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Bedarfsgerechte Lieferketten für Prozessfertiger

Die Umstellung auf eine bedarfsgesteuerte Lieferkette kann Unternehmen der chemischen Industrie Vorteile bieten: Flexibilität, geringere Kosten sowie höhere Kundenzufriedenheit durch verbesserte Liefertreue. Eine Lieferketten-Organisation dieser Komplexität setzt jedoch weitreichende abteilungsübergreifende Zusammenarbeit voraus. Hier können IT-Werkzeuge für Supply Chain-Management helfen, Prozesse durch umfassende Planungs- und Controllingmethoden effizienter zu gestalten.

Bild: Aspentech Europe

Die Komplexität in der chemischen Industrie nimmt zu: Auf strategischer Ebene werden Produktportfolios umfangreicher und aufsteigende Regionen eröffnen neue Absatzmärkte. Auf operativer Ebene gehören effizientere Prozesse, Kostensenkungen, betriebliche Flexibilität und Gewinnmaximierung zum Pflichtprogramm. In einer mittelgroßen Chemieanlage werden pro Tag durchschnittlich Produkte im Wert von fünf bis zehn Millionen US-Dollar hergestellt. Die Kosten für Rohstoffe, Betriebsmittel und Energie betragen etwa 75 Prozent des Produktwerts. Die für Betriebsabläufe und Vertrieb erforderliche Lieferkette entspricht durchschnittlich 60 Tagen Produktionszeit. Hier können leicht mehrere hundert Millionen Dollar Betriebskapital gebunden sein. Entsprechend hoch ist der Druck für Hersteller in der Prozessindustrie, die Produktivität ihrer Anlagen zu maximieren. Eine optimale Produktionsplanung ist daher mit entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Dabei muss eine Vielzahl von Faktoren beachtet werden: Einschränkungen hinsichtlich Kapazitäten und Werkstoffen, Abhängigkeiten bei mehrstufigen Produktionsverfahren, die optimale Reihenfolge zur Vermeidung von Umrüstzeiten und die Planung vorbeugender Wartungsmaßnahmen. Zugleich soll der Lagerbestand minimiert werden und gewährleistet sein, dass Kundenbestellungen rechtzeitig versandbereit sind. Zudem müssen Unternehmen in der Lage sein, ihre Produktionspläne an Marktbedingungen, veränderte Nachfrage und Schwankungen bei Zulieferern anzupassen. Gleichzeitig soll eine effiziente und flexible Lieferkette möglichst schnelle Reaktionen erlauben.

Lieferkette am Bedarf ausrichten

Um diese Anforderungen innerhalb der Lieferkette abzubilden, kann sich der Blick auf bedarfsgesteuerte Supply Chain-Modelle lohnen. Diese Lieferketten-Konzepte zielen darauf ab, die profitabelste Reaktion auf Nachfragen zu gestatten. Aus der konsequenten Umsetzung entsprechender Ansätze können sich unter anderem folgende Vorteile ergeben

  • Chemieunternehmen messen Kundenzufriedenheit oder die Qualität des Kundenservices oft an der Liefertreue. Werden auf der Basis belastbarer Prognosen die Handlungsvorschläge sorgfältig umgesetzt, trägt die exaktere Planung von Prozessen und Disposition dazu bei, die Liefertreue zu verbessern.
  • Mithilfe von nachfragegesteuerten Supply Chain-Strategien können Prozessfertiger Lagerbestände optimieren. Die Bestände für Produktion und Bestandspuffer – etwa zum Erhalt der Qualität des Kundenservice – lassen sich so häufig reduzieren, ohne Engpässe zu riskieren.
  • Obwohl die Rohstoffpreise starken Marktschwankungen unterworfen sind, lassen sich an anderen Stellen in der Lieferketten-Verwaltung durch vorausschauenede Planung und Disposition Kosteneinsparungen realisieren. Zum Beispiel können Kosten für den Expressversand zur Einhaltung von Lieferterminen vermieden werden, wenn die Verfügbarkeit des Produkts für Disponenten stets sicher überprüfbar ist.
  • Eine gut strukturierte, kosteneffektive und flexible Lieferkette kann dazu beitragen, schnell und profitabel auf ungeplante Ereignisse wie neue Aufträge, Maschinenausfall, Werkstoffknappheit oder Personalmangel reagieren zu können.


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