Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Automatisierungskonzepte mit OPC UA

Den Durchbruch vor Augen

Nach dem großen Erfolg der OPC-Technologie hat die OPC Foundation vor etwa drei Jahren die Spezifikation des Nachfolgestandards OPC Unified Architecture abgeschlossen. Damit sollen vor allem Schwachstellen beseitigt und eine deutliche Ausweitung der Einsatzszenarien erreicht werden. Seitdem wurden bereits eine Reihe industrieller Anwendungen auf der Basis des Standards realisiert. Zeit für eine Bestandsaufnahme, ob der junge Standard die Erwartungen der Industrie erfüllen kann.

Beispiel für eine OPC UA-Architektur: Der Standard erlaubt die Implementierung von Servern in Embedded-Systemen und damit die Realisierung neuer Automatisierungskonzepte.
Bild: Softing

Die klassische OPC-Technologie gibt es seit mehr als 15 Jahren. Seitdem hat sich OPC zum Industriestandard für den Austausch von Echtzeitdaten, das Überwachen von Ereignissen und den Zugriff auf historische Daten entwickelt. Der große Nutzen der Technologie liegt dabei in der einfachen problemlose Verwendung von Software-Anwendungen unterschiedlicher Hersteller innerhalb eines Gesamtsystems. Entsprechend kommt OPC heute weltweit in vielen Millionen Installationen in der Fertigungs- und Prozessindustrie, der Gebäudeautomatisierung und einer Vielzahl weiterer Branchen zum Einsatz.

Über die Zeit hat sich jedoch gezeigt, dass dem noch umfassenderen Einsatz des Standards eine Reihe von Einschränkungen entgegenstehen. Dazu zählt vor allem die enge Bindung an das Betriebssystem Windows von Microsoft und die darin enthaltene Basistechnologie ‚Distributed Component Object Model‘ (COM/DCOM). Hier erfordert insbesondere die Konfiguration des rechnerübergreifenden Einsatzes umfassendes Spezialwissen, das die Verwendung von OPC erschwert. Darüber hinaus wurden seitens der Industrie zahlreiche weitere Anforderungen an die Technologie gestellt, darunter die Unterstützung von Sicherheitsvorkehrungen, den Schutz vor Datenverlust, die Möglichkeit von Redundanzfestlegungen oder die Unterstützung komplexer Datentypen.

Als Antwort darauf hat die OPC Foundation mit OPC Unified Architecture (OPC UA) vor etwa drei Jahren eine komplett überarbeitete und erweiterte Version des Standards verabschiedet, welche Schwachstellen der klassischen OPC-Technologie beseitigt und den Standard um wesentliche Eigenschaften, wie Plattformunabhängigkeit, Skalierbarkeit, Hochverfügbarkeit oder Internetfähigkeit erweitert. Damit lassen sich nun neue, kostensparende Automatisierungskonzepte realisieren.

Wiederholung einer Erfolgsgeschichte

Viele Hersteller haben in den vergangenen Jahren Produkte auf der Basis der klassischen OPC-Technologie entwickelt, die bis heute bei Endkunden erfolgreich zum Einsatz kommen. Deshalb besteht hier eine gewisse Hemmschwelle für neue Investitionen. Gleichzeitig ist der Wettbewerbsdruck noch gering, da OPC-Produkte bislang noch nicht flächendeckend mit OPC UA-Unterstützung angeboten werden. Dem gegenüber steht die Zahl von mittlerweile rund 200 Unternehmen, die früh das Thema OPC Unified Architecture vorangetrieben haben und bereits entsprechende Produkte anbieten oder in Kürze auf den Markt bringen.

Darüber hinaus arbeiten auch viele große Anbieter von Automatisierungslösungen an einer OPC UA-Implementierung. Typischerweise benötigen diese Firmen länger für die Markteinführung neuer Produkte und sind mit Vorankündigungen recht zurückhaltend. Mit der Verfügbarkeit dieser Produkte steht aber eine zusätzliche Unterstützung der OPC UA-Technologie zu erwarten. Die Wiederholung des Erfolgs der klassischen OPC-Technologie für OPC UA ist daher lediglich eine Frage der Zeit. Als Katalysator für diese Entwicklung wird dabei auch die Standardisierung der International Electrotechnical Commission (IEC) wirken, die in Kürze abgeschlossen sein wird. Damit ist OPC UA nicht mehr nur ein Industriestandard, sondern eine offizielle IEC-Norm.


Das könnte Sie auch interessieren:

Seit 1. Juli ist die Desys Gruppe Teil des PLM- und Engineering Spezialisten Technia. Das Unternehmen will mit dem Zusammenschluss seine Rolle als globaler Partner von Dassault Systèmes unterstreichen, heißt es in der Pressemeldung.‣ weiterlesen

Die Anlagen des Sondermaschinenbauers Albert & Hummel werden komplexer, sollen aber gleichzeitig möglichst schnell geliefert werden. Um diesen Zielkonflikt aufzulösen, orchestriert der Hersteller das Zusammenspiel von Mechanik und Software mit der Anwendung iPhysics zur virtuellen Inbetriebnahme.‣ weiterlesen

Version 9 des ERP-Systems Proalpha ist auf dem Markt. Das Release soll als Wegmarke des Software-Herstellers zum Anbieter einer Technologieplattform gelten, die künftig die Lösungen anderer Softwarefirmen der Unternehmensgruppe verknüpft. ‣ weiterlesen

Um der steigenden Nachfrage nach Kunststoff-Hybrid-Bauteilen gewachsen zu sein, setzt der Automobilzulieferer KE seit September 2021 auf eine verkettete Anlage mit zwei Spritzgießmaschinen und sechs Robotern. Dadurch ist es gelungen, den Output signifikant zu steigern.‣ weiterlesen

Zerspaner müssen sich intensiv mit hoher Variantenvielfalt, kleinen Losgrößen und langen Rüstzeiten befassen, um wettbewerbsfähig zu fertigen. MES-Software mit Advanced Planning and Scheduling-Funktionalität hilft, die Herausforderungen der Branche anzugehen.‣ weiterlesen

Weltweit steckt der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) noch in den Kinderschuhen. Die Mehrheit der Unternehmen, die KI einsetzen, experimentieren laut einer Accenture-Untersuchung in diesem Bereich noch. 12 Prozent nutzen die Technologie mit einem KI-Reifegrad, der einen starken Wettbewerbsvorteil bringt, so das Ergebnis der Studie.‣ weiterlesen

Thomas Herrguth verantwortet seit 1. Juli das Deutschlandgeschäft bei VMware. Sein Vorgänger Armin Müller konzentriert sich nun auf seine Rolle als Vice President CEMEA bei VMware.‣ weiterlesen

Bei Predictive-Quality-Anwendungen kann es sich auszahlen, nicht auf die Cloud, sondern auf Edge Computing zu setzen – vor allem dann, wenn es schnell gehen muss, erläutert Data-Science-Spezialist LeanBI.‣ weiterlesen

Der ERP-Auswahlberater Trovarit begleitete Buhmann Systeme bei seiner Software-Neuausrichtung von der Prozessanalyse bis zur Systemauswahl. Ein zentrales Element war der Anforderungskatalog mit 850 Punkten. Im Marktvergleich bot die Software AMS.ERP die höchste Abdeckung - und ihr Hersteller erhielt den Zuschlag.‣ weiterlesen

Gemeinsam wollen Siemens und Nvidia das industrielle Metaverse erschließen. Die Unternehmen wollen dafür ihre Partnerschaft ausbauen und durch die Verknüpfung von Nvidia Omniverse und Siemens Xcelerator realitätsgetreue digitale Zwillinge ermöglichen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige