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Automatisierung

Robotergespann auf engstem Raum

Der Zulieferer Borscheid + Wenig fertigt Kunststoffkomponenten für die Automobil-Industrie. In dem neuen Werk in Gersthofen arbeiten Industrieroboter schnell und präzise zusammen und benötigen dafür nicht viel Platz.



Zwei KUKA Roboter teilen sich den Arbeitsraum in der kompakten Spritzgusszelle.
Bild: Kuka Roboter GmbH

Die Diedorfer Borscheid + Wenig GmbH hat sich seit mehr als 50 Jahren der Fertigung von Kunststoffkomponenten verschrieben. Als international operierender Industriebetrieb im Zuliefererbereich bietet das Unternehmen ein weitreichendes Angebot von der Fertigung einzelner Komponenten bis hin zur Baugruppe. Dabei bedient der Kunststoffverarbeiter vor allem Unternehmen aus der Automobilindustrie. Vor zwei Jahren hat das Unternehmen ein weiteres Werk in Gersthofen eröffnet. Für einen deutschen Automobilhersteller werden dort unter anderem an einer Demag-Spritzgußmaschine Abdeckungen für den Motorraum gefertigt. „Dabei haben wir nach einer Lösung gesucht, die sowohl die Entnahme aus der Spritzgußmaschine als auch die Umlage in die Kavität und die Montagevorrichtung so präzise und wiederholgenau wie möglich umsetzt“, erklärt der Geschäftsführer der Borscheid + Wenig GmbH, Carlo Wenig. Um diese verschiedenen Arbeitsschritte in einer Anlage zu automatisieren, kam nur der Einsatz eines Industrieroboters infrage. Doch nicht nur dort: Auch die anschließende Montage von Clips in das Bauteil erfolgt in derselben Zelle vollautomatisch mithilfe eines Kuka-Roboters. Die kompakte Zelle wurde von der SAR Group, einem zertifizierten Kuka-Systempartner, entwickelt und umgesetzt.

Zunächst entnimmt ein Kuka KR60 L30-4 KS Roboter die halbfertigen Teile aus der Spritzgussmaschine. Die Hartteile werden in eine weitere Kavität umgelegt und die umgespritzten Halbfertigteile aus der Form entnommen. Anschließend werden die Angüsse entfernt und der Roboter legt das Bauteil in eine Montagevorrichtung. Hier übernimmt der zweite Roboter, ein Kleinroboter aus der KR Agilus-Serie. Der kleine Sechsachser vom Typ KR10 R900 Sixx ist platzsparend im unteren Bereich der sehr kompakten Zelle positioniert und greift von unten auf die Montagevorrichtung zu. Er prüft zunächst die letzte Füllstelle der Halbfertigteile mittels einer Kamera des Herstellers Cognex. Mithilfe einer Greiferzange entnimmt er anschließend die zu montierenden Clips und setzt sie in das Halbfertigteil ein. Dabei erfolgt die Prüfung der Clip-Position ebenfalls mithilfe der angebrachten Kamera. An dieser Stelle übernimmt der KR60 wieder. Er nimmt die montierten Fertigteile von der Montagevorrichtung und legt sie auf einem Förderband ab, das die fertigen Teile abtransportiert.



Der Roboter KR60 L30-4 KS entnimmt Kunststoffteile. Bild: Kuka Roboter GmbH

Mehre Maschinen auf engem Raum

Die beiden Industrieroboter ergänzen sich in der kompakten Zelle bei Borscheid + Wenig. Der KR60 mit seiner Traglast von 30 Kilogramm kommt mit großer Reichweite und ist flexibel einzusetzen. Er erschließt den Arbeitsbereich von oben kommend nach unten und braucht aufgrund seiner Bauhöhe wenig Raum nach oben. Mit seinem Eigengewicht agiert der Konsolroboter dynamisch und erlaubt kurze Zykluszeiten. Der Schwerpunkt bei dem KR Agilus liegt auf der Präzision und Geschwindigkeit. Er hat eine Traglast von zehn Kilogramm und 900 Millimeter Reichweite. Und das innerhalb kürzester Zeit. Die Einheit ist darauf ausgelegt, auch kleine Bauteile schnell und genau auf einem Bauteil zu platzieren. Zudem ist das kompakte System aus Roboter und zugehöriger Steuerung KR C4 auf kleinem Raum einsatzfähig. Die Anlage fertigt täglich im Drei-Schicht-Betrieb 2.000 bis 2.500 Bauteile in drei Varianten. Durch die Arbeitsteilung der beiden eingesetzten Roboter verzeichnet Borscheid + Wenig weniger Stillstandzeiten. Aufträge können somit schneller durchlaufen. Nicht zuletzt konnten Produktivität und Qualität so signifikant gesteigert werden.


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