Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Cloud-Lösungen für Intralogistik-Aufgaben

Geld im eigenen Lager finden

Optimierte Lagerbestände setzen häufig zuvor gebundenes Kapital frei, ohne die Materialversorgung für die Fertigung zu beeinträchtigen. Eine Bestandsmanagement-Lösung aus der Cloud kann vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen eine flexible Alternative zu Installationen vor Ort sein. Der schwedische Automobil-Zulieferer Ax Industries hat es etwa geschafft, mithilfe einer Cloud-Lösung seine Lagerkennzahlen deutlich zu verbessern.

Bild: Syncron International AB

Viele Unternehmen sind darauf angewiesen, jederzeit eine große Menge unterschiedlicher Güter vorrätig zu halten. So müssen Handelsunternehmen lieferfähig sein, Serviceunternehmen müssen Ersatzteile im schnellen Zugriff haben und Industrieunternehmen müssen sicher stellen, dass für die Produktion benötigte Teile vorrätig sind. Das Problem dabei: Lagerhaltung kostet und bindet Liquidität. Unternehmen streben daher danach, ihre Lagerbestände möglichst gering zu halten, gleichzeitig aber ihre Kunden möglichst schnell beliefern zu können. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen vollführen diesen ständigen Spagat oft noch mit Microsoft Excel-Tabellen. Professionelle Lösungen zur Bestandsoptimierung können hier einen enormen Fortschritt bringen, sind aber oft komplex und kostspielig. Die Lösung für dieses Dilemma kann in der Cloud liegen.

‚Gebundenes Kapital‘

„Lagerbestände sind gebundenes Kapital, das nicht für Investitionen und Innovationen zur Verfügung steht“, sagt Eric Kuhlenbeck, der den Vertrieb der Cloud-basierten Lagerverwaltungsanwendung des schwedischen Anbieters Eazystock in Zentraleuropa steuert. „Nach unseren Erfahrungswerten müssen Produktionsunternehmen jedes Jahr ungefähr ein Drittel des durchschnittlichen Lagerbestandswerts für die Lagerhaltungskosten aufbringen.“ Besonders in der materialintensiven Produktion suchen Unternehmen daher oft nach Wegen, ihre Lagerhaltung so weit es geht zu optimieren. Ein Schlagwort in diesem Kontext ist just in time, also das Konzept, benötigte Ressourcen genau zu dem Zeitpunkt anliefern zu lassen, wenn sie benötigt werden. Davon profitieren aber vor allem die großen Unternehmen, etwa die Automobilhersteller, die damit eigentlich den Schwarzen Peter ihren Zulieferern zuschieben, bei denen es sich meist um kleinere und mittelständische Unternehmen (KMU) handelt. Im Gegensatz zu Konzernen nutzen KMU in aller Regel keine spezialisierte Software zur Lager- und Bestandsoptimierung, da viele verfügbare Lösungen komplex und teuer sind. Stattdessen behelfen sie sich mit mehr oder weniger umfangreichen Funktionen in ihrer Enterprise Resource Planning-Software (ERP) oder mit Excel-Tabellen.

Der Bestand als Problem

Eine zentrale Herausforderung in der Lagerverwaltung ist ist die Reduzierung der Bestände. Zu geringe Bestände einer Komponente oder eines Werkzeuges können schnell einen Produktionsstillstand und somit Kosten verursachen. Kunden möchten auch nicht lange auf wichtige Ersatzteile warten, weil das auf ihrer Seite gegebenenfalls die Produktivität beeinträchtigt. „Mit Pi mal Daumen oder Excel lassen sich die notwendigen Berechnungen nicht zufriedenstellend lösen, schon gar nicht kontinuierlich über einen längeren Zeitraum“, sagt Kuhlenbeck. Ein Ansatz, um bestehende ERP-Systeme an- und beteiligten Mitarbeiter in den Prozess der Bestandsoptimierung einzubinden, sind Cloud-Lösungen. Unter Umständen bietet das ERP-System kleinen und mittelständischen Unternehmen nicht genügend Funktionen für Bedarfsprognosen, Auffüllungsplanung oder Bestandssimulation. Den Bestand auf dieser Grundlage zu steuern und zu optimieren, kann schwierig sein.

Das Implementieren und Warten von ausgeklügelter Software für Bestandsplanung und -optimierung ist hingegen für viele kleine und mittelständische Unternehmen zu kostspielig. Die Kosten für Lizenzen, Wartung, Support und Implementierung waren nicht selten so hoch, dass sich eine Investition nicht lohnte – auch in Hinblick auf die erforderlichen IT-Infrastruktur mit Servern und Datenbanken. Eine Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) kann indessen gegen eine fixe monatliche Gebühr einen kalkulierbaren Funktionsumfang bereitstellen. Dadurch eröffnen sich Chancen, die Leistung des Bestandsmanagements zu verbessern. Eine Cloud-basierte Bestandsplanung kann mit den meisten ERP-Systemen verbunden werden und dadurch zu mehr Übersicht und einem effektiveren Bestandsführungssystem beitragen. Informationen können dabei zwischen Logistik, Einkaufs- und Geschäftsleitung geteilt werden. Die Vernetzung von beteiligten Systemen und Mitarbeitern bietet zudem eine Basis für neue Möglichkeiten: So können viele Abläufe der Planung nach Parametrisierung automatisch von der Software durchgeführt werden.

Zu geringe Bestände gefährden die Materialversorgung der Produktion, und zwar nicht nur die eigene, sondern unter Umständen auch die des Kunden. Zu große Bestände sind aus Kostengründen ebenfalls in der Regel unerwünscht. Bild: Synchron International AG

Mehr Zeit für Wertschöpfung

Mit automatisierten Prozessen bleibt den Mitarbeitern Verwaltungsaufwand erspart und sie haben mehr Zeit, um sich auf komplizierte Bestandsartikel und Fragen der Bestandsführung zu konzentrieren. Ein überall zugängliches Dashboard vermittelt einen unmittelbaren Überblick über den Bestandsstatus. Grafische und numerische Berichte zeigen Informationen an, die für die tägliche effiziente Bestandsverwaltung benötigt werden. Bestandssimulationen und ‚What-If-Berechnungen‘ unterstützen dabei, sich für eine Lagerhaltungsstrategie zu entscheiden und können helfen, die Service Level zu steigern. Darüber hinaus können sie einen Überblick schaffen, welchen Investitionsbedarf das Erreichen vorgegebener Service Level erzeugt. Mittels Multi-Echelon lassen sich mehrere physische Lagerstandorte in ein übergeordnetes virtuelles Lager zusammenfassen. Dieser Ansatz gleicht den Bestand netzwerkübergreifend aus, um den Lagerumschlag zu erhöhen, im Lager gebundenes Kapital freizugeben und gleichzeitig das angestrebte Serviceniveau zu erreichen. Außerdem lässt sich so der Bestand zwischen Standorten umverteilen, um Überschuss abzubauen.

Kennzahlen verbessert

Ax Industries, schwedischer Hersteller von Hochleistungs-LKW und Komponenten für die Automobilindustrie, hat sich vor einiger Zeit für eine Cloud-Software entschieden. Das Unternehmen konnte mit Eazystock seine Lagerbestände um 23 Prozent abbauen und gleichzeitig die Produktverfügbarkeit um 13 Prozent erhöhen. Unter dem Strich sprang im ersten Jahr eine Einsparung von einer Millionen Euro heraus. „Solche Zahlen verdeutlichen, im Lager ist Geld versteckt“, sagt Eric Kuhlenbeck. „Ob es sich lohnt, Bestandsmanagement aus der Cloud anzuschauen, lässt sich sogar im Vorfeld feststellen. Wir haben dazu einen Bestandswertrechner als kostenlosen Download entwickelt.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Anlagenbau ist das Zusammenspiel von Engineering und Fertigung alles andere als trivial. Es gilt, fertigungsrelevante Daten projektbezogen in die jeweiligen Prozesse an Maschinen zu übermitteln, oft mit erheblichem Aufwand und manchen Schnittstellenhürden. Helfen kann das RiPanel Processing Center von Rittal, ein neues Jobmanagement-Tool zur zentralen Arbeitsvorbereitung.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt ’Fluently’ wollen die Beteiligten das Teamwork von Mensch und Maschine optimieren. So sollen zwischen beiden echte soziale Interaktionen ermöglicht werden.‣ weiterlesen

Selbst gut ausgeprägte ERP-Systemlandschaften weisen meist Lücken auf, in denen Prozesse ohne digitales Abbild ablaufen. Individuell erstellte mobile Anwendungen können solche Lücken schließen - und so manch andere Schwachstelle in der ERP-Landschaft ausbügeln.‣ weiterlesen

Waren Cloudkosten verschwendet oder sinnvoll? Wer Ausgaben keinen Verursachern zuordnet, kann dies kaum hinlänglich beantworten. Erst die interne Verrechnung legt die Ursachen für die Ausgaben offen - und somit das Potenzial für Optimierungen.‣ weiterlesen

Zum Jahresende verzeichnet der Maschinen- und Anlagenbau einen rückläufigen Auftragseingang. Preisbereinigt vermeldet der VDMA ein Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Jahr 2021. Im vierten Quartal gingen die Aufträge um 16 Prozent zurück.‣ weiterlesen

Zehn Unternehmen beteiligen sich am Joint Venture Cofinity-X. Die Partner wollen damit die Umsetzung von Datenökosystems Catena-X weiter vorantreiben.‣ weiterlesen

Mit einem Plus von 1,9 Punkten verzeichnet das Geschäftsklima der Digitalbranche im Januar einen erneuten Anstieg und liegt nun bei 18,5 Punkten. Erstmals seit Sommer 2022 liegen zudem die Geschäftserwartungen im positiven Bereich.‣ weiterlesen

Ob zur Remote-Unterstützung der Mitarbeiter vor Ort, zur Schulung und technischen Einweisung neuen Personals oder bei der Umplanung von Produktionsstraßen - fotorealistische digitale Zwillinge können Unternehmen vielfältig unterstützen.‣ weiterlesen

Viele ERP-Lösungen wurden einst von Spezialisten entwickelt und danach nur noch angepasst, erweitert und mit Updates versorgt. Doch steigende Digitalisierungsanforderungen, schnellere Produkteinführungen sowie der Fachkräftemangel schrauben die Anforderungen in die Höhe. Könnte Low-Code-Softwareentwicklung die Lösung sein?‣ weiterlesen

Mit einem Anstieg von 1,6 Punkten im Januar liegt das IAB-Arbeitsmarktbarometer bei 102,9 Punkten und damit über der neutralen Marke von 100. Für die Arbeitsmarktforscher deutet dies auf positive Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hin.‣ weiterlesen