Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Betriebs- und Maschinendaten im Blick

Verbrauch von Abluftanlagen und Kompressoren steuern

Über ihre Betriebs- und Maschinendatenerfassung nutzt die Gotzeina Drehtechnik GmbH Informationen aus dem Geschäftssystem, um Steuerungsimpulse zur Energieeinsparung für Fertigungsanlagen und -systeme abzusetzen. Der sauerländische Präzisionsdrehteilehersteller regelt so neben produktionsrelevanten Vorgängen auch die Energieoptimierung der Abluftanlagen für CNC-Maschinen und Kompressor.

Bild: Rüsing

EDV-Unterstützung der Geschäftsprozesse in Form von integrierten Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) ist heute bei vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen ein wichtiger Baustein für die wirtschaftliche Herstellung von Gütern und Dienstleistungen. Weniger selbstverständlich ist hingegen die Idee, im Unternehmenssystem anfallende Informationen zusätzlich als direkte Steuerungsimpulse zur Energieeinsparung bei vorhandenen Fertigungsanlagen und -systemen zu nutzen. Wie das auch mit relativ geringem Aufwand möglich ist, zeigt das Beispiel der Gotzeina Drehtechnik GmbH aus Herrscheid. Der sauerländische Präzisionsdrehteile-Hersteller steuert mit dem in das ERP-System des Software-Anbieters Gewatec integrierten Betriebs- und Maschinendatenerfassungs-Modul (BDE/MDE) neben produktionsrelevanten Vorgängen auch die Energieoptimierung der Abluftanlagen für die CNC-Maschinen und den Kompressor.

Die Investition in diese Lösung hat sich nach Angaben des Geschäftsführers Gerhard Gotzeina innerhalb eines Jahres amortisiert: Das Unternehmen fertigt mit ungefähr 50 Mitarbeitern auf Kurz- und Langdrehautomaten sowie Bearbeitungszentren Präzisionsdrehteile in Komplettbearbeitung und führt CNC-Lohnbearbeitungen aus. Das mittelständische Familienunternehmen liefert seine Produkte in unterschiedliche Branchen wie Automobilindustrie, Maschinen- und Anlagenbau, Medizintechnik, Steuer- und Regeltechnik sowie Umwelttechnik. „Eine gut organisierte EDV-Struktur auf Basis der Gewatec-Lösung mit moderner ERP- und PPS-Software, MDE/BDE, ein integriertes CAQ-System, sowie ein moderner Maschinenpark zur Komplettbearbeitung mit integrierten Werkzeug-/Prozessüberwachungssystemen bilden die Voraussetzungen, ein zuverlässiger A-Lieferant zu sein“, sagt Gotzeina.

Dabei sei die vorausschauende Qualitätsplanung und Abstimmung mit dem Kunden ein wichtiger Faktor, um das Ziel einer fehlerlosen Fertigung zu erreichen. Dies verbindet das Unternehmen mit einer pragmatischen Optimierung des Energieverbrauches: Die Optimierung der Systeme erfolgt nicht unbedingt auf Basis einer systematischen Betriebsanalyse; aber dort, wo sich Ansatzpunkte zur wirtschaftlichen Energieeinsparung zeigen, werden sie aufgegriffen und umgesetzt.

Automatische Anlagenabschaltung spart Energie

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena) in Berlin sieht ebenso wie der ZVEI bei der Energieeinsparung generell noch großes Potenzial, da viele Betriebe vorhandene Einsparmöglichkeiten nicht gut genug kennen. Neben Ansätzen bei Wärme und Brennstoffen können sich dazu zum Beispiel bei Querschnittstechnologien wie Pumpen, Druckluft, Antrieben, Ventilatoren, Kälte- und Fördertechnik lohnenswerte Kostenvorteile durch energetische Optimierung ergeben.

Elektromotorische Antriebe sind in der Industrie von großer Bedeutung und aufgrund ihrer Anzahl und Leistungsstärke nach Angaben des ZVEI für knapp drei Viertel des industriellen Stromverbrauchs verantwortlich. Bei Pumpen- und Druckluftsystemen entfielen zum Beispiel auf den Energieverbrauch bis zu 90 Prozent der Lebenszykluskosten. Einsparungen lassen sich hier durch Laufzeitoptimierungen oder einen moderneren, sparsameren Antrieb schnell realisieren. Bei Gotzeina wurden im ersten Schritt die Laufzeiten der Abluftsysteme für die CNC-Maschinen und den Kompressor optimiert.

Um die an den Drehmaschinen entstehenden Abluft- und Ölnebel zu entfernen, setzt das Unternehmen fünf elektrostatische Luftfilteranlagen ein. An jede Filteranlage sind mehrere Maschinen angeschlossen, von denen die Abluft direkt zum Filter geleitet wird. Nun sollte wenn alle CNC-Maschinen einer Filteranlage stehen, auch die Abluftanlage abgeschaltet werden, vorwiegend während der Nacht und am Wochenende. „Wir arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb. Da produzieren immer wieder Maschinen unter Überwachung von CO2-Löschanlagen noch einige Stunden unbesetzt in die Nacht hinein. Unnötigen Stromverbrauch haben wir jetzt durch die automatische Abschaltung abgestellt“, erklärt der Geschäftsführer.


Das könnte Sie auch interessieren:

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS entwickelt zusammen mit europäischen Partnern im Projekt QLSI eine skalierbare Technologie für Silizium-Qubits für Quantencomputer.‣ weiterlesen

Mit dem Strategiepapier ‘Cyber Security Design Principles‘ will die Open Industry 4.0 Alliance darüber informieren, wie Unternehmen das Thema Sicherheit von der Werkshalle bis zur Cloud umsetzen können.‣ weiterlesen

Mit ihren Systemen rund um Dämpfe, Gase und Ventile spielt die GEMÜ Gruppe weltweit in der ersten Reihe. Als digitaler Knotenpunkt dient das ERP-System PSIpenta. Dessen Module zur adaptiven Produktionsplanung- und Steuerung verhelfen dem Familienunternehmen über Werks- und Landesgrenzen hinweg zu fast hundertprozentiger Liefertermintreue.‣ weiterlesen

Es gibt keinen Textauszug, da dies ein geschützter Beitrag ist.‣ weiterlesen

Aus dem Industrie-4.0-Barometer der Management- und IT-Beratung MHP geht hervor, dass sich die Position eines CIO in der Geschäftsführung positiv auf Umsetzung von Industrie-4.0-Ansätzen auswirkt.‣ weiterlesen

Durch die Pandemie und durch die Digitalisierung steigt der Innovationsdruck auf die deutsche Industrie. Wie die aktuelle CGI-Studie zeigt, können agile Unternehmen besser mit den damit verbundenen Herausforderungen umgehen.‣ weiterlesen

Das Internet der Dinge bringt physische und digitale Welten zunehmend zusammen. Schon längst geht es nicht mehr nur um die pure Vernetzung von Geräten, sondern um Systeme, die Menschen, digitale Lösungen und Objekte aus der realen Welt verknüpfen.‣ weiterlesen

Kooperationen mit Technologie-Startups bieten für etablierte Unternehmen Chancen, um die digitale Transformation zu bewältigen und wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch selbst wenn große Organisationen schon mit jungen Firmen kooperieren, nutzen sie das Potenzial dieser Zusammenarbeit oft kaum aus.‣ weiterlesen

231.000 offene Stellen weniger als im vierten Quartal 2019 verzeichnet das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in der aktuellen Stellenerhebung. Demnach ist die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem dritten Quartal 2020 jedoch gestiegen.‣ weiterlesen

Die vermehrte Arbeit im Homeoffice reduziert die CO2-Emissionen, die beispielsweise durch Pendeln entstehen. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch zuhause. Wie dieser reduziert werden kann, zeigen Tipps der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung.‣ weiterlesen

Nach 90,3 Punkten im Januar ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar gestiegen. Die Unternehmen schätzen dabei nicht nur die aktuelle Lage besser ein sondern sind auch mit Blick auf die kommenden Monate weniger pessimistisch.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige