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Aufgaben und Materialversorgung steuern

Planungsprozesse im Maschinen- und Anlagenbau benötigen Überblick. Zu den Kernanforderungen an branchenspezifische Unternehmenssysteme zählt daher, den strukturierten Blick auf Material und Aufträge zu unterstützen. Eine grafische Strukturanzeige kann dabei die Aufgaben- und Materialplanung eines Projekts übersichtlich darstellen und einen Ansatzpunkt bieten, um direkt aus den Diagrammen heraus ein- und umzuplanen. Denn die zuverlässige Steuerung von Projektanlage und Auslieferung spielt insbesondere bei größeren Anlagenprojekten eine wichtige Rolle.



Bild: Oxaion AG / Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co.

Größere Projekte im Maschinen- und Anlagenbau sind oft sehr umfangreich und umfassen nicht selten einige hundert Materialpositionen. Teile müssen rechtzeitig beschafft, Komponenten produziert oder Geräte in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig sind sehr viele Aufgaben zu planen, beispielsweise Termine zu Abstimmungszwecken oder Abnahmen. Um Maschinenbauer bei diesen Aufgaben zu unterstützen, bietet beispielsweise die Oxaion AG künftig eine grafischen Projektstrukturanzeige mit Gantt-Diagrammen an. Das System dient der Aufgaben- und Materialplanung von Projekten und zeigt auf, was wann erledigt werden muss.

Die Diagramme können vom Anwender frei gestaltet werden, so dass sie etwa Produktions- und Einkaufsteile sowie Aufgaben in jeweils derselben Farbe darstellen. Über auswählbare Symbole lässt sich außerdem der aktuelle Status von Vorgängen und Aufgaben abbilden. Durch die Integration der Diagramme in das Projektmanagement des Anbieters zeigen diese bei jedem Aufruf den aktuellen Datenstand aus dem Projekt an. Gibt es beispielsweise eine Verzögerung bei der Materialbeschaffung, kann der Projektleiter die Auswirkungen auf andere Termine und Aufgaben prüfen und gezielt reagieren. Umplanungen lassen sich dann direkt aus der grafischen Oberfläche heraus vornehmen. Bei Bedarf gelangt der Anwender unmittelbar zur entsprechenden Projektposition und kann dort die nötigen Änderungen umsetzen.

System weist Anwender auf Problemfälle hin

Daneben hat der Ettlinger Anbieter von Enterprise Resource Planning-Systemen (ERP) eine automatische Prüfung von Auslieferungsprozessen eingebaut. Das System kontrolliert Auslieferungen, bevor diese an das Lager beziehungsweise den Versand übermittelt werden. Anwender werden auch bei der Neuanlage von Projektdaten unterstützt: Erstellt ein Anwender ein neues Projekt im System, wird es vorab mit zahlreichen Basisdaten befüllt.

Informationen, die in den Projekten identisch sind – beispielsweise Zuständigkeiten oder Lagerorte – müssen so nicht jedes Mal neu eingegeben werden. Daneben lassen sich Leistungsdaten für Abschlagszahlungen über das System direkt aus dem Projekt heraus generieren. Bei der Projektpflegekönnen bestimmte Meilensteine für eine spätere Fakturierung vordefiniert werden, die sich dann beim Erzeugen der Rechnung übernehmen lassen. Um das Stornieren von gebuchten Rechnungen aus dem Projektmanagement zu erleichtern, gibt es die Möglichkeit einer kompletten Rückabwicklung des Buchungsvorgangs. Die Daten der ursprünglichen Rechnung bleiben dabei erhalten. So müssen nur noch die nötigen Korrekturen vorgenommen werden, wie etwa die Eingabe einer neuen Rechnungsadresse.

Projektplanung für Mischanlagen

Ein Beispiel dafür, wie das Projektmanagement per Software funktionieren kann, liefert die Maschinenfabrik Gustav Eirich GmbH & Co. aus Hardheim. Der Maschinen- und Anlagenbau nutzt die Lösung Oxaion-PRM als ‚Roten EDV-Faden‘ für seine Fertigungsprojekte. Schon bei der Systemauswahl legte der Maschinenbauer besonderes Augenmerk auf ein leistungsfähiges Projektmanagement – welches die ERP-Komplettlösung bereits als durchgängig integriertes PRM-Modul enthält. Die Software unterstützt den Anlagenbauer bei der Steuerung und Kontrolle sämtlicher Projektschritte und liefert die Grundlage für eine mitlaufende Kostenkalkulation. „Damit die Daten des PRM-Moduls immer auf dem aktuellen Stand sind, fließen Informationen aus anderen ERP-Modulen in Echtzeit ein. Hier zeigt der integrierte Ansatz seine ganze Stärke“ erläutert Uwe Kutschenreiter, Vorstand der Oxaion AG.

Strukturplan sorgt für besseren Überblick

Rund 250 Maschinen und Anlagen zur Aufbereitung von Rohstoffen fertigt Eirich jährlich. Die Schwerpunkte liegen beim Mischen, Granulieren, Trocknen und Feinmahlen. Alle Maschinen und Komponenten werden individuell nach Kundenanforderung konstruiert und hergestellt. Das integrierte Projektmanagement dient dabei als zentrales Informationssystem. Die Projektbeteiligtenkontrollieren und steuern mit der Software sämtliche Schritte an ihren PC-Arbeitsplätzen.

Für eine übersichtliche Darstellung sorgen Projektkopf und Projektstrukturplan: Der Kopf enthält alle Übersichtsdaten zu einem Projekt, der Plan bildet die Projektstruktur mit Aufgaben und technischer Realisierung in Form eines hierarchischen Strukturbaums ab. Das System wird dabei vom Vertrieb bis zum After Sales Service genutzt. Wichtig ist für den Planer im Anlagen- und Sondermaschinenbau zudem die integrierte Angebotsverfolgung. Damit kann der Vertrieb die Angebote übersichtlich verwalten und deren Status jederzeit transparent verfolgen.

Für besseren Überblick werden zudem im ebenfalls integrierten Auftragsstücklistenarchiv sämtliche Bauteile, die zu einer Maschine gehören, archiviert. Die Daten gelangen größtenteils aus den Stammstücklisten und Fertigungsauftragsstücklisten in die Datenablage. Das Stücklistenarchiv ist jedoch nicht nur für die Projektplanung wichtig, sondern auch für den Kundenservice von Eirich. Über das System lässt sich der Teiletausch bei Reparaturen oder Umbauten nachvollziehbar dokumentieren: Schnell ist ermittelt, wann welche Bauteile ausgetauscht oder ergänzt worden sind.

Per Software vom Angebot bis zur Projektierung

Projekte eröffnet Eirich bereits in der Angebotsphase. Der Vertrieb legt ein Projekt im ERP-System an, hält das Angebot fest, erfasst die Kundendaten und nimmt die Grobeinteilung für den Strukturbaum vor – beispielsweise durch Unterteilung in die Hauptgruppen ‚Maschine‘, ‚Waage‘, ‚Steuerung‘ und ‚Zuliefererteil‘. Diese Daten werden im weiteren Verlauf des Projekts von den Beteiligten ergänzt. So knüpfen beispielsweise die Auftragsabwickler direkt an diese Vorarbeit an. Sie sorgen für die Weiterverzweigung des Strukturbaums um zusätzliche Ebenen, von den Hauptkomponenten wie Mischer oder Förderschnecken bis zum Einzelteil. Hinter den Hauptkomponenten liegen die Stücklisten. Damit lassen sich sämtliche Teile bis hinunter zur einzelnen Schraube nachvollziehen. Ist die Maschine oder Anlage beim Kunden montiert, werden alle Projekte samt Auftragsstücklisten in ein Auftragsarchiv gespiegelt. Damit stehen dem Service von Eirich die Informationen erneut im PRM-Modul zur Verfügung, die er für die Nachbetreuung und das Ersatzteilgeschäft benötigt.


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