Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Auf dem Weg zur durchgehenden Systemlandschaft

Beitrag drucken
Die IT-Unterstützung für Fertigungs- und Montageprozesse stellt bei der Systemkonsolidierung eine erhebliche Herausforderung dar. Im Gegensatz zu Controlling- oder Einkaufsprozessen lassen sich die Systemlogiken etwa unterschiedlicher Niederlassungen nur schwer in globalen Templates abbilden.
Bild: istockphoto/baranozdemir

Auf dem Weg zu einheitlichen Systemabläufen

Die Mehrheit der Unternehmen will ihre neue Zielarchitektur mit einem Brownfield-Ansatz umsetzen, bei dem bestehende Systeme die Basis für das Template bilden. Vor der Template-Entwicklung steht die Frage im Raum, welche Applikationen bestehen bleiben und welche ersetzt werden sollen. Dabei bietet es sich an, vorhandene Applikationen einzeln zu bewerten. Wenn Unternehmen eine Anwendung häufig anpassen mussten und der Aufwand für die Implementierung neuer Anforderungen besonders hoch ist, steht die Wirtschaftlichkeit der Anwendung in Frage. Denn Anpassungen an Prozessänderungen gestalten sich dann meistens sehr langwierig und die Kosten für die Anpassung sind entsprechend hoch.

„In der Praxis beschränken sich viele Unternehmen darauf, zunächst nur die Prozesse mit einem Master-Template abzubilden, von denen sie glauben, dass sie sich weltweit am ehesten standardisieren lassen“, erläutert Hövelmanns. Dies seien etwa die Bereiche Finanzen und Controlling sowie Prozesse im Einkauf. Sie werden zentral definiert, im Kern ausgerollt und länderspezifisch angepasst, um unterschiedliche gesetzliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Der Studie zufolge erwarten sowohl Konzerne als auch kleine und mittlere Unternehmen, ein entsprechendes Konsolidierungsprojekt innerhalb von fünf bis sechs Jahren abschließen zu können.

Herausforderung in Fertigung und Montage

Je tiefer die Prozesse abgebildet werden müssen, etwa in der Fertigung und Montage, desto herausfordernder wird die Standardisierung. Um solche Prozesse angemessen abzubilden, müsse man mitunter von einer Single-Vendor-Strategie abweichen. Helmut Bremicker, Managing Partner des Beratungshauses und einer der Studienautoren, erklärt: „In der Fertigungsindustrie kommen häufig stark individualisierte Software-Lösungen zum Einsatz. Das betrifft etwa die Bereiche Fertigungs- und Montageplanung sowie deren Steuerung.“ In diesen produktionsnahen Bereichen gebe es heute vielfach entweder Individualentwicklungen oder stark individualisierte Standardsoftware, die über die Jahre hinweg so angepasst wurde, dass sie die Prozesse bestmöglich unterstützt. Viele Mitarbeiter in den Fachabteilungen der Unternehmen befürchten, dass sie bewährte, effiziente Prozesse durch Konsolidierung und Standardisierung verlieren. Hier entstehen erhebliche Widerstände, wenn eine gemeinsame Standardsoftware eingeführt werden soll. Entscheidet sich das Management dennoch für eine solche Lösung, seien Anpassungen zumeist unabdingbar.

Professionelles Change Management gefragt

Um einen erneuten ‚Wildwuchs‘ an individuellen Komponenten im Standardsystem zu vermeiden, sollten Unternehmen nach Empfehlung des Beratungshauses im Rahmen von Konsolidierungsprojekten ein professionelles Change- und Release Management mit stringenten Freigabeverfahren durchführen. Außerdem empfiehlt es sich, Entwicklungsstandards einzuhalten, um die Releasefähigkeit der neuen Software zu erhalten. Auf technischer Seite zählen die schwierige Wartbarkeit und die mangelnde Flexibilität vorhandener Systeme zu den wichtigsten Gründen für eine Konsolidierung. Insbesondere produzierende Unternehmen mit komplexen Produkten arbeiten in Primärprozessen häufig mit individualisierten Systemen, die noch in Programmiersprachen wie Cobol oder PL/I geschrieben wurden. Fachpersonal mit Know-how in diesen rund 50 Jahre alten Sprachen ist nur schwer zu finden.

Der Aufwand für die Anbindung neuer Technologien wie Web EDI, mobiler Lösungen, RFID oder auch nur einer trivialen Office-Umgebung an diese Altsysteme ist hoch. Es fehlt an technologischen Schnittstellen. IT-Mitarbeiter müssen die neuen Technologien manuell in Eigenentwicklungen oder alte, stark individualisierte Standardanwendungen integrieren. Aktuelle Standardsoftware bringt hingegen Web Services, Funktionalitäten für die Anbindung mobiler Lösungen und Standard-Schnittstellen für gängige EDI-Formate vielfach bereits mit. Die Studie zeigt zudem: Unternehmen, die ausgeprägte Serienfertigung oder Massenproduktion betreiben, haben ERP-Standardsoftware bereits umfassend in Vertrieb, Produktion und Logistik eingeführt. Nun arbeiteten auch die großen deutschen Fertigungsunternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau an der Abschaffung von Individuallösungen. Der Impuls für diesen Wandel stammt in der Regel aus dem Management. Und auch wenn die Unternehmen ihre Modernisierungs- und Konsolidierungsprojekte in sinnvollen Teilschritten über einen Zeitraum mehrerer Jahre hinweg planen, ist das langfristige Ziel eindeutig die ‚Ein-ERP‘-Landschaft.


Das könnte Sie auch interessieren:

Erfolgreiche KI-Projekte kombinieren das Domänenwissen von Prozessbeteiligten mit der Expertise von Datenanalysten und IT-Spezialistinnen. Da nicht jedes Maschinenbauunternehmen über diese drei wichtigen Kompetenzfelder verfügt, sind Kooperationen wichtige Bestandteile von KI-Projekten.‣ weiterlesen

Extreme Networks hat die Verfügbarkeit des Wi-Fi 6E Access Point bekanntgegeben. Als Wireless-Plattform erweitert der Zugangspunkt den Einsatzbereich auf das 6GHz-Frequenzband. Das Gerät wurde für Umgebungen mit hohen Anforderungen an Bandbreite und Nutzerdichte entwickelt und zeichnet sich Anbieterangaben zufolge durch seine Perfomance, Funktionalität und Sicherheit aus.‣ weiterlesen

Die Ersatzteilversorgung in der Automobilindustrie besitzt einen sehr kurzfristigen Charakter. Anwendungen zum Abbilden solcher Prozesse sind S/4Hana Supply Chain Management sowie S/4Hana-Automotive-Ersatzteilmanagement. Die wichtigen Zielgrößen für die Versorgungsqualität sind Lieferservicegrad und Time-to-Delivery.‣ weiterlesen

Im Cloud-Projekt Gaia-X entstehen Infrastruktur-Angebote, mit denen Hersteller digitale und vernetzte Produkte entwickeln können, ohne in Abhängigkeit zu Technologiekonzernen zu geraten. Die Strukturen dafür sind bereits etabliert. Jetzt ist es an den Produzenten, durch ihre Mitwirkung aus dem Projekt eine europäische Erfolgsgeschichte zu machen.‣ weiterlesen

Werma bietet ein neues Ruf- und Meldesystem zur Prozessoptimierung in Fertigung, Logistik und an manuellen Arbeitsplätzen an. Mit dem Andon WirelessSet lassen sich Probleme bei der Produktion per Knopfdruck melden, um die Behebung zu beschleunigen.‣ weiterlesen

Alle Werte einer Lieferkette im Blick zu behalten, ist eine Mammutaufgabe - können diese doch schnell in die Millionen gehen. Behälter mit benötigten Materialien müssen nicht mal verschwinden, schon der falsche Lagerplatz im Werk kann die Produktion ausbremsen. Tracker können dafür sorgen, dass nichts Wichtiges aus dem Blick gerät.‣ weiterlesen

Siemens und Zscaler arbeiten zusammen, um Kunden den sicheren Zugriff vom Arbeitsplatz im Büro oder mobil auf Operational-Technology(OT)-Systeme und -Anwendungen im Produktionsnetzwerk zu ermöglichen.‣ weiterlesen

Der österreichische Ableger von Bechtle hat Open Networks erworben. Die neuen Spezialisten bringen insbesondere Erfahrung in den Bereichen Application Services, Datacenter, Security und Netzwerk mit. Die Firma betreut rund 250 Kunden im Alpenstaat.‣ weiterlesen

Viele Konzepte etwa für Modern Workplaces und Digitalisierung hinterfragen Unternehmenskonzepte, die auf traditionelle Strukturen und Hierarchien setzen. Robert Lindner, Senior Regional Director & Country Manager Germany bei Red Hat, hat vier zentrale Grundsätze herausgearbeitet, wie sich Innovation befördern lässt, insbesondere als ein Unternehmen im Open-Sorce-Softwaremarkt.‣ weiterlesen

Panasonic hat sämtliche Unternehmensanteile des IT-Plattformanbieters Blue Yonder erworben. Der Kauf ist Teil der Konzern-Strategie, einzelne Geschäftsfelder zu stärken. Blue Yonder bewertet die Investition mit 8,5 Milliarden US-Dollar.‣ weiterlesen

Die Auftragsbücher im Maschinen- und Anlagenbau füllen sich, aber immer mehr Firmen verzeichnen Engpässe in ihren Lieferketten. Auch der Fachkräftemangel wird vermehrt zum Problem. Zu diesen Erkenntnissen kommt der VDMA nach einer seiner sogenannten Blitz-Umfragen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige