung von Kundenbeziehungsmanagement, Business Intelligence, Projektmanagement, Fertigungsfeinplanung oder Einbindung der Zulieferkette um die Gunst der Entscheider.

Analyse für Lieferabrufqualität als Beispiel für Prozessintegration: Der Forecast zu den Qualitätskennzahlen lässt sich mit Ist-Werten aus dem Tracking verbinden.
Bild: abas

Viele Installationen von Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) kommen in die Jahre. Doch die Entscheidung für eine umfassende Modernisierung fällt vielen Firmen schwer: Inzwischen beträgt die durchschnittliche Lebensdauer von ERP-Software-Installationen zehn bis zwölf Jahre, obwohl moderne Systeme mit Funktionen zur Unterstützung von Kundenbeziehungsmanagement (CRM), Business Intelligence (BI), Projektmanagement, Fertigungsfeinplanung oder Einbindung der Zulieferkette (SCM) um die Gunst der Entscheider werben.

Auch in Hinsicht auf Systemarchitekturen und Betreibermodelle hat sich vieles getan: ERP-Anwendungen bieten inzwischen Fernzugriff auf externe Server im Rahmen von Cloud Computing- beziehnungsweise Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS), Schichtenarchitekturen, die über Dienste miteinander kommunizieren und datenkomprimierte Anwendungen für Tablet-PC. So kann der Einsatz von integrierten Business-Suiten neue Gestaltungs- und Nutzungsmöglichkeiten eröffnen.

Auf Marktanforderungen schneller reagieren

Dabei ergeben sich viele Treiber für die Entwicklung des ERP-Marktes aus den Anforderungen an die Anwender: Zunächst treffen Produzenten seitens ihrer Kunden sowohl auf steigende Anforderungen als auch zunehmende Volatilität in der Nachfrage. Entsprechend müssen die Prozesse schneller werden, um neben besserem Überblick insbesondere die Effizienz in der Auftragsabwicklung zu erhöhen.

Große Datenmengen in der Produktionsplanung beherrschen

Gerade Produktionsplanung und -steuerung müssen heute enorme Datenmengen, Abhängigkeiten und Restriktionen berücksichtigen. Unternehmen brauchen zu jeder Zeit klaren Überblick über die aktuelle Lage in der Fertigung. Fragen zu Auftragsstatus, Liefertermin oder Enpasssituationen müssen schnell beantwortet werden können. Weitere Anforderungen umfassen die Planung gegen begrenzte Ressourcen und die Simulation und Optimierung der Workload einzelner Maschinen auf Stundenraster. Die ureigene Aufgabe eines ERP-Systems liegt darin, Information zu sammeln und dem Anwender in anschaulicher Form zu liefern. Heute geht es allerdings viel mehr um Tempo und attraktive Darstellungsformen. Mit Business Intelligence (BI) werden aus Daten Berichte, Auswertungen und Kennzahlen, die helfen, Trends frühzeitig zu erkennen und sichere Entscheidungen zu treffen. Für die Auswertungen bietet es sich an, schnelle Datenbanken mit In-Memory-Technologie einzusetzen. Das kann bei der Analyse extremer Datenmengen sowie der Planung und Simulation umfangreicher Szenarien für schnelle Reaktionszeiten sorgen.

Integriertes Projektmanagement als ‚Muss‘ für Business-Software

Auch beim Projektmanagement hat sich über die Jahre hinweg einiges geändert. Viele Unternehmen, die früher ausschließlich auf Serienfertigung ausgerichtet waren, fertigen heute in Varianten, Kleinserien oder sind sogar in den Bereich Einzelfertigung vorgedrungen. Hier spielt das Projektmanagement eine große Rolle. Um diese Anforderungen noch besser zu bedienen, sollte moderne Business-Software auch eine integrierte Projektmanagement-Lösung anbieten. Entwicklungsprojekte, interne Projekte, Projekte der Fertigungsüberleitung sowie Kundenprojekte mit und ohne stundenbasierter Abrechnung können so unterstützt werden. Das gilt ebenfalls für Vertriebsprojekte, Forecastprojekte, komplexe Anlagenprojekte mit Vorkalkulation sowie speziellen Berechtigungen und Freigaben. Der Anwender hat so über die Projektzeit hinweg nicht nur sämtliche Termine und Ressourcen im Blick: Auf Knopfdruck stehen ihm Informationen zu Projektstatus, Zeitbudget, Rückmeldung und Aufgabenverwaltung zur Verfügung. Dadurch sind eine verlässliche Kontrolle des Arbeitsfortschritts, des Abrechnungsstandes sowie eine Prognose der Termin- und Budget-Einhaltung möglich.

Nutzentreiber einer integrierten Business-Suite

Für die Steigerung der Schnelligkeit von Unternehmensprozessen sollte zudem ein großes Augenmerk auf die Flexibilität des Prozess-Designs gelegt werden. Dies lässt sich erreichen, indem um die Kernanwendung ERP Anwendungen wie Projektmanagement, BI, CRM, SCM, Dokumentenmanagement (DMS) und Feinplanung integriert werden. Damit erreichen Anwender leistungsfähige Berichts- und Reportgeneratoren sowie Visualisierungsmöglichkeiten innerhalb einer Lösung. Zudem lassen sich so Unternehmensprozesse vom Angebot bis zur Produktionsstückliste durchgängige unterstützen. Bestenfalls kann der Anwender dabei im Sinne eines ‚Single Sign-on‘ (SSO) nach einer einmaligen Authentifizierung auf alle Rechner und Dienste, für die er lokal berechtigt ist, zugreifen, ohne sich neu anmelden zu müssen. Als weitere Faktoren kann so eine bereichsübergreifende Workflow-Unterstützung etablert werden, beispielsweise für Freigabe-Prozesse oder To-do-Listen.

Anforderungen für Auswahl und Implementierung

Bei der Systemauswahl sollen Unternehmen darauf achten, dass auch umfangreiche Systeme durch eine geeignete Softwarearchitektur Offenheit für Anpassungen bieten. Eine einfache Anbindung von bestehenden Lösungen über Standardschnittstellen zählt zu den wichtigen Faktoren für die schnelle Systemintegration, während eine ergonomische Gestaltung der Benutzeroberfläche (GUI) Bediengeschwindigkeit und Akzeptanz bei den Anwendenr steigern kann. Rollenbasierte Nutzerkonzepte sollten einen sicheren Zugriff auf die passenden Daten gestatten. Unter diesen Voruassetzungen lässt sich Software so aufsetzen, dass trotz einheitlicher Dazenbasis und Anwendungsstandards eine maßgeschneiderte IT-Komplettlösung für das Unternehmen entsteht.

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