Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Bestandsmonitoring im Maschinenbau

Mobile Materialflusssteuerung

Für die Lagersteuerung setzte die Oddesse Pumpen- und Motorenfabrik über Jahre hinweg zwei Systeme ein: Eine dedizierte Lagerverwaltung sowie die Lager-Funktionen ihres Unternehmenssystems. Um dabei manuelle Buchungen zu reduzieren und eine umfassende Materialverfolgung zu gestatten, steuert das Traditionsunternehmen die Bestände im Hochregallager nun über mobile Applikationen direkt in der Feinplanung ihrer Enterprise Resource Planning-Lösung.

Bild: Casio Europe

Das traditionsreiche Unternehmen Oddesse Pumpen- und Motorenfabrik GmbH wurde 1854 in Oschersleben von dem englischen Ingenieur Oddie und dem deutschen Kaufmann Hesse gegründet. Seit 1994 firmiert der Betrieb unter dem Namen Oddesse Pumpen- und Motorenfabrik GmbH. Das Portfolio konzentriert sich auf Tauchmotorpumpen und die dazu gehörenden Tauchmotoren zur Förderung von Rein-, Schmutz- und Abwasser sowie auf Spezialapplikationen für aggressive Medien. Daneben werden Kreiselpumpen für den Einsatz in Wasserwirtschaft, Industrie, Bau und Kommunen gefertigt.

Auf dem Gebiet des Anlagenbaus werden Pumpstationen, Abwasserhebesysteme, Druckerhöhungsanlagen und Systeme zum Fördern geothermaler Wässer geplant und realisiert. Mit der Fertigstellung einer neuen Betriebsstätte wurde als Enterprise Resource Planning-Komplettlösung (ERP) Proalpha eingeführt, um eine umfassende IT-Unterstützung für die Unternehmensabläufe zu erreichen, sowie die Durchgängigkeit der Abläufe in Verwaltung und Fertigung zu verbessern. Ein zentraler Schwerpunkt war dabei die Variantenthematik, die über eine durch das Systemhaus ISM entwickelte Lösung für variantenfähige Stücklisten abgebildet wird.

Disposition in einem System

Für die Unterstützung von Intralogistik und Produktion setzt das Unternehmen auf eine Online-Integration von Windows-Mobile-Geräten zur Materialflusssteuerung, um eine parallel zum ERP laufende Hochregallagerverwaltung für rund 1.500 Plätze ablösen zu können. Die Software verwaltet rund 5.000 aktive Artikel in einer chaotischen Lagerverwaltung: Pro Lagerplatz können – abhängig vom Raumangebot – beliebig viele Artikel einglagert werden. Durch den Parallelbetrieb der beiden Systeme kam es zu manuellen Doppelbuchungen, allerdings war die Lagerhaltung ohne Hochregallagerunterstützung bereits im ERP-System abgebildet.

Tracking per Handscanner

Durch das betreuende Software-Unternehmen wurde dazu ein mobiles Mitarbeiterportal entwickelt: Applikationen unter Windows Mobile unterstützen die Bereiche ‚Lager und Material‘ sowie ‚Betriebsdaten und Personalzeit‘, um die komplette Lagerverwaltung in nur einem System abzubilden. Weitere Projektschwerpunkte stellten die Echtzeiterfassung der Lagerbewegungen, Scannerunterstützung sowie die Nutzung der bestehenden Lagertechnik und Datenübernahme vom ‚Lagerrechner‘ in das Unternehmenssystem dar.

Zudem wurden weitere Bereiche im ERP-System abgebildet, darunter Zuschnitt und Kabelkonfektionierung. Als Hardware werden Casio-Scanner vom Typ DT-X30 genutzt. Dazu wurde der Lagerbereich mit mehreren Access-Points ausgeleuchtet, die über WLAN mit den Scannern kommunizieren und Daten über das drahtgebundene Netzwerk zum ERP übertragen. Die Lageranwendung stellt dabei spezielle Funktionen für Umlagerung, Materialbewegungsverfolgung sowie Bestandskontrolle bereit, darunter das Erfassen von Umlagerungen sowie Zu- und Abgängen, die Deckung der Materialbewegungen mit Fertigungsaufträgen sowie eine permanente Inventur.

Zuverlässiger Datenfluss

Durch eine Testinstallation konnte Oddesse unter Einbindung der entsprechenden Lagerdisponenten die neuen Funktionalitäten intensiv erproben. Nach mehrmonatigem Praxiseinsatz bewertet das Unternehmen das mobile Mitarbeiterportal als vollen Erfolg, die Lösung habe die Lagerverwaltung deutlich effizienter gemacht: „Mit dem mobilen Mitarbeiterportal für den Materialfluss im Lager und der Aktivierung der Hochregallagerverwaltung in Proalpha konnte das separat laufende Lagerverwaltungsprogramm komplett abgelöst werden.

Die Umstellung aller Lagerfunktionen unter Weiterbenutzung der vorhandenen Barcode-Label erfolgte ohne Schwierigkeiten“, sagt Ulrich Grodrian, Projektleiter und Leiter Arbeitsvorbereitung bei Oddesse. Durch die Echtzeiterfassung stehen nun zuverlässige Daten für Planung und Disposition zur Verfügung; das Unternehmen plant bereits eine zeitnahe Erweiterung der Lösung auf andere Lagerbereiche und Materialflüsse.


Das könnte Sie auch interessieren:

Nach Analysen des B2B-Netzwerks Tradeshift hat sich das Auftreten der Omicron-Variante im vierten Quartal negativ auf die globalen Lieferketten ausgewirkt, jedoch nicht so stark wie vorherige Infektions-Wellen.‣ weiterlesen

Open Mind übernimmt die Mehrheit am MES-Hersteller Hummingbird Systems. Die CAD/CAM-Lösung von Open Mind wurde bereits im Rahmen einer Zusammenarbeit in das MES von Hummingbird integriert.‣ weiterlesen

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sind durch die Corona-Pandemie bisher 350Mrd.€ an Wirtschaftsleistung verloren gegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres gehen die IW-Experten von einem weiteren Verlust von 50Mrd.€ aus. Die Erholung werde Jahre dauern.‣ weiterlesen

Umstellung auf S/4Hana ja, aber keine Zeit für die Vorbereitung. So sieht es die Mehrheit der befragten Unternehmen in einer Studie des Analystenhauses Techconsult. Bei 90 Prozent der Studienteilnehmer bemängeln zudem fehlende Informationen und Hilfestellung.‣ weiterlesen

Angestellte im Einkaufs- und Beschaffungsmanagement erleben gerade turbulente Zeiten. Zu den unerwarteten Ereignissen in den Lieferketten werden 2023 neue Gesetze Dynamik ins Supply Chain Management bringen. Mit einem standardisierten Auditierungsverfahren für Lieferanten kann eine Software von Innolytics viel Arbeitslast abnehmen.‣ weiterlesen

Daten eingeben, verifizieren, vergleichen, ändern und Informationen aus unterschiedlichen Systemen zusammenführen - auch solche Aufgaben müssen erledigt werden. Aber nicht unbedingt von Menschen. Bei Routinearbeiten kann die robotergesteuerte Prozessautomatisierung helfen, Fehlerquoten manueller Arbeit zu verringern und menschliche Ressourcen freizusetzen.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt ’OpenGPT-X’ soll ein KI-Sprachmodell für Europa entstehen. Unter der Leitung der Fraunhofer-Institute für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt ein Konsortium aus zehn Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medienbranche die neue Sprach-KI.‣ weiterlesen

Die Vernetzung von Maschinen in der Produktion ist ein wichtiger Schritt zu ihrer optimalen Auslastung für die Materialbearbeitung und um eine konstant hohe Bearbeitungsqualität sicherzustellen. Die Oberflächenbearbeitungsmaschinen der Marke Peter Wolters, zugehörig zur Markenfamilie der Precision Surfacing Solution Gruppe, bieten das Potenzial, Fertigungsprozesse deutlich effizienter zu gestalten. Softwarespezialisten wie Macio unterstützen bei IIoT und den Prozessverbesserungen.‣ weiterlesen

In einem Acatech Impuls mit dem Titel ’5G in der Industrie’ zeigen die Projektbeteiligten auf, welche Maßnahmen nötig sind, um der Technologie zum Durchbruch zu verhelfen.‣ weiterlesen

SwissDrives hat eine groß dimensionierte Antriebslösung für eine komplexe Käsepflegeanlage in Österreich entwickelt. Einen Bestandteil des Automatisierungskonzepts bilden 40 Frequenzumrichter mit integrierter ProfiNet-Optionskarte von Yaskawa.‣ weiterlesen

Das Umweltbundesamt (UBA) hat seine finalen Berechnungen zum Emissionsausstoß 2020 an die Europäische Kommission übermittelt. Demnach ist der Ausstoß insgesamt zurückgegangen. UBA-Präsident Dirk Messner geht jedoch davon aus, dass der Rückgang nicht von Dauer sein wird.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige