Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Bordnetzplanung in der Automobilindustrie

Den Kabelstrang bis hin zur Fertigung planen

Im Laufe der Bordnetz-Entwicklung müssen Designer schnelle und ressourcensparende Antworten finden. Die Entwicklung dieser modularen Systeme ist komplex, die Anzahl der Varianten bei Serienfahrzeugen kann in die Hunderttausende gehen. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Engineering-Software.

Bild: Leoni

Viele große deutsche Automobil-Hersteller setzen mittlerweile auf kundenspezifische Kabelstränge (KSK). Dies gestattet ihnen, den Käufern hohe Freiheit in der Zusammenstellung ihres Fahrzeuges zu ermöglichen – etwa für die individuelle Konfiguration von Assistenzsystemen, Infotainment und vielem mehr. Diese Modularität ist nicht vergleichbar mit den vordefinierten Ausstattungsmöglichkeiten vieler nordamerikanischer Hersteller, die auf rund 150 Varianten kommen. Die Autobauer, die das KSK-Prinzip anwenden, müssen hunderttausende unterschiedliche Kombinationen im Engineering-System – mit all seinem Beziehungswissen – abbilden und später exakt fertigen können. Ohne ein zentrales Datenmodell ist dies kaum zu beherrschen. Einige Automobilhersteller, die mit einem hochentwickelten marken- und länderübergreifend eingesetzten Baukasten-System arbeiten, nutzen dazu eine Software-Plattform mit Mehrschicht-Architektur und Datenbankbasierung: Vom verdrahtungsneutralen 150- Prozent-Systemplan über den 150-Prozent-Kabelplan, die Datenausgabe im KBL-XML-Standard bis zu Verlegung und Layout in 3D sowie schließlich der Bereitstellung der individuellen fertigungsrelevanten Daten der realen KSK deckt Engineering Base (EB) von Aucotec den Workflow in der Bordnetzplanung ab.

Von der Vorplanung zum Kabelstrang

Durch ein ‚Verwendungsstellen‘-Konzept lassen sich mit der Lösung Ausstattungsvarianten der elektrischen Komponenten abbilden. Im zugehörigen Leitungsstrang muss das Datenmanagement rund 650 Module, vier Kilometer Leitungen, 1.500 Einzelleitungen, 600 Stecker und rund 200 Splices verwalten können. Die Konsistenz erhält das System über ein Datenmodell, das theoretisch unendlich erweiterbar ist, Änderungen in jeder Planungsstufe erkennt und die Informationen den beteiligten Disziplinen jederzeit zur Verfügung stellt. Somit unterstützt die Anwendung die synchrone Projektbearbeitung, Funktionen zur Differenz- und dem Merge-Management und ermöglicht zudem asynchrones Arbeiten, zum Beispiel bei Lieferanten. Die Plattform hält neben grafischen Symbolen auch die Anlagenobjekte: Die Geräte, Anschlüsse oder Leitungen ‚wissen‘ als Datenbankobjekte, was sie sind und wie sie sich zu verhalten haben. Gleiches gilt für Orte, Funktionen und Topologien. Das hilft bei Dokumenten-Erstellung und Systemkopplungen. Das Engineering-Werkzeug übernimmt automatisch Verbindungsdaten auf Basis der Vorplanung für den Systemplan. Darin steht dann bereits fest, welche Komponenten verbaut werden. Hier erfolgt die Verschaltung ausgerichtet an den gewählten Funktionen wie Licht, Entertainment, Motorkontrolle. Der Kabelplan verwendet diese Festlegungen, um für die Fahrzeugausprägung die Verdrahtung zu bestimmen. Darauf folgt das Anlegen der Verbinder (Splices). Letztendlich steht die komplette Verdrahtung als Modell zur Verfügung. Dabei unterstützen Assistenten die Steckerauswahl und Platzierung, die Leitungsdefinition, Festlegung von Trennstellen und die Modularisierung des Leitungsstrangs.


Das könnte Sie auch interessieren:

Bosch Rexroth hat mit ActiveCockpit eine interaktive Kommunikationsplattform im Portfolio, die Fertigungsdaten in Echtzeit aus verschiedenen Systemen und Datenquellen verarbeitet und visualisiert. Der Einsatz bei Bosch Thermotechnik in Wetzlar zeigt, dass die Lösung Transparenz in die Lagerlogistik bringen kann.‣ weiterlesen

Die Anpassungsmöglichkeiten eines ERP-Systems entwickeln sich immer mehr zum Unterscheidungsmerkmal aktueller Systeme. Doch welche Möglichkeiten für die individuelle Ausprägung gibt es - und welche Vor- und Nachteile bieten sie?‣ weiterlesen

Novayre Solutions SL und dessen RPA-Plattform Jidoka gehören nun zu Appian. Mit dem Erwerb will das amerikanischen IT-Unternehmen seine Prozessautomatisierungsplattform um Werkzeuge für Robotic Process Automation ergänzen.‣ weiterlesen

Nutzer von Citrix-Systemen sollten unbedingt die aktuell bekannt gewordene Sicherheitslücke per Workaround schließen. Das meldet das BSI erneut, nachdem sich die Zahl der bekannt gewordenen Cyberangriffe über diese Schwachstelle häufen.‣ weiterlesen

Jörg Jung leitet beim ERP-Hersteller Infor seit mehr als zwei Jahren als verantwortlicher Geschäftsführer die Regionen Zentral- und Osteuropa. In diesem Zeitraum konnte der Softwareanbieter sein Geschäft fast verdoppeln, merkte Jung im Gespräch mit der IT&Production an. Vor allem der Absatz mit Cloud-Lösungen scheint zu brummen: In den letzten zwei Jahren sei der Umsatz mit den Multi-Tenant-Lösungen weltweit um den Faktor zehn gestiegen.‣ weiterlesen

Rockwell Automation hat den israelischen Cybersecurity-Anbieter Avnet Data Security übernommen. Das Unternehmen bietet seinen Kunden Services wie Risikobewertungen, Penetrationstests, Netzwerk- und Sicherheitslösungen sowie Schulungen zur Verschmelzung von IT und OT unter dem Gesichtspunkt der Cybersecurity an. ‣ weiterlesen

In der Werkshalle von morgen sind nur noch die Außenwände fest verbaut. Maschinen und Anlagen bewegen sich frei und kommunizieren miteinander. Wichtige Voraussetzung hierfür: Eine dezentrale Versorgungs- und Dateninfrastruktur. Mit dem intelligenten Boden hat Bosch Rexroth ein solches System entwickelt - und dabei Lösungen von Weidmüller verbaut.‣ weiterlesen

In einer Industrie 4.0 stellen vernetzte Maschinen nicht nur Produkte her, sie generieren auch massenhaft Daten. Mit einem ERP-System als Informationsdrehscheibe lassen sich diese Produktionsdaten mit anderen Geschäftsbereichen verknüpfen und so die Wertschöpfung ankurbeln.‣ weiterlesen

Per Radiofrequenzidentifikation lassen sich Waren entlang der gesamten Lieferkette nachverfolgen - oder gleich lückenlos ihren Zustand dokumentieren. Erst RFID-Technologie ermöglicht viele Anwendungen, die mit Industrie 4.0 verbunden werden.‣ weiterlesen

Der ERP-Anbieter Proalpha hat einen Wechsel an der Unternehmensspitze bekanntgegeben. Eric Verniaut übernimmt das Amt des CEO.‣ weiterlesen

Die Siemens AG hat die AIT GmbH übernommen. Das Stuttgarter Unternehmen bietet Softwarelösungen auf der Basis von Microsoft .NET Plattformen an.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige