Anzeige
Beitrag drucken

Ausgelagerter Etikettierbetrieb

Kennzeichnungsvielfalt an der Drucklinie

Beim Export von Milchprodukten gilt es, Kennzeichnungsvorgaben genau einzuhalten. Denn fehlerhafte Etiketten führen zu teuren Reklamationen. Um Folgekosten infolge von Druckfehlern zu reduzieren, entschloss sich der Nahrungsmittelhersteller Friesland Campina, den Betrieb der Drucklinien auszulagern.

Bild: GOD BM

Mit seinen Molkereiprodukten deckt Friesland Campina den Bedarf von Menschen aus zahlreichen Kulturen: Mit rund 19.000 Mitarbeitern und über 100 Produktionsstätten und Verkaufsniederlassungen in über 25 Ländern erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als neun Milliarden Euro. Das Sortiment des Konzerns Royal Friesland Campina N.V. umfasst unter anderem Trinkmilch, Milch in Pulver- und konzentrierter Form, Joghurts, Desserts, Baby- und Kindernahrung, Käse, Butter, Fruchtgetränke sowie Ingredienzen. Die Friesland Campina Germany GmbH mit Sitz in Heilbronn und Standorten in Gütersloh, Köln und Schefflenz beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiter. Neben landesweit erhältlichen Marken stellen die Standorte auch Molkereiprodukte für internationale Märkte her, die unter landesspezifischen Marken verpackt und an die europäischen Töchter des Konzerns geliefert werden. Bei Geschäften mit Großkunden und deren Logistikpartnern kommt es auch darauf an, dass spezifische Forderungen an Produktionsstandards sowie Produkt- und Gebindekennzeichnung umgesetzt werden.

So stellen etwa die Logistikdienstleister der britischen Supermarktkette Tesco besondere Anforderungen an die Kennzeichnung der Kartonverpackung. Ronan Murphy, Export Manager bei Friesland Campina in Heilbronn, schildert die Probleme der europäischen Abnehmer: „Hintergrund ist der hohe Automatisierungsgrad des Materialflusses bei den Kunden und ihren Logistikdienstleistern. Von der Anlieferung im Wareneingang bis hin zur Befüllung der Verkaufsregale wird uneingeschränkte Verfolgbarkeit und hundertprozentige Identifizierbarkeit gefordert.“ Anders als in Deutschland müsse jede Transportsteige mit Angaben zu Produkt, Produktionstag und Mindesthaltbarkeitsdatum gekennzeichnet sein. Daraus resultieren präzise Anforderungen, welche Daten in welcher Größe und Anordnung bei der Kennzeichnung aufgebracht werden müssen.

Steigende Folgekosten durch Etiketten-Fehldruck

Das zeigt auch das Beispiel der 48er-Steigen mit ‚Low Fat Yoghurts‘ für die britische Handelskette: Bei jeder Produktänderung oder auch im Fehlerfall ist es erforderlich, den Inhalt der Klarschriftangaben, deren Formulierung, Anordnung und Größe, sowie den Barcode für das Transportverpackungsetikett zwischen der Produktion in Heilbronn und den Verantwortlichen in Großbritannien abzustimmen. Dieser Aufwand führte oft zu Problemen, weil Zuständigkeiten nicht verbindlich festgelegt waren oder aus Zeitdruck Abstimmungsschritte übersprungen wurden. Das Ergebnis war eine hohe Bandbreite an Layouts, die nicht immer zu optimalen Etiketten führte. Ein weiteres Problem war die hohe Anzahl zu druckender Etiketten. Allein an den drei Abfülllinien, die pro Woche mehr als vier Millionen Desserts für den britischen Abnehmer produzieren, werden täglich rund 15.000 Labels für Steigen benötigt. Dabei kam es immer wieder vor, dass aufgrund von zeitweisen Druck- oder Transportproblemen fehlerhafte oder kaum lesbare Etiketten erzeugt wurden.

„Da fehlerhaft gekennzeichnete Steigen manuell behandelt werden müssen, entstanden Kosten, die die Logistikpartner dann schließlich wieder uns belasteten“, erinnert sich Murphy. Diese unnötigen Kosten zu vermeiden gab den Anlass für Gespräche mit dem Systemhaus GOD Barcode Marketing mbH. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur bei Hard- und Software für die Drucksysteme Verbesserungen möglich waren, sondern auch im Handling der Etikettenproduktion. „Während der Austausch der Druckwerke und der Steuerungssoftware außer Frage stand, offenbarten sich die Verbesserungsmöglichkeiten des Drucklayout-Handlings und die Eliminierung weiterer Fehlerquellen erst nach eingehender Analyse“, schildert Stefan Karp, Geschäftsführer der GOD BM. Schließlich entschied der Nahrungsmittel-Hersteller die Einführung einer Komplettlösung, die Outsourcing der Etikettenverwaltung einschließlich der Drucklayouts und einen Wartungsvertrag inklusive Verbrauchs- und Servicematerialien umfasst.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wuchsen die Exporte der deutschen Wirtschaft im Oktober um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Importe nahmen hingegen ab.‣ weiterlesen

Nicht der Mensch bezahlt an der Kasse, sondern das Auto direkt an der Ladesäule. In einer Ökonomie der Dinge könnte dies Wirklichkeit werden. Genau daran forscht Bosch gemeinsam mit der TU Darmstadt.

 

‣ weiterlesen

Nach einer kurzfristigen Entspannung im September liegt der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau im Oktober elf Prozent unter dem Vorjahreswert.‣ weiterlesen

Ein wesentliches Ziel der Fertigungsplanung ist die optimale Auslastung der Produktion. Mit Algorithmen zum Reinforcement Learning lassen sich hervorragende Planungsergebnisse erzielen.‣ weiterlesen

Wartung vorrauschauend und planbar machen, dieses Ziel verfolgt Igus mit seinen Smart-Plastics-Lösungen. Intelligente Sensoren messen so beispielsweise den Verschleiß von Energieketten, Leitungen, Rundtischlagern oder Linearführungen. Mit dem neuen Kommunikationsmodul Icom.plus kann der Kunde jetzt entscheiden, in welcher Form er die gewonnen Daten der Sensoren einbinden möchte. Von einer Offline-Version für restriktive Umgebungen bis hin zur Anbindung der Werte an den Igus-Server, zur automatischen Ersatzteilbestellung, ist es dem Anwender frei möglich seine Daten zu integrieren und auszulesen.‣ weiterlesen

Im Maschinen- und Anlagenbau sind laut der aktuellen Ingenieurerhebung des VDMA 199.800 Ingenieure beschäftigt – Rekordniveau, wie der Branchenverband mitteilt. Dennoch haben die Unternehmen Schwierigkeiten entsprechende Stellen zu besetzen.‣ weiterlesen

Bei der Alfred Härer GmbH aus Lorch weiß das eingesetzte Manufacturing Execution System am besten, wie die Maschinen optimal belegt werden und reduziert die Liegezeiten auf ein Bruchteil. Für die Firma heißt das: Mehr Projekte und mehr Umsatz.‣ weiterlesen

Ab dem nächsten Frühjahr sollen die Arbeiten am InformatiKOM auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie beginnen. Auf 10.000m² entstehen zwei Gebäude, in denen unterschiedliche Disziplinen zusammengebracht werden sollen.‣ weiterlesen

Die große Mehrheit der im Rahmen einer IFS-Studie befragten Unternehmen plant, in KI-Technologien zu investieren. Davon erhoffen sie sich an erster Stelle Produktivitätssteigerungen der Belegschaft.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige