Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Automatische Fertigungsdisposition

Adaptive Feinplanung

Systeme für Advanced Planning & Scheduling setzt die fertigende Industrie zur simultanen Planung von Material, Maschinen, Personal und Werkzeugen sowie zur Berechnung von Produktionsstartterminen ein. Die Läpple Blechteileverarbeitung führte in einem aufwändigen Projekt eine Software für die adaptive Regelung von Prozessen ein, um die Funktionen herkömmlicher Feinplanungslösungen zu erweitern.

Bild: Läpple

Karosserie- und Umformtechnik sind das Kerngeschäft der Heilbronner Läpple-Gruppe. In Heilbronn und im bayerischen Teublitz formt Läpple Bleche als Einzelteile oder stellt Komponenten für komplette Karosseriesysteme von PKW oder Nutzfahrzeugen her. Die zum Konzern gehörenden Unternehmen der Fibro-Gruppe befassen sich mit der Entwicklung und Fertigung von Rundtischen und Normalien. Das dritte Standbein, die Fibro Läpple Technology (FLT), bündelt die Anlagenbauaktivitäten der Gruppe. Anfang 2010 fasste der Automobilzulieferer, bei dem Ressourcen und Termine eine entscheidende Rolle für den Wertschöpfungsprozess spielen, den Entschluss, mit modernen IT-Lösungen den Weg für schnelle Reaktionen auf kommende Marktentwicklungen zu ebnen. Klaus Mazurek, Leiter Corporate IT und CIO, erläutert: „Wir müssen uns früh so aufstellen, dass wir nach der Krise in der Lage sind, vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen und flexibel auf alle Anforderungen des Markts zu reagieren.“ Gemeinsam mit dem Softwarepartner des Konzerns, der Berliner Psipenta Software Systems GmbH, hob das Unternehmen nach zahlreichen Analysen und Modellentwürfen im Mai 2010 das Projekt ‚Hattrick‘ aus der Taufe.

Ein Hattrick soll’s richten

„Der Name sollte ausdrücken, dass wir in drei Schritten drei Erfolge in drei Abteilungen erzielen wollten. Außerdem war unser Zeitplan sehr sportlich“, erläutert Mazurek. In drei Abschnitten zu je drei Monaten sollten Liquidität, Liefertreue und Lagerbestände in Disposition, Einkauf und Produktion optimiert werden. So begann der erste Abschnitt mit einer Potenzialanalyse auf der Basis der Zahlen aus dem Jahr 2009. Dazu musste der Software-Anbieter auf das Unternehmen zugeschnittene, kybernetische Modelle entwickeln. Eine Simulationssoftware demonstrierte dann, wie sich das IT-System bei verschiedenen Abläufen verhält. Eine Pilotanwendung, die für einige Artikelnummern eingerichtet wurde, wies anschließend die mögliche Ergebnisrealisierung für verschiedene Rechenmodelle nach.

Ein klassisches Problem

Das Ergebnis der ersten Phase bestand damit in mathematischen Modellen, um die Abläufe im Unternehmen zu modifizieren und bei internen oder externen Störungen anzupassen. Dabei gilt es beispielsweise beim Blick auf die Produktionsliquidität vom Einkauf bis zum Versand anzustreben, dass genau so viel Material hereinkommt, wie nach abgeschlossener Produktion hinausgeht. Liegen beträchtliche Materialmengen in den Lägern, bindet das Kapital und kostet Geld. Die Herausforderung liegt also in der Synchronisation des Zu- und Abflusses von Material. Dabei befinden sich aber viele Parameter im Spiel, etwa Wiederbeschaffungszeiten, Bestell-Losgrößen, optimale Fertigungslosgrößen, Rüstzeiten und viele Faktoren mehr. Synchronisation bezeichnet also Aufgabenstellung und Lösungsansatz zugleich.

Die beteiligten Parameter oder ‚Hebel‘ müssen laufend angepasst werden, denn sie ändern sich ständig, auch kurzfristig. So verändern sich etwa Wiederbeschaffungszeiten abhängig von der Kapazität der Lieferanten, den Bestellzyklen oder der Konjunktur. Diese Daten lassen sich nur schwerlich pflegen, denn die aufgezeichnete Parameter sind spätestens nach zwei Jahren schlichtweg nicht mehr zutreffend und als Planungsgrundlage ungeeignet. Um diese Prozesse zuverlässig zu regeln, bedarf es mathematischer Modelle. Zudem müssen mathematische Regulationsplattformen kontrollieren, ob geplante Entwicklungen wie berechnet eintreten. So muss etwa bei Störungen ein Regler das System automatisch so adaptieren, dass Zu- und Abfluss sich entsprechen. „Eigentlich ein klassisches SCM-Problem“, sagt Mazurek.


Das könnte Sie auch interessieren:

Knapp die Hälfte der im Rahmen einer von Hewlett Packard Enterprise in Auftrag gegebenen Studie befragten Firmen in Deutschland hat die eigene Cloud-Nutzung seit Beginn der Corona-Krise ausgebaut.‣ weiterlesen

Ohne Digitalisierung und Automation kann kein Fertigungsunternehmen langfristig bestehen, ist Marco Bauer, Geschäftsführer der BAM GmbH, überzeugt. Er setzt daher auf eine digitale automatisierte Prozesskette von Onlineshop bis zu den Fertigungszellen. Zentrales Element ist die automatisierte CAM-Programmierung mit Hypermill.‣ weiterlesen

Google Cloud und Siemens wollen im Rahmen einer Partnerschaft und unter Einsatz von KI-Technologien Fertigungsprozesse verbessern.‣ weiterlesen

Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sinken in der aktuellen Umfrage vom April 2021 um 5,9 Punkte und liegen damit bei 70,7 Punkten. Dies ist der erste Rückgang seit November 2020. Laut ZEW liegen die Erwartungen nach wie vor auf einem sehr hohen Niveau.‣ weiterlesen

Drei Viertel der Entscheider in deutschen Industrieunternehmen sehen ihren Markt im Prozess der digitalen Transformation. Die Hälfte der Unternehmen setzt dabei bereits auf den Einsatz von Industrial IoT-Technologien. Zu diesen Ergebnissen kommt eines Studie des IIoT-Spezialisten Relayr, die unter 200 Entscheidern aus der Fertigungsindustrie in Deutschland im Sommer 2020 vom Marktforschungsunternehmen Forsa durchgeführt wurde.‣ weiterlesen

Damit die anspruchsvollen Maschinen von Heidelberger Druckmaschinen nicht ungeplant ausfallen, bietet das Unternehmen die Software Maintenance Manager zur vorausschauenden Wartung an. Jetzt hat Tochterunternehmen Docufy das Tool hinter der Lösung als White-Label-Angebot auf den Markt gebracht.‣ weiterlesen

Im Rahmen einer Partnerschaft wollen T-Systems und GFT gemeinsame Lösungen für die Fertigungsindustrie anbieten, mit denen Fehler in der Produktion schneller erkannt werden können.‣ weiterlesen

John Abel wechselt von Veritas zu Extreme Networks, wo er künftig die Position des CIOs wahrnehmen wird.‣ weiterlesen

Nach fünf Messetagen ging am Freitag die Hannover Messe zu Ende. Insgesamt 90.000 Teilnehmer haben sich für die digitale Edition der Industrieschau registriert. Auch ohne Präsenzveranstaltung zog die Deutsche Messe ein positives Fazit. Ein Ersatz sei die digitale Messe jedoch nicht, so Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. Die nächste Messe soll als Hybridveranstaltung teilnehmen.‣ weiterlesen

Produzierende Unternehmen brauchen Transparenz über Zusammenhänge, über Kosten und Erträge und die Prozessqualität. Business Intelligence ist die Antwort der Softwareanbieter für dieses Problem. Für SAP S/4Hana-Anwender könnte dafür insbesondere die SAP Analytics Cloud interessant sein.‣ weiterlesen

Seit gut eineinhalb Jahren betreibt Simus Systems eine Online-Plattform, auf der Auftraggeber und Auftragnehmer die Metallbearbeitung von Bauteilen kalkulieren - und das Interesse am Tool ist rege. Anwender laden ihr CAD-Modell hoch und erhalten eine valide Vorkalkulation des geplanten Bauteils.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige