Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Condition Monitoring

Wartungsstrategie mit Online-Zustandsüberwachung

Mithilfe von Condition Monitoring lassen sich ungeplante Anlagenstillstände vermeiden und Reparaturen auf den günstigsten Zeitpunkt verlegen. Bei der Wahl der passenden Überwachungslösung gilt es, die eigenen Anforderungen zu ermitteln und mit der Leistung der Wunschlösung zu vergleichen.

Bild: Signal.X Technologies

In der vom Wettbewerb bestimmten Weltwirtschaft ist eine Strategie zur vorbeugenden Wartung von Anlagen nützlich, um eine zuverlässige Produktion und die Kundenzufriedenheit sicherzustellen – zwei der wichtigsten Aspekte für einen erfolgreichen Betrieb. Die Zustandsüberwachung ist ein Bestandteil der vorbeugenden Wartung, der Informationen liefert, die für die Planung anfallender Arbeiten nötig sind. Dazu zählt, die Schlüsselindikatoren einer Messung wie Schwingungsverhalten und Stromverbrauch mit dem Verhalten im Normalzustand zu vergleichen, um festzustellen, ob sich der Zustand einer Maschine verschlechtert. Die Zustandsüberwachung umfasst auch die Datenerfassung sowie die Signalverarbeitung und -analyse, damit ein vollständiges Bild des Maschinenzustands gezeichnet werden kann.

Das amerikanische Electrical Power Research Institute hat vergleichbare Wartungskosten pro Pferdestärke (PS) in US-Dollar für verschiedene Wartungsstrategien berechnet. Laut dieser Studie ist eine geplante Wartungsstrategie mit 24 Dollar pro PS am kostenintensivsten. An zweiter Stelle folgt eine reaktive Wartungsstrategie mit 17 Dollar pro PS, doch auch diese birgt einige Gefahren. Eine vorbeugende Wartungsstrategie ist mit nur neun Doller pro PS am kosteneffizientesten und senkt neben dem Bedarf an Ersatzteilen auch das Risiko, dass Menschen im Katastrophenfall zu Schaden kommen.

Automatisierte oder manuelle Zustandsüberwachung

Üblicherweise wird die Zustandsüberwachung in routinemäßigen, manuellen Diagnoserunden durchgeführt. Doch Entwicklungen wie kostengünstigere Sensoren und automatisierte Überwachungssysteme sowie die Analyse der Datenflut treiben den Einsatz automatisierter Lösungen voran. Wird Online-Zustandsüberwachung auf kritische (zum Beispiel Turbinen) und nicht-kritische Anlagen (zum Beispiel Kompressoren, Pumpen und Lüfter) in einer vorhandenen Produktionsumgebung angewendet, bietet dies den größten Einblick in die Gesamtzuverlässigkeit von unternehmenseigenen Anlagen oder Kraftwerken. Dadurch können Unternehmen ihre betrieblichen Abläufe umfassend nachvollziehen und geschäftliche Entscheidungen fundierter treffen. Bei großen, kostenintensiven sowie bei rotierenden Maschinen sind die Investitionen für das Implementieren einer Lösung für die Online-Zustandsüberwachung in der Regel einfach zu rechtfertigen. Der wichtigste Vorteil ist die Erwartung einer Umsatzsteigerung, die sich aus der verbesserten Betriebszeit und dem Wirkungsgrad der Produktionsmaschinen ergibt.

Durch die Überwachung der Produktionsmaschinen lassen sich Fehler an den Endprodukten erkennen, die auf Maschinenverhalten basieren, und so die Menge an Ausschussware und den Rohstoffverbrauch bei zunehmender Produktqualität reduzieren. Mithilfe strategischer Reparaturen können über ein Zustandsüberwachungssystem die Betriebs- und Wartungskosten von Maschinen oft deutlich verringert werden. Das System kann entstehende Fehler mit ausreichend Vorlaufzeit identifizieren, damit eine Wartung rechtzeitig während geplanter Ausfallzeiten erfolgen kann. Durch die Überwachung verschiedener Leistungsparameter kann das Zustandsüberwachungssystem dabei helfen, vor drohenden Ausfällen zu warnen und ernsthaften Schaden zu verhindern. Zudem erübrigen sich durch den Einsatz von Zustandsüberwachungssystemen viele Messungen von Mitarbeitern in gefährlichen Umgebungen.

Gründe für online-basierte Zustandsüberwachung

Es gibt zahlreiche Gründe, weshalb sich Unternehmen dafür entscheiden, ihre Daten nicht manuell und offline zu erfassen, sondern automatisierte Online-Überwachungs- und -Diagnosewerkzeuge für ihre vorbeugenden Wartungsprozesse einsetzen. Manuelle Diagnoserunden können sehr zeitaufwändig sein und erfordern ein wesentliches Maß an Lauf- und Vorbereitungszeit. Somit bleibt Fachleuten weniger Zeit für die Analyse der Daten und das Bewerten erforderlicher Wartungsmaßnahmen. Hinzu kommt, dass sich in vielen Branchen qualifizierte Fachkräfte für die vorbeugende Wartung und Schwingungsexperten dem Renteneintrittsalter nähern. Mithilfe von Online-Zustandsüberwachung kann sichergestellt werden, dass spezialisiertes Personal die größtmögliche Zeit auf wesentliche Aufgaben aufwendet.

Beispiel Datenlücken: Bei manuellen Runden zur Datensammlung kann das Bedienpersonal in Unternehmen üblicherweise jeweils nur – wenn überhaupt – ein paar Messergebnisse für eine Maschine pro Monat sammeln. In manchen Fällen macht Bedienpersonal, das die Datenergebnisse manuell vermerkt, dabei Fehler oder kopiert ältere Ergebnisse. Mit Online-Zustandsüberwachung können diese Fehler vermieden und Daten kontinuierlich erfasst werden. Mehr Informationen zu vergangenen Messergebnissen und zum Verhalten im Normalzustand sind verfügbar, werden Messwerte in einer einzigen Datenbank vorgehalten. Auf dieser Basis können Fehler mit größerer statistischer Wahrscheinlichkeit vorhergesagt werden. Zudem basiert die Interpretation eines Fehlers bei manueller Diagnose häufig auf den Erfahrungswerten und dem Wissen von Fachleuten. Diese Erfahrung kann sich von Mitarbeiter zu Mitarbeiter stark unterscheiden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Der ERP-Anbieter Proalpha übernimmt Tisoware, ein Anbieter für Zeitwirtschaftssoftware. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ihre Kunden noch besser bei der Digitalisierung unterstützen.‣ weiterlesen

Wenn Werkzeuge ihre Halter- und Werkzeugrevolver-Daten zielgerichtet erheben und austauschen würden, ließen sich viele Mängel, etwa infolge von Schwingungen, vermeiden. Eine digitale Lösung rund um die Auswerteeinheit IQ Box des Werkzeugträgerspezialisten Sauter soll das und mehr möglich machen.‣ weiterlesen

Wenn der weltweit agierende Softwarehersteller IFS sein größtes Kundentreffen der Welt organisiert, geht es um Strategien, neue Produkte und Releases. So zeigte der ERP-Anbieter mit schwedischen Wurzeln im Oktober in Boston die neue durchgängig gestaltete Benutzerführung, ein neues Schnittstellenpaket und ein gestärktes Portfolio für das Field Service Management - unter anderem durch die Akquisition des Konkurenten Astea. Skateboard-Legende Tony Hawk war auch dabei.‣ weiterlesen

Die Bandbreite an Analyseanwendungen reicht von klassischen Reports und Kennzahlen über Self Service Analytics bis hin zu künstlicher Intelligenz. Bei aller Vielfalt sollte der Zweck nicht aus dem Fokus geraten: transparenter und effizienter fertigen zu können. Zumal immer wieder neue Manufacturing-Analytics-Instrumente entwickelt werden.‣ weiterlesen

Trotz schwieriger Marktbedingungen befindet sich die Fertigungsindustrie weiter im Wachstum. Dies zeigt der Global Growth Index des Softwareanbieters Epicor. Demnach betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorjahresbefragung ein Prozent.‣ weiterlesen

Mit der Inititative 'Industrie 4.0' versuchen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft seit 2012, die hiesigen industriellen Wertschöpfungsnetzwerke wettbewerbs- und zukunftsfähig zu erhalten. KI und Machine Learning spielen dabei eine immer wichtigere Rolle.‣ weiterlesen

Die Richtlinie VDI/VDE/NAMUR 2658 Blatt 1 'Automatisierungstechnisches Engineering modularer Anlagen in der Prozessindustrie - Allgemeines Konzept und Schnittstellen' wurde im Oktober 2019 in deutsch und englisch veröffentlicht. Darin wird das Engineering der Automatisierungstechnik modularer Anlagen vorwiegend in der Verfahrenstechnik beschrieben.‣ weiterlesen

Rund 100Mrd.€ Schaden ist deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr durch kriminelle Attacken entstanden. 75% der für eine Bitkom-Studie befragten Unternehmen waren von einer solchen Attacke betroffen.‣ weiterlesen

Das Forschungsprojekt ReInnovate soll kleinen und mittleren Unternehmen dabei helfen, eigene Forschungskompetenzen zu entwickeln, um daraus neue Arbeits- und Weiterbildungsmodelle zu generieren.‣ weiterlesen

Das Human Machine Interface: selbst programmieren, parametrieren oder etwas dazwischen? Stefan Niermann ist Vertriebsingenieur bei der Inosoft GmbH und berichtet über die Möglichkeiten aktueller Ansätze zum Erstellen eines HMI.‣ weiterlesen

Unternehmen sind sich bewusst, dass es in naher Zukunft zu Krisensituationen für den eigenen Betrieb kommen kann. Laut dem ‘PWC Global Crisis Survey‘, sind viele Unternehmen auf eine solche Situation aber nicht ausreichend vorbereitet.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige