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Auf dem Weg zur bestmöglichen Maschinenbelegung

Präzise Planzeiten erreichen

Die Schlatter Deutschland GmbH & Co. KG stellt Webmaschinen her, deren Produkte in den schnellsten Papiermaschinen der Welt als Bespannung eingesetzt werden. Um Kalkulationen zur Ermittlung von Plan-Zeiten für die Fertigung mechanischer Maschinenkomponenten mit großer Genauigkeit und hoher Planungssicherheit durchzuführen, hat das Industrieunternehmen seine altbewährten Tabellen und Loseblattsammlungen durch ein IT-Planungswerkzeug abgelöst. Über den Einsatz der Software kann der Betrieb seine Planzeiten deutlich verkürzen.


Wolfgang Laup, Leiter der NC-Programmierung im Hause Schlatter, Münster Bild: give4pr

Die bereits 1867 in Thüringen gegründete Maschinenfabrik Emil Jäger siedelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Münster an. Seit der Übernahme durch die international agierende Schlatter Gruppe aus Schlieren in der Schweiz firmiert das Unternehmen unter dem Namen Schlatter Deutschland GmbH & Co. KG . Die Gruppe zählt zu den weltweit führenden Anbietern im Anlagenbau – spezialisiert auf die Technologie des Widerstandschweißens.

Ein weiteres wichtiges Segment sind Webmaschinen für besondere Anwendungen, Ausrüstungsmaschinen für Papiermaschinenbespannungen sowie Maschinen für Drahtgewebe und -gitter. Der Standort Münster hat rund 170 Mitarbeiter. Hier werden neben Schweissmodulen die Drahtwebmaschinen sowie PMC-Web- und Ausrüstungsmaschinen für die Papiermaschinenindustrie entwickelt und produziert. Das Webmaschinenangebot wird ergänzt durch Anlagen, die in der Produktion der Gewebe vor und nach dem Weben eingesetzt werden. Die Anlagen im Bereich Weben werden unter der Marke Jäger vertrieben.

Darüber hinaus werden am Standort Münster Schlatter-Schweissanlagen und -komponenten gemeinsam mit dem Hauptstandort Schweiz entwickelt und gebaut. Die Webmaschinen dienen der Herstellung von modernen Geweben aus Kunststoffmaterialien, die auf den schnellsten Papiermaschinen der Welt als Filtermedium zum Einsatz kommen. Zur Produktpalette gehören Anlagen für Forming-Gewebe, Pressfilzgrundgewebe und Trockensiebe sowie Industriefiltergewebe. Die Webebreiten der Anlagen betragen bis zu 15,5 Metern, und die Anlagen zur Herstellung von Pressfilzgrundgeweben können Webebreiten von bis zu 31 Metern aufweisen.

Maschinenpark mit hoher Fertigungstiefe

Das Lieferprogramm umfasst auch Systeme für die Behandlung von Bespannungsgeweben, vom Kompaktier- bis zum Beschichtungssystem. Die Produktpalette an Drahtwebmaschinen reicht von Webmaschinen für die Herstellung einfacher Aluminium-Fliegengewebe bis zu Webmaschinen für die hochpräzise Fertigung von Katalysatorgewebe aus Platinlegierungen. Auf Drahtkröpfmaschinen werden Stahldrähte bis 18 Millimetern Drahtdurchmesser gekröpft oder gestanzt, die anschließend auf automatischen oder halbautomatischen Gitterwebmaschinen zu Zaun- oder Schutzgittern sowie zu Siebgeweben verarbeitet werden.

Der Maschinenpark besteht aus zahlreichen konventionellen und CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren. Die zu fertigenden Maschinenteile sind Komponenten der auszuliefernden Anlagen und weisen insbesondere im Hinblick auf die mechanische Bearbeitung eine sehr hohe Fertigungstiefe auf. Lange Jahre basierten die Plan-Zeiten zur Kalkulation und Arbeitsplanerstellung auf Werten aus althergebrachten Tabellen, Katalogen und Loseblattsammlungen. Teilweise kamen diese Daten durch typische Zeitaufnahmen zustande: Die benötigten Plan-Zeiten wurden mit Hilfe dieser Unterlagen und dem Erfahrungsschatz aus Jahrzehnten bestimmt oder geschätzt; Arbeitspläne wurden manuell erstellt und in die EDV übergeben.

Kalkulationsbausteine für die Planzeitermittlung

Als Folge eines Besuchs von Mitarbeitern der Arbeitsvorbereitung der Schlatter Deutschland GmbH auf der Metav 2001 wurden Wolfgang Laup, Leiter NC-Programmierung, und Dipl.-Ing. Michael Meichsner, Leiter IT sowie Planung und Steuerung, auf das Kalkulations- und Planungsinstrument HS Plan aufmerksam. Damit der Planer möglichst schnell und zuverlässig exakte Zeiten ermitteln kann, setzt die Software auf die HSI-Technologiebasis, die aus vorkonfigurierten Verfahrensmodulen für mechanische Bearbeitungsverfahren und Schweißverfahren besteht.

Die Module für Prozessschritte wie Drehen, Fräsen, Bohren, Schleifen oder Erodieren enthalten Regelwerke zur Zeitenberechnung sowie Technologiedaten wie Vorschübe, Schnittwerte und Algorithmen zur Schnittwertoptimierung. Die Planzeitermittlung kann in verschiedenen Verdichtungsebenen erfolgen; Berechnungsabläufe stehen bezogen auf Verrichtungen, Formelemente und Teileklassen zur Verfügung. Die vom Anbieter HSI GmbH aus Erfurt vorkonfigurierten Kalkulationsbausteine sind sofort einsetzbar.

Der Anwender kann aber auch Schnitt- und Zeitwerte sowie Regelwerke bedarfsgerecht modifizieren oder ergänzen, um eine kontinuierliche Anpassung und Optimierung im Hinblick auf Fertigungsprozesse mit neuen Maschinen, Werkzeugen oder Werkstoffen vorzunehmen. Das Know-how bleibt so ‚im Haus‘, Flexibilität und Einarbeitung neuer Erkenntnisse sind in Eigenregie schnell realisierbar. Vor dem finalen Einsatz des IT-Werkzeuges führte Schlatter vor Ort intensive Tests mit anspruchsvollen Probeberechnungen durch. Dabei zeigten sich die Verantwortlichen besonders von der einfachen Bedienung, den erzielten Rechenergebnissen sowie deren Nachvollziehbarkeit überzeugt.

Hinzu kam, dass die Realisierung einer bidirektionalen Schnittstelle zum im Unternehmen eingesetzten Enterprise Resource Planning-Systems (ERP) des Anbieters Psipenta kein Problem darstellte. So fiel im Jahr 2002 die Entscheidung, das neue Planungssystem einzuführen. Zu den zentralen Auswahlkritereien zählten auch die vollständige Abbildung des vorhandenen Kalkulations-Know-hows, die schnelle Anpassung des Systems an Veränderungen in den Fertigungsprozessen, Investitionssicherheit durch den Einsatz zukunftsorientierter Technologien sowie die Sicherstellung von Service und Support.


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