Anzeige
Anzeige

Best Practice für Qualität und Produktion

Systemeinsatz in der Metallverpackungsindustrie

Beitrag drucken
Die fertigungsbegleitende Prüfung (SPC) dient dazu, Störungen frühzeitig zu erkennen und eine möglichst fehlerfreie Produktion zu erreichen. Die eingesetzte Software unterstützt Mitarbeiter auch bei der anschließenden, strukturierten Reklamationsbearbeitung. Bild: Blechwarenfabrik Limburg

Produktionsmanagement und Feinplanung

„Wir wollten nicht nur ein neues Qualitäts- und Produktionsmanagementsystem einführen, sondern der Fokus lag von Anfang an auf der vollen Integration vom vorhandenen PPS-System mit dem Leitstand und den weiteren MES-Modulen. Die Anbindung der Produktionslinien mittels MDE und BDE war für unser Haus ein weiterer Meilenstein. Zeitnahe, Ist-Zeit bezogene Kennzahlen wie der OEE oder die Nutzzeit bilden die Basis für weitere Effektivitätssteigerungen“, sagt Uwe Wonsack, Fertigungsleiter im Werk Limburg. Zur Unterstützung des Produktionsmanagements kommt daher das MES IBS:prisma zum Einsatz. Sämtliche Produktionsdaten lassen sich so per Software in Echtzeit erfassen und bewerten – eine wichtige Grundlage für die Optimierung des Produktionsablaufs. Die Lösung stellt zudem die Verbindung zwischen den Daten der Shopfloor-Ebene und dem im Unternehmen eingesetzten Enterprise Resource Planning-System Brain her.

Als Feinplanungstool kommt bei der Blechwarenfabrik Limburg der PSI-Leitstand zum Einsatz. Anders als im Produktionsplanungssystem (PPS) der ERP-Software erfolgt hier die Planung der tatsächlich zur Verfügung stehenden Kapazitäten, Ressourcen und Liefertermine. Leitstand und PPS sind miteinander gekoppelt: Im Planungsfall erhält der Leitstand eine Terminanfrage aus dem ERP. Die konkrete Terminierung erfolgt im MES-Leitstand und der dort ermittelte Liefertermin wird zurück an das PPS gemeldet, das wiederum einen neuen Endtermin setzt. Rückmeldungen von Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE/MDE) werden ebenfalls an den Leitstand übermittelt.

Die Erfassung und Auswertung der Ist-Daten über Zustände und Prozesse im Unternehmen wird in der Blechwarenfabrik Limburg über das MES-Modul IBS:BDE realisiert. Dazu gehören Laufzeiten, Prozessparameter, Fertigungszahlen einschließlich Gutmenge und Ausschuss sowie Stillstandszeiten und Störgründe wie Rüsten oder Maschinenfehler. Die Maschinendatenerfassung IBS:MDE der Produktionsmanagement-Software ermöglicht die Erfassung wesentlicher Daten auf Shopfloor-Ebene. Es handelt sich dabei um Maschinen- und Produktionsdaten aus der laufenden Produktion zur Überwachung von Maschinen und Anlagen. Ein Soll-/ist-Vergleich aller anfallenden Daten wird dokumentiert; der aktuelle Status der Maschinen ist jederzeit abrufbar.

IT-Unterstützung für 40 Produktionslinien

Nachdem sich die Verantwortlichen in Limburg für den Einsatz der Softwarelösung entschieden hatten, begann das Projektteam Ende 2010 mit der Einführung und Ausstattung der Werke. Die erste Installation und Produktivschaltung erfolgte mit der Maschinendatenerfassung im Produktionswerk Neustadt/Wied. Das Werk in Limburg startete mit circa drei Monaten Zeitverzug, da zunächst Unregelmäßigkeiten bei der Erfassung der Maschinendaten analysiert und behoben werden mussten. Heute sind rund 40 Linien in Limburg an das System angebunden.

Zeitnahe Abwicklung durch integrierte Prozesse

Aktuell befindet sich die Blechwarenfabrik Limburg in den letzten Zügen der Ausrollphase. Im weiteren Ausbau steht die Erweiterung auf die Module Maßnahmenmanagement, Rückverfolgung und Auditmanagement an. Schon in der derzeitigen Ausbaustufe profitiert das Werk von kürzeren Produktionszeiten, verbesserter Qualität und niedrigeren Kosten. „Die strukturierte Erfassung, Auswertung und Visualisierung der Qualitätsdaten bildet die Basis vom ‚Reagieren‘ hin zum ‚Agieren‘ und ist somit der Treiber des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses. Mit Einführung des RQMS-Moduls konnten wir alle bei einer Reklamation beteiligten Stellen integrieren. Somit ist eine zeitnahe Abwicklung gewährleistet“, sagt Patrick Schick, Qualitätsbeauftragter bei der Blechwarenfabrik Limburg. Durch einheitliche Datenhaltung, Dokumentation der Bearbeitungsschritte, Nachverfolgung von Maßnahmen und der Analyse von Ursachen ergäben sich deutliche Einsparpotentiale und zeitliche Ersparnisse. Durch die termingerechte Bearbeitung von Anfragen erhöhe sich zudem die Kundenzufriedenheit.


Das könnte Sie auch interessieren:

Zerspaner müssen sich intensiv mit hoher Variantenvielfalt, kleinen Losgrößen und langen Rüstzeiten befassen, um wettbewerbsfähig zu fertigen. MES-Software mit Advanced Planning and Scheduling-Funktionalität hilft, die Herausforderungen der Branche anzugehen.‣ weiterlesen

Weltweit steckt der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) noch in den Kinderschuhen. Die Mehrheit der Unternehmen, die KI einsetzen, experimentieren laut einer Accenture-Untersuchung in diesem Bereich noch. 12 Prozent nutzen die Technologie mit einem KI-Reifegrad, der einen starken Wettbewerbsvorteil bringt, so das Ergebnis der Studie.‣ weiterlesen

Thomas Herrguth verantwortet seit 1. Juli das Deutschlandgeschäft bei VMware. Sein Vorgänger Armin Müller konzentriert sich nun auf seine Rolle als Vice President CEMEA bei VMware.‣ weiterlesen

Bei Predictive-Quality-Anwendungen kann es sich auszahlen, nicht auf die Cloud, sondern auf Edge Computing zu setzen – vor allem dann, wenn es schnell gehen muss, erläutert Data-Science-Spezialist LeanBI.‣ weiterlesen

Der ERP-Auswahlberater Trovarit begleitete Buhmann Systeme bei seiner Software-Neuausrichtung von der Prozessanalyse bis zur Systemauswahl. Ein zentrales Element war der Anforderungskatalog mit 850 Punkten. Im Marktvergleich bot die Software AMS.ERP die höchste Abdeckung - und ihr Hersteller erhielt den Zuschlag.‣ weiterlesen

Gemeinsam wollen Siemens und Nvidia das industrielle Metaverse erschließen. Die Unternehmen wollen dafür ihre Partnerschaft ausbauen und durch die Verknüpfung von Nvidia Omniverse und Siemens Xcelerator realitätsgetreue digitale Zwillinge ermöglichen.‣ weiterlesen

Amazon Web Services hat auf dem AWS Summit in San Francisco drei Services angekündigt, die sich vor allem an produzierende Betriebe richten. Mit AWS IoT TwinMaker können Entwickler digitale Zwillinge etwa von Gebäuden, Fabriken, Industrieanlagen und Produktionslinien erstellen.‣ weiterlesen

Wachstum hatte die Personalarbeit bei Schuler Präzisionstechnik vor Herausforderungen gestellt. Die manuelle Bearbeitung von Vorgängen kostete Zeit und war umständlich. Daher wurde ein digitales Personalmanagement-System auf Basis einer Software für Enterprise Content Management (ECM) aus der Taufe gehoben.‣ weiterlesen

Die Berliner Fraunhofer Institute haben im Auftrag von German Edge Cloud und dem Innovationscluster 5G Berlin eine 5G-Infrastruktur in Betrieb genommen. Diese steht Kunden und Partnern aus Industrie und Forschung für Projekte zur Verfügung.‣ weiterlesen

PTC hat das neunte Major Release der CAD-Software Creo vorgestellt. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Boston hat in die Weiterentwicklung der Modellierungsumgebung investiert, um die Benutzerfreundlichkeit und Produktivität zu erhöhen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige