Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Besserer Überblick durch integrierte Prozesse

In vielen Unternehmen laufen das Freigabe- und das Änderungsmanagement getrennt voneinander. Ohne den vollen Überblick kommt es zu vermeidbaren Fehlern oder unnötigen Änderungen. Mit der Integration beider Prozesse ließe sich Abhilfe schaffen.

Bild: MHP

Eigentlich könnte das neue SUV-Modell demnächst in Serie gehen. Doch kurz bevor es so weit ist, werden in einem wichtigen Zielmarkt die Umweltauflagen verschärft. Um Einfuhrbeschränkungen, Absatzprobleme oder Rückrufaktionen zu vermeiden, müssen diese Vorgaben erfüllt werden – und Arbeitsschritte und Modifikationen für die nötigen Änderungen durchgeführt und dokumentiert werden, Freigaben inklusive. In den letzten Jahren ist die Zahl der Änderungen in vielen Unternehmen aber merklich gestiegen. So sind bei einem deutschen OEM mehrere Tausend Änderungsanträge pro Jahr nicht unüblich – die Prozesskosten pro Änderung liegen schnell bei 20.000 bis 50.000 Euro.

Dazu kommt es, weil die Komplexität der Produkte erheblich zugenommen hat: Ein modernes Auto besteht aus bis zu 10.000 Einzelteilen, viele Funktionen sind zudem direkt oder indirekt von Elektrik- und Elektronik-Komponenten (EE) abhängig. Außerdem setzen Unternehmen vermehrt auf Plattformstrategien und modulare Baukastensysteme. Dadurch erhöht sich der Anteil an Gleichteilen. Zuletzt können sich die Anforderungen der Abnehmer im Laufe der Produktentstehung ändern. Änderungen können daher neben Produkten auch Produktionsverfahren oder Betriebsmittel betreffen.

Getrennte Prozesse als Fehlerquelle

Beim Abarbeiten der zahlreichen Änderungsanfragen entlang zunehmend komplexer wertschöpfungsketten kommt es immer wieder vor, dass vorgegebene Änderungs- und Freigabeprozeduren nicht korrekt eingehalten oder wichtige Bereiche bei der Änderungsauswirkungsanalyse vergessen werden. Zudem laufen Änderungs- und Freigabezyklen – zum Beispiel in den oftmals unabhängig agierenden Engineering-Disziplinen Mechanik, Elektronik und Software – getrennt voneinander ab.

Auch unternehmensübergreifend sind zwischen OEM und Zulieferer Abstimmungsprobleme keine Seltenheit, hinzu kommt die steigende Systemverantwortung der Tier-1-Supplier. Werden Änderungsauswirkungen, Fehler oder Unstimmigkeiten erst bei der Serienfreigabe entdeckt, ist es sehr aufwändig, diese zu beheben. Die Zeit bis zur Markteinführung verlängert sich, die Produktentwicklungskosten steigen.

Unterscheidung zwischen Ursache und Auslöser

Vermeiden lässt sich das, wenn Freigabe- und Änderungsmanagement unternehmensintern und unternehmensübergreifend eng verzahnt werden. Die Freigabe dient der durchgängigen Kommunikation und Dokumentation der Bauzustände eines Produkts und seiner Bestandteile – von der Produktdefinition bis zur Wartung. Ein klar geregelter und als Managementaufgabe gestalteter Freigabemechanismus kann sicher stellen, dass Entwicklungsaufgaben kontrolliert und abgestuft ablaufen. So kann die Freigabe eines geänderten Bauteils zunächst nur für die virtuelle Absicherung erfolgen. Erst dann wird die Freigabe für die Kalkulation wirksam. Nach der Kostenrechnung ist die Fertigungsplanung an der Reihe. Zum Schluss wurden so alle relevanten Stellen einbezogen.

Auf diese Weise lassen sich Änderungsstände von Produkt und Bestandteilen lückenlos nachenvollziehen. Änderungen sollten zudem hinsichtlich Notwendigkeit, Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit bewertet und ungewollte Auswirkungen erkannt werden, bevor in Entwicklungsleistungen investiert wird. So lässt sich etwa vermieden, dass Kosten für Werkzeugänderungen aus dem Ruder laufen oder ein Gleichteil andernorts nicht mehr passt. Werden Freigabe- und Änderungsmanagement integriert, können Unternehmen zudem besser zwischen Änderungsursachen und -auslösern unterscheiden. Ursachen sind für eine Änderung verantwortlich, Auslöser setzen den Änderungsprozess lediglich in Gang. So können sich verschiedene Auslöser auf eine einzige Änderungsursache zurückführen lassen. Bei einem nicht-integrieren Änderungsmanagement bleibt das oft unbekannt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Maschinen in der Produktion werden zunehmend schlauer. Eine von Reichelt Elektronik in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, dass sich Predictive Maintenance in der deutschen Industrie etabliert.‣ weiterlesen

177 Ökonomen haben Ifo und FAZ im Rahmen des Ökonomenpanel zur aktuellen Corona-Wirtschaftspolitik der Bundesregierung befragt. Kurz vor der nächsten Ministerpräsidenten-Konferenz zeigt sich ein Großteil der Teilnehmer unzufrieden.‣ weiterlesen

Roland Bent hat sein Amt als CTO bei Phoenix Contact niedergelegt und sein Berufsleben beendet. Sein Nachfolger wird Frank Possel-Dölken.‣ weiterlesen

Die Vernetzung von Maschinen und Anlagen wird mehr und mehr zum Standard. Die Vernetzung mit der Unternehmens-IT und dem Internet erzeugt allerdings auch Herausforderungen – vor allem beim Thema Sicherheit.‣ weiterlesen

Kontron erweitert seine Industriehardware um die Switch-Familie KSwitch. Die Fast- und Gigabit-Ethernet-fähigen Modelle sollen über das Jahr verteilt auf den Markt kommen. Die ersten 23 Varianten bereits im ersten Quartal, teile das Unternehmen auf einer Pressekonferenz mit.‣ weiterlesen

Babtec hat bekanntgegeben, dass Peter Hönle, Dagmar Henkel und Lutz Krämer die Führungsebene des Wuppertaler Softwareherstellers erweitern. Zudem gibt es ein neues Leitbild sowie eine Stammkapitalerhöhung zu vermelden.‣ weiterlesen

Für einen besseren Austausch mit der Telekommunikationsindustrie hat der VDMA die Arbeitsgemeinschaft Wireless Communications for Machines ins Leben gerufen.‣ weiterlesen

Die Unternehmen der Automobilindustrie schätzen ihre aktuelle Lage wieder besser ein als noch Januar und auch der Ausblick auf die kommenden Monate ist laut der Ifo-Konjunkturumfrage positiver.‣ weiterlesen

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML entwickelt mit dem LoadRunner eine neue Generation fahrerloser Transportfahrzeuge. Das System kann sich dank künstlicher Intelligenz und Kommunikation über 5G im Schwarm organisieren und selbstständig Aufträge annehmen.‣ weiterlesen

Aluminiumboote sind die Arbeitspferde auf dem Wasser. Bei Polizei, Küstenwachen, Fischern und allen, die unter rauen Bedingungen aufs Meer müssen, sind Aluboote sehr beliebt, weil der Werkstoff auch harte Schläge verkraftet, ohne zu brechen wie GFK. Ophardt Maritim ist ein Spezialist für sehr schnelle Aluminiumboote im Längenbereich 9-17 Meter. Die Boote werden mit PTC Creo und Windchill konstruiert, Inneo unterstützt beim Betrieb der hocheffizienten Entwicklungsumgebung bei Ophardt.‣ weiterlesen

Im Februar gibt das IAB-Arbeitsmarktbarometer leicht optimistische Signale, der Frühindikator des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige