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Auf dem Weg zur nächsten Software-Generation

Geschäftssysteme gehören seit Jahren zu den Standardwerkzeugen von Industrieunternehmen. Fast alle Betriebe setzen derartige Lösungen ein, viele schon in der zweiten oder dritten Systemgeneration. Die typische Nutzungsdauer beträgt dabei zwischen zehn und fünfzehn Jahren, so dass sich nach dieser Zeit immer wieder die Frage nach einer neuen Lösung stellt. Für Unternehmen lohnt sich daher der regelmäßige Blick auf aktuelle Trends, die sich in der Entwicklung der Softwarewerkzeuge abzeichnen.

Bild: Fotolia – Petya Petrova

Seit den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts finden IT-unterstützte Unternehmenssoftwarelösungen breite Anwendung in Industrieunternehmen. Zunächst stehen diese Lösungen lokal auf proprietären Hostsystemen mit zentraler Datenhaltung und -verarbeitung zur Verfügung. Als ‚Frontends‘ kommen Bildschirme zur Anzeige von ASCII-Zeichen zum Einsatz, der Anwender gibt über einfache Eingabeformulare Daten in Dateisysteme oder später auch Datenbanken ein, um die Informationen dann zu verarbeiten und weiter zu nutzen. Die einzelnen Aufgabenbereiche sind zunächst nicht vernetzt, so dass Finanzbuchhaltungssysteme, Warenwirtschaftssysteme und Produktionsplanungssysteme isoliert voneinander zur Anwendung kommen. Der Transfer der Information zwischen den Anwendungen wird durch manuelle Eingaben der Anwender organisiert.

Ein erster großer Entwicklungsschritt ergab sich durch den Erfolg multitaskingfähiger Windows-Technologie und kurz darauf der erfolgreichen Einführung von Client-Server-Architekturen, zusammen mit dem Siegeszug relationaler Datenbanksysteme. Nun wurde es möglich, die Datenhaltung in der relationalen Datenbank auf dem Server und die Informationsverarbeitung auf dem lokalen Client voneinander zu trennen. Am Arbeitsplatz ermöglichten leistungsfähigere Rechner die parallele Bearbeitung mehrerer Vorgänge auf dem gleichen Frontend. Die ehedem voneinander unabhängigen Softwarelösungen für Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft und Produktion wurden auf nun leistungsfähigeren Datenbanken zusammengeführt und logisch miteinander vernetzt. Auf dieser Grundlage entstanden funktional immer mächtigere, hoch integrierte betriebswirtschaftliche Lösungen, die ihr Portfolio mit einer großen Anzahl weiterer Module wie Customer Relationship Management, Supply Chain Magement, Advanced Planning and Scheduling oder Dokumentenmanagment erweitert haben.

Treiber für Veränderungen

Die immer höhere Komplexität von Enterprise Resource Planning-Lösungen ist jedoch gleichzeitig der Treiber für notwendige Veränderungen in zukünftigen Softwaresystemen. Die logische Vernetzung der unterschiedlichen ERP-Module bedingt immer starrere Regeln zur fehlerfreien Nutzung dieser Lösungen. So sind seitens des Anwenders ein immer höheres Fachwissen und ein immer besseres Verständnis von Zusammenhängen zum optimalen Betrieb erforderlich. Gleichzeitig muss der Nutzer jedoch vielfach mit tabellenartigen, funktional überladenen Bedienmasken umgehen, die umständlich zu bedienen und häufig schwierig zu lesen und zu interpretieren sind. Hier stoßen aktuelle ERP-Lösungen nicht nur auf Akzeptanzprobleme bei älteren Benutzern mit nachlassender Sehstärke.

Auch junge Mitarbeiter – die ‚digital natives‘ haben eine völlig andere Vorstellung von der Kommunikation mit IT Systemen als der, die sie bei marktgängiger ERP-Software vorfinden. Zudem entstehen in einer globalisierten und sich ständig und schnell verändernden Welt neue Anforderungen an die globale Vernetzung und Einsetzbarkeit von Unternehmenssoftwarelösungen. Hier steht die rasche und problemlose Einbindung weltweiter Organisationsstrukturen ebenso auf der Agenda, wie der Bedarf nach agilen, handlichen und spezialisierten Lösungen, die vor allem der kostengünstigen Lösung spezifischer Problemstellungen genügen müssen, ohne dabei ihre Kommunikationsfähigkeit mit anderen Teilnehmern des Wertschöpfungsnetzwerks einzubüßen.

Dabei hängt die Effizienz von Systemen nicht unbedingt vom Umfang der eingesetzten Lösung ab, vielmehr spielt die Anpassungsfähigkeit der Software eine zentrale Rolle. Und damit wächst der Bedarf zum Einsatz von ‚best of breed‘-Lösungen, die in ihrer Leistungsfähigkeit stärker ausgeprägt sind als die universellen Lösungsansätze der meisten monolithischen Systeme. Nachdem sich Unternehmen immer weniger durch ihre Produkte im Markt differenzieren können, müssen sie versuchen sich über ihre Wertschöpfungsmethodik vom Mitbewerb abzusetzen. Je besser sie diese Stärken in Unternehmenssoftwarelösungen abbilden können, desto erfolgreicher sind sie.


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