Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Basiswissen MES

Zwischen Geschäftssystem und Automatisierung

Während die grundlegende Auftrags- und Produktionsplanung in Fertigungsbetrieben vielfach in einem führenden Geschäftssystem erfolgt, ergänzen Manufacturing-Execution-Systeme deren Funktionsspektrum um den Echtzeitblick in die Fertigung. Dabei stellen die Systeme Funktionen für die zeitnahe Rückverfolgung genauso zu Verfügung wie Instrumente für Feinplanung und Qualitätsmanagement.

Bild: Rockwell/Weihenstephan

Will man versuchen, das Aufgabenspektrum von Enterprise-Resource-Planning-Systemen (ERP) und Manufacturing-Execution-Systemen (MES) möglichst trennscharf abzubilden, ist es als erstes entscheidend, zwischen den einzelnen Software-Anwendungen und dem ISA 95-Level zu differenzieren. In der Norm werden dazu der Level 3 ‚Fertigungsbetrieb und -steuerung‘ oder ‚Manufacturing Operations and Control‘ sowie der Level 4 ‚Geschäftsplanung und Logistik‘ oder ‚Business Planning & Logistics‘ unterschieden. Vielfach wird damit auch die Unterscheidung von ERP und MES verknüpft. Doch diese Herangehensweise greift zu kurz: Schließlich bieten Anbieter von Unternehmenssoftware in ihrer Lösung genauso Funktionen für den ISA Level 3 an, wie Hersteller von MES oder Manufacturing Operations Management -Lösungen (MOM) Teilbereiche des Level 4 abdecken können.

Die Übertragungszeit macht den Unterschied

Im Wesentlichen beschäftigt sich eine ERP-Lösung zuerst mit der Kosten und Geschäftsentwicklung des Unternehmens. Somit wird die Geschäftslogik in einem sogenannten ‚Business Workflow‘ dargestellt. Im Gegensatz dazu geben in einer MES-/MOM-Lösung die Produktionsprozesse mit Ihren Abläufen den Takt an. Während im Geschäftssysystem Grundinformationenen wie Produktdefinition, Kostenstrukturen oder Unternehmensplanung geregelt sind, werden im operativ orientierten Workflow der produktionsnahen IT alle Bereiche der Produktion, Qualität, Instandhaltung sowie Produktionsrückmeldung geregelt.

Diese Informationen stammen wiederum aus der Automatisierungs- und Leitebene, beschreiben als ISA-Level 1 beziehungsweise 2. Wenn die Funktion oder Operation für Produktqualität, Regulatorien und deren gesetzlichen Anforderungen, Produktionssicherheit, Produktionsverfügbarkeit und Produktionseffektivität erforderlich ist, handelt es sich folglich um eine MES- oder MOM-Lösung. Denn hier sind schnellere Transferzeiten erforderlich und die Informationen an der operativen Ebene, also dem Produktionsauftrag beziehungsweise dem Bediener- und Maschinentakt, orientiert. Zu diesen Einsatzbereichen zählen unter anderem:

  • Bedienanweisungen und Aufforderungen, die auf einem Fertigungsworkflow basieren
  • Qualitätsprozeduren bezogen auf Aufträge und Qualitätsresultate, die zeitnah zu den Produktionsschritten vorliegen müssen
  • Beschreibung und Dokumentation von tatsächlichen Produktionsabläufen
  • Rückverfolgbarkeit und Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte eines Auftrages unter Berücksichtigung der verwendeten Anlagen, Maschinen und Assets sowie auftragsbezogener Informationsgewinnung
  • Stabilisierung von Produktionsprozessen durch die Reduzierung von Bedienerinteraktionen und ‚Inline Control‘-Prozesse
  • Analyse der Effektivität des Equipment und der Mitarbeiter bezogen auf die einzlne Schichten, Anlagen sowie produzierte Produkte
  • Errechnen eines Gesamtverbrauches und dessen Verluste pro Arbeitsschritt bezogen auf Materialien, Mitarbeiter und Prozesse
  • Trennung der operationalen und Unternehmens-IT, um Einwirkungen durch Schadsoftware im Produktionsumfeld zu vermindern


Das könnte Sie auch interessieren:

Als die Covid-19-Krise ausbrach, fehlte es vielen französischen Krankenhäusern an medizinischer Ausrüstung. Unter der Leitung eines Pariser Chirurgen wurde daraufhin eine Initiative gestartet: der 3D-Druck von medizinischem Material nach Bedarf. Für die Qualitätskontrollen wurde der Artec Space Spider 3D-Scanner eingesetzt.‣ weiterlesen

Siemens stellt das Vorstandsteam des Unternehmens zum Oktober neu auf. U.a. verabschiedet sich Digital Industries-CEO Klaus Helmrich in den Ruhestand.‣ weiterlesen

In der aktuellen Wirtschaftskrise rücken die industriellen Lieferketten in den Fokus. Dabei arbeiten die Unternehmen seit Jahren daran, mit Soft- und Hardware Transparenz und Effizienz in der Supply Chain herzustellen. Maximilian Brandl erläutert als neuer CEO des SCM-Spezialisten Salt Solutions, was das SAP Hana-Portfolio dabei leisten kann.‣ weiterlesen

Die durch Handelsstreitigkeiten und politische Verwerfungen geschwächte Weltkonjunktur wurde durch die Covid-19-Pandemie zusätzlich getroffen. Das zeigt sich auch am deutlichen Orderminus im Maschinen- und Anlagenbau.‣ weiterlesen

Die Ansätze für industrielle Instandhaltung sind mal mehr und mal weniger geeignet. Das Ziel dabei: Instandhaltungs- und Produktionspläne möglichst in Einklang zu bringen. Da kommt Adaptive Maintenance Scheduling ins Spiel.‣ weiterlesen

Aimtec hat die neue Produktgeneration Sappy4x4 auf den Markt gebracht hat. Sie ist auf SAP S/4Hana vorbereitet, soll aber weiterhin an die Anforderungen spezifischer Prozesse in Automobil- (SappyCar) oder Fertigungsunternehmen (SappyManufacturing) anpassbar bleiben.‣ weiterlesen

ERP-Projekte müssen keine Ewigkeit dauern. In nur sechs Wochen implementierte Sven Mahn IT ein Dynamics 365 von Microsoft als Minimum Viable Product bei der jungen Sanivac GmbH. Das ging nur, weil die Teams beider Firmen eng und mit agiler Methodik kooperierten.‣ weiterlesen

Mit Alexander Kläger hat SAP Deutschland seit dem 1. August einen neuen Geschäftsführer. Der 49-Jährige ist seit 2012 für den Software-Konzern tätig.‣ weiterlesen

Der Werkzeughersteller Perschmann hat die Lösung Smartblick zur Erfassung von Maschinen-Leistungsdaten auf den Markt gebracht.‣ weiterlesen

In der Associazione Liutaria Italiana haben sich Geigenbauer, Wissenschaftler und Musiker zusammengeschlossen, um historische Instrumente zu erhalten und um moderne Nachfolger zu entwickeln. Mit Siemens-Software untersuchen die Experten die Klangqualität antiker Streichinstrumente und geben Herstellern Tipps zur Verbesserung ihrer Produktion.‣ weiterlesen

Zum 30. Juni nächsten Jahres wird Finanzvorstand Harald Fuchs das Softwareunternehmen PSI verlassen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige