Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Condition Monitoring

Daten aus der Instandhaltung erfolgreich nutzen

Zu wissen, wie es um die einzelnen Komponenten einer Werkzeugmaschine tatsächlich bestellt ist, kann kostenprägende Vorteile verschaffen, die weit über die Absicherung der Verfügbarkeit hinausgehen. Entscheidend ist die Intelligenz der Algorithmen, die die im Lebenszyklus ermittelten Rohdaten zu betrieblich wertvollen Informationen aufbereiten – und wie gut Condition Monitoring die Arbeitsabläufe unterstützt.

Bild: Siemens

Für die in einer wirtschaftlichen Fertigung geforderte hohe Maschinenauslastung muss hohe Verfügbarkeit gewährleistet und die Fertigungsgenauigkeit über eine lange Laufzeit aufrechterhalten werden. Stillstandszeiten sind zu minimieren, insbesondere müssen ungeplante Stillstände verhindert werden. Gleichzeitig führt in vielen Unternehmen ein immer strafferes Asset-Management dazu, dass die Ersatzteilbevorratung auf minimierte Kapitalbindung, Lager- und Logistikkosten hin optimiert wird.

Und auch in den Instandhaltungsabteilungen werden die Prozesse verschlankt und gestrafft – kurz: Die Bedeutung der Instandhaltung für Produktivität, Lieferfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit eines Fertigungsunternehmens steigt, während ihre Ressourcenausstattung, wie alle Aspekte eines Fertigungsunternehmens, Gegenstand konsequenter Optimierung sind. Zudem muss heute jede Instandhaltung damit rechnen, dass auch die Werkzeugmaschinenhersteller und deren Lieferanten den härtesten Kriterien der Wirtschaftlichkeit genügen müssen – und darum ihre eigene Ersatzteilebevorratung ebenfalls optimieren. Ersatzteile, die früher ab Lager abrufbar waren, werden heute häufig erst bei Bedarf gefertigt – was beim Betreiber zu längeren Stillstandszeiten führt, wenn Ersatzteile nicht vorausschauend bestellt werden konnten, weil der Ausfall unerwartet kam.

Damit die Instandhaltung ihre Aufgabe noch verantwortlich und verlässlich erfüllen kann, ist es erfolgsentscheidend, ob und mit welchem Aufwand zuverlässige, aussagekräftige Informationen zum tatsächlichen Zustand und Wartungsbedarf jeder einzelnen Maschine frühzeitig gewonnen werden können. Auch im Normalbetrieb werden immer aussagekräftigere Daten über den Maschinenzustand benötigt. Denn es müssen zunehmend detaillierte Nachweise über die Fertigungsgenauigkeit im Prozess erbracht werden.

Ausgehend von der Automobilindustrie und dem Bereich Aerospace ist dieser Trend inzwischen auch in anderen Branchen deutlich zu erkennen. Insgesamt wird damit effizientes Condition Monitoring für Werkzeugmaschinen immer mehr zum unverzichtbaren Bestandteil einer durchrationalisierten Fertigung. Erst eine engmaschige Zustandsüberwachung ermöglicht eine verantwortliche, vorbeugende, planbare und am Verschleiß ausgerichtete, kostenoptimierte Instandhaltung.

Prävention für jede einzelne Achse

Die Strategie der am tatsächlichen Maschinenzustand orientierten Instandhaltung hat den grundsätzlichen Vorteil, dass Wartungs- und Instandhaltungsbedarf für jede Maschinenkomponente, etwa für eine Achse einzeln festgestellt wird. Gleichzeitig kann die Zahl der Einsätze an jeder Maschine durch bedarfsgerechtes Feststellen und Zusammenlegen aktuell nötiger und in absehbarer Zeit anstehender Arbeiten reduziert werden – wenn nämlich die nach Maschinenkomponenten aufgeschlüsselten Zustandsdaten über die Zeit zu Trends verdichtet werden. Dadurch ist der zeitliche Vorlauf gegeben, der für rechtzeitige Ersatzteildisposition und effiziente Arbeitplanung einfach nötig ist.

Quelle für strategisch wichtige Informationen

Condition Monitoring wird zwar häufig mit Verschleißüberwachung gleichgesetzt, doch greift dies zu kurz. Die Zustandüberwachung gibt bereits umfassende Auskunft über den Maschinenzustand bei der Inbetriebnahme und der Abnahme, und damit über die zu erwartende Fertigungsqualität und Produktivität.

Durch den Vergleich eines ersten per Condition Monitoring aufgenommenen Maschinenstatus mit einem zweiten, nach der Aufstellung beim Betreiber erstellten ‚Fingerprint‘ können Veränderungen aufgedeckt werden, die etwa durch Transport, Montage und Belastungstest entstanden sind – und das Maschinenleben und die Total Cost of Ownership sowie das Ausfallrisiko nachhaltig beeinflussen können. Dies ist aber mit den üblicherweise bei einer Endabnahme überprüften Leistungsparametern, Quantität und Teilequalität, nicht aufzudecken.

Spätestens hier wird deutlich, dass sowohl Maschinenbetreiber als auch Maschinenhersteller vom Condition Monitoring profitieren können: Für den Betreiber sinkt das Ausfallrisiko, für den Maschinenhersteller das Risiko für Garantieleistungen. Außerdem eröffnen sich neue Chancen zur Kundenorientierung, und Geschäftsmodelle bei Service und Wartung – bis hin zum Verkauf garantierter Fertigungskapazität statt ’nur‘ einer Maschine.

Letztlich werden im Rahmen des Condition Monitorings detaillierte Informationen über das Alterungsverhalten einer Maschine gewonnen, teilweise auch besondere, konstruktionsbedingte Anforderungen eines Werkstücks an die Maschine und auch über Optimierungspotentiale im Fertigungsprozess selbst. Werden diese Erkenntnisse in den jeweiligen Designprozess zurückgespeist, können verborgene Verbesserungspotentiale erkannt und erschlossen werden.


Das könnte Sie auch interessieren:

Ein Cyberangriff auf das eigene Unternehmen sowie auf einen Zulieferer führte beim DAX-Konzern Beiersdorf zu einem Umdenken in Sachen IT-Sicherheit. Das Unternehmen entschied sich daraufhin, seine kritischen Zulieferer einem Security-Assessment zu unterziehen.‣ weiterlesen

Vor einem Jahr hat die Bundesregierung ihre Strategie Künstliche Intelligenz beschlossen. Das Ziel: Die weitere Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz ganzheitlich politisch zu gestalten. Nun zog man seitens der Regierung eine Zwischenbilanz.

‣ weiterlesen

Als ein Unternehmen bei einem Digitalprojekt auf eine Maschine stieß, die sich zwar technisch, aber nicht wirtschaftlich sinnvoll in das Zielsystem integrieren ließ, installierte es kurzerhand Kamera und Minirechner. Diese Lösung fotografiert nach Bedarf das HMI und verarbeitet das Bild zu den benötigten Systeminformationen.‣ weiterlesen

In die Entwicklung von KI-Anwendungen fließen weltweit Multi-Milliarden-Dollar-Beträge. Ganz vorne dabei: Die großen Plattform-Betreiber aus den USA und China. In weiten Bereichen außen vor sind die Europäer. Im folgenden Beitrag geht es um Technologien, Trends und Player, welche die globale Wirtschaft in den kommenden Jahren nachhaltig prägen werden.‣ weiterlesen

Produzierende Unternehmen stellt die Digitalisierung vor einen grundlegenden Wandel. Kennzeichen hierfür ist die systematische Integration von Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Automatisierungstechnik in industriellen Wertschöpfungsstrukturen.‣ weiterlesen

Der ERP-Anbieter Proalpha übernimmt Tisoware, ein Anbieter für Zeitwirtschaftssoftware. Gemeinsam wollen beide Unternehmen ihre Kunden noch besser bei der Digitalisierung unterstützen.‣ weiterlesen

Wenn Werkzeuge ihre Halter- und Werkzeugrevolver-Daten zielgerichtet erheben und austauschen würden, ließen sich viele Mängel, etwa infolge von Schwingungen, vermeiden. Eine digitale Lösung rund um die Auswerteeinheit IQ Box des Werkzeugträgerspezialisten Sauter soll das und mehr möglich machen.‣ weiterlesen

Wenn der weltweit agierende Softwarehersteller IFS sein größtes Kundentreffen der Welt organisiert, geht es um Strategien, neue Produkte und Releases. So zeigte der ERP-Anbieter mit schwedischen Wurzeln im Oktober in Boston die neue durchgängig gestaltete Benutzerführung, ein neues Schnittstellenpaket und ein gestärktes Portfolio für das Field Service Management - unter anderem durch die Akquisition des Konkurenten Astea. Skateboard-Legende Tony Hawk war auch dabei.‣ weiterlesen

Die Bandbreite an Analyseanwendungen reicht von klassischen Reports und Kennzahlen über Self Service Analytics bis hin zu künstlicher Intelligenz. Bei aller Vielfalt sollte der Zweck nicht aus dem Fokus geraten: transparenter und effizienter fertigen zu können. Zumal immer wieder neue Manufacturing-Analytics-Instrumente entwickelt werden.‣ weiterlesen

Trotz schwieriger Marktbedingungen befindet sich die Fertigungsindustrie weiter im Wachstum. Dies zeigt der Global Growth Index des Softwareanbieters Epicor. Demnach betrug das Wachstum im Vergleich zur Vorjahresbefragung ein Prozent.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige