Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Business Continuity

Hochverfügbare Daten auch im Katastrophenfall

Produzierende Unternehmen haben hohe Anforderungen an die Sicherheit ihrer Systeme: Hohe Verfügbarkeit und Redundanz sind unabdingbare Voraussetzungen, um den IT-Betrieb selbst im Katastrophenfall sicherzustellen. Dem trägt die Gelita AG mit Hauptsitz im baden-württembergischen Eberbach Rechnung. Denn aufgrund der Nähe zum Neckar besteht für das Verwaltungsgebäude Hochwassergefahr und damit ein permanentes Risiko für geschäftskritische Anwendungen.

Bild: Gelita AG

Jährlich produziert die Gelita Gruppe mit ihren 2.600 Mitarbeitern rund 80.000 Tonnen Gelatine für Anwendungen im Lebensmittel-, Foto- und Pharmabereich. Damit deckt sie rund 27 Prozent der Nachfrage auf dem Weltmarkt ab und erwirtschaft insgesamt mehr als 400 Millionen Euro Umsatz. Das Unternehmen nutzte bisher eine Infrastruktur auf Basis von zwei Speichersystemen mit einer Kapazität von jeweils 4,5 Terabyte. Hinzu kamen Storage Area Network-Komponenten (SAN), eine softwarebasierende Datenspiegelung sowie zwei Tape Systeme für die Datensicherung.

Die vorhandene Speicherinfrastruktur konnte die Anforderungen hinsichtlich Kapazität und Funktionalität nur noch eingeschränkt erfüllen. Das Datensicherungsvolumen der Tape Systeme lag bei lediglich zehn Terabyte und stellte damit einen Engpass dar. Die geplante Servervirtualisierung erforderte zusätzliche Speicherressourcen, welche mit der vorhandenen Infrastruktur nicht mehr bereitgestellt werden konnten. Ein weiterer Grund für die Suche nach einer neue Speicherlösung war, dass die Tape Systeme ihre ‚End Of Life‘-Phase erreicht hatten: Weder eine Aufrüstung noch der weitere Betrieb waren wirtschaftlich sinnvoll. Die Fortsetzung der bestehenden Disaster Recovery Lösung auf Basis einer Softwarespiegelung wäre zwar möglich gewesen, hätte jedoch einen erheblich höheren Aufwand für Überwachung und Pflege erfordert.

Zielsetzung und Konzept

Ein unterbrechungsfreier Betrieb bei geplanten, aber auch plötzlichen Ausfällen sowie die Integration in das vorhandene Sicherungskonzept waren die wichtigsten Forderungen des Unternehmens. Diese mussten bei der Konzeption der neuen Speicherlösung berücksichtigt werden. Gleichzeitig versprach sich der Gelatinehersteller bei einer Neuinvestition eine Reduzierung der Wartungs- und Betriebskosten – auch bei zukünftigen Kapazitätserweiterungen. Zur Umsetzung der Zielvorgaben empfahl die Profi Engineering Systems AG ein hardwarebasierendes Hochverfügbarkeitskonzept mit einem möglichst geringen Aufwand für die Systemadministratoren. Zusatzfunktionen wie Snapshots und Deduplizierung sollen diesen Anforderungen Rechnung tragen. Es wurde sich für die Ablösung der vorhandenen Storage Tek-Speichersysteme durch zwei IBM-Plattensysteme mit jeweils 10 Terabyte Gesamtkapazität entschieden. Neben einer deutlich höheren Leistung zeichnen sich diese vor allem durch eine bessere Skalierbarkeit aus. Ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung zu Gunsten der vorgestellten Lösung war die Möglichkeit, unterschiedliche Laufwerkstechnologien, in diesem Fall Fibre Channel und Sata, in einem System zu verwenden.

80.000 Tonnen Gelatine produziert Gelita im Jahr. Daten, die unmittelbar für das Tagesgeschäft benötigt werden, sichert das Unternehmen hochverfügbar auf Fibre Channel-Laufwerken ab. Bild: Gelita AG

System und Funktionen

Diese Vorgehensweise ermöglicht eine wirtschaftlichere Nutzung der Gesamtkapazität unter ‚Information Lifecycle‘-Gesichtspunkten: Daten, die unmittelbar für das Tagesgeschäft benötigt werden, sind auf schnellen Fibre-Channel-Laufwerken abgelegt. Dies sind unter anderem Daten für die Personalverwaltung, Domino und DB2. Daten für die Datensicherung beziehungseise für das Langzeitarchiv werden auf Sata-Laufwerken abgelegt, bevor sie über die neuen LTO4-Laufwerke gesichert werden. Unabhängig davon werden mit der Funktion Deduplizierung Daten, die bereits auf den Speichersystemen vorhanden sind, nicht mehrfach geschrieben und belegen dadurch keinen zusätzlichen Speicherplatz.

Die Neuinstallation umfasste zwei IBM System Storage DS Plattenspeichersysteme, zwei IBM System Storage nSeries Gateways, vier IBM System Storage SAN Switches sowie zwei IBM System Storage Tape Libraries. Die Datenspiegelung zwischen den Speichersystemen wird durch die Metro-Cluster-Funktion zweier N-Series-Gateways durchgeführt, die den Plattensystemen vorgeschaltet sind. Die Gateways haben Zugriff auf alle Festplatten und replizieren selbstständig die Daten vom primären zum sekundären Plattensystem, das sich in zwei Kilometer Entfernung am zweiten Firmenstandort befindet. Somit sind Datenkonsistenz und -verfügbarkeit sichergestellt. „Der Metro-Cluster spiegelt nun die Daten der Speichereinheiten beider Rechenzentren. Das Umschalten zwischen den Spiegeln findet automatisch statt“, erklärt Dr. Andreas Neuper, Leiter Projekte IT-System-Infrastruktur bei der Profi AG.

Stufenweise Umsetzung

Die Umsetzung der Lösung erfolgte stufenweise, um eine Unterbrechung des laufenden Betriebs zu vermeiden. Damit Gelita nach erfolgter Datenmigration die neue Infrastruktur selbstständig administrieren kann, gab es zusätzlich eine Schulung. Die eingesetzte Lösung dient als Hochverfügbarkeitskonzept für den Fall von Betriebsstörungen. Darüber hinaus legt sie durch eine zukunftssichere Infrastruktur die Basis für ein Unternehmen, das auf Wachstum ausgerichtet sind. Die Lösung arbeitet durch geringeren Stromverbrauch sehr wirtschaftlich, gleichzeitig entstehen so reduzierte Emissionen im Sinne einer ‚Green-IT‘.


Das könnte Sie auch interessieren:

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt zusammen mit europäischen Partnern im Projekt QLSI eine skalierbare Technologie für Silizium-Qubits für Quantencomputer.‣ weiterlesen

Mit dem Strategiepapier ‘Cyber Security Design Principles‘ will die Open Industry 4.0 Alliance darüber informieren, wie Unternehmen das Thema Sicherheit von der Werkshalle bis zur Cloud umsetzen können.‣ weiterlesen

Mit ihren Systemen rund um Dämpfe, Gase und Ventile spielt die GEMÜ Gruppe weltweit in der ersten Reihe. Als digitaler Knotenpunkt dient das ERP-System PSIpenta. Dessen Module zur adaptiven Produktionsplanung- und Steuerung verhelfen dem Familienunternehmen über Werks- und Landesgrenzen hinweg zu fast hundertprozentiger Liefertermintreue.‣ weiterlesen

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.‣ weiterlesen

Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.‣ weiterlesen

Durch die Pandemie und durch die Digitalisierung steigt der Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Wie die aktuelle CGI-Studie zeigt, können agile Unternehmen besser mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.‣ weiterlesen

Das Internet der Dinge bringt physische und digitale Welten zunehmend zusammen. Schon längst geht es nicht mehr nur um die pure Vernetzung von Geräten, sondern um Systeme, die Menschen, digitale Lösungen und Objekte aus der realen Welt verknüpfen.‣ weiterlesen

Kooperationen mit Technologie-Startups bieten für etablierte Unternehmen Chancen, um die digitale Transformation zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch selbst wenn große Organisationen schon mit jungen Firmen kooperieren, nutzen sie das Potenzial dieser Zusammenarbeit oft kaum aus.‣ weiterlesen

231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten Quartal 2020 jedoch gestiegen.‣ weiterlesen

Die vermehrte Arbeit im Homeoffice reduziert die CO2-Emissionen, die beispielsweise durch Pendeln entstehen. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch zuhause. Wie dieser reduziert werden kann, zeigen Tipps der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung.‣ weiterlesen

Nach 90,3 Punkten im Januar ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar gestiegen. Die Unternehmen schätzen dabei nicht nur die aktuelle Lage besser ein sondern sind auch mit Blick auf die kommenden Monate weniger pessimistisch.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige