- IT&Production - https://www.it-production.com -

Zertifizierung öffnet Türen

Auf dem Weg zu internationalen Märkten

Zertifizierung öffnet Türen

In Zeiten globaler Märkte werden Fragen der Zertifizierung immer komplexer: Die Normendichte und die Zahl der relevanten Prüfzeichen nehmen stetig zu, und die Voraussetzungen für eine Produktzulassung sind weltweit extrem inhomogen. Es erfordert viel Erfahrung, in diesem unübersichtlichen Gelände sicher zu navigieren, um die nötigen Zulassungen für Technologiegüter zeitnah zu erhalten.

Bild: Fujitsu

Die Vorteile einer fachgerechten Zertifizierung beziehungsweise Produktzulassung zeigen sich vor allem in kürzeren Einführungszeiten. Damit steigen die Umsatzchancen, und es können sich Vorteile gegenüber Wettbewerbern ergeben. Daher ist bei Unternehmen, die technische Produkte vermarkten möchten, das Bewusstsein für die Relevanz ordnungsgemäßer Zertifizierungen mittlerweile gewachsen.

Häufige Fehler bei der Zertifizierung

Da jedoch die für einen stringenten Zertifizierungsprozess benötigten Ressourcen in der Regel anderweitig gebunden sind, wird häufig nicht strukturiert vorgegangen. In der Folge kommt es zu einer Reihe typischer Fehler. Diese reichen von Formalismen in der Deklaration, wie der Angabe eines falschen Produktnamens oder veralteter Normen, über die falsche Kategorisierung des Produktes und fehlende Dokumente bis hin zur Vermarktung ohne die korrekten Zulassungen, was für ein Unternehmen letztendlich zum Erlöschen der Liefererlaubnis für einen Zielmarkt führen kann.

Zeitersparnis durch strategisches Vorgehen

Alle diese Fehler verursachen unnötigen Aufwand und kosten wertvolle Zeit, was letztendlich einen verzögerten Marktzugang und damit entgangene Umsätze bedeuten kann. Die eigentliche Ursache für viele Probleme, die während der Zertifizierungsdurchführung auftreten, liegt in der Regel darin, dass vorab keine Zertifizierungsstrategie festgelegt wurde, obwohl sich hier ein großes Potenzial an Kosten- und Zeitersparnis auftut. Eine solide Zertifizierungsstrategie ist eine unverzichtbare Basis für den internationalen Marktzugang. Angesichts der Komplexität des Themas und der Vielfalt technischer Produkte muss die erste und wichtigste Empfehlung an Produzenten von technischen Geräten lauten, sich rechtzeitig zu informieren und die Weichen für Zulassungen frühzeitig zu stellen – bevor der Vertrieb nachfragen muss, warum ein Produkt im Zoll hängengeblieben ist. Die wichtigsten Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssen, beziehen sich erstens auf die Länder, in denen ein Produkt vermarktet werden soll, zweitens auf den Lieferumfang und den Einsatzbereich der Produkte und drittens auf den Einbau von Funkschnittstellen an Geräten. Darüber hinaus spielt der Faktor Zeit eine zentrale Rolle.

Zielmärkte und Abnehmer identifizieren

Häufig wird während der Abwicklung der Zertifizierung die oft lange Liste von Ländern, in denen ein Produkt zugelassen werden soll, mit Blick auf die anfallenden Kosten sehr schnell zusammengestrichen. Oft wird dabei jedoch übersehen, dass manche Zulassungen in einigen Ländern verpflichtend sind, in anderen jedoch freiwillig. Ein Beispiel ist das Singapore Safety Mark. Dieses Siegel ist für Home-Computer verpflichtend, bei Geräten für den professionellen Einsatz jedoch freiwillig. Dazu kommt, dass die Frage nach dem Umfang der Zertifizierung auch zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden kann, etwa im Zulieferbereich. Selbst wenn zum Beispiel ein Hersteller den Marktzugang in einem Land ursprünglich nicht geplant hat, kann die entsprechende Zertifizierung doch später ein wichtiges Thema werden. Dazu kann es beispielsweise kommen, wenn ein Kundenunternehmen das betreffende Bauteil in einem seiner Produkte verwenden möchte oder bereits verwendet hat und genau diesen Marktzugang anstrebt. Auch wenn aufgrund der Kosten sicher kein Anbieter seine Produkte über den vorgeschriebenen Standard hinaus zertifizieren wird, ist es hier doch wichtig, gut zu planen und dabei auch die Interessen wichtiger potenzieller Abnehmer im Blick zu behalten, um sich nicht frühzeitig Marktchancen zu verbauen.

Die meisten Probleme während der Zertifizierungsdurchführung treten aufgrund fehlender Zertifizierungsstrategie auf. Angesichts der Komplexität des Themas sollten Produzenten von technischen Geräten sich rechtzeitig informieren und die Weichen für Zulassungen frühzeitig stellen – bevor es zu Verzögerungen kommt, die letztlich sogar die rechtzeitige Auslieferung von Produkten infrage stellen können. Bild: Fujitsu

Einsatzbereiche und Lieferumfang klären

Um den Aufwand bei der Zertifizierung möglichst gering zu halten, gilt es vor der Zulassung für jedes Produkt unter Betrachtung der Anwendungsfälle zu klären, in welche Kategorie es optimalerweise eingeordnet werden sollte. Selbst innerhalb eines Bereichs ist hier zu differenzieren. Soll zum Beispiel ein Computer in China zugelassen werden, kann er je nach Verwendungszweck als ’normaler‘ PC oder Industrie-PC kategorisiert werden. Die Klassifizierung hat hier einen ganz entscheidenden Einfluss auf die Zertifizierung und deren Kosten; das nötige Wissen über Produktzulassungen hilft, den Aufwand zu reduzieren.

Sonderfall: Geräte mit Funkschnittstellen

Besonders diffizil wird es immer dann, wenn in ein Gerät eine der heute gängigen Funkschnittstellen wie WLAN oder Bluetooth eingebaut wird. In diesem Fall müssen eine Reihe zusätzlicher Normen und Vorschriften beachtet werden. Sofern das schon bei der Entwicklung des Gerätes berücksichtigt wurde, gibt es wie auch schon im vorherigen Beispiel Möglichkeiten, durch die Wahl der richtigen Vorgehensweise bei der Zulassung Kosten zu senken. Insbesondere ist hier vorab die Frage zu klären, welche Zulassungen das eingesetzte Funkmodul bereits mitbringt und ob diese verwendet werden können. Denn wenn etwa einzelne Bauteile eines Produktes CE-zertifiziert sind, heißt das nicht, dass das Gesamtsystem ebenfalls CE-konform ist. Auch dies ist wiederum ein Beispiel für die Rückwirkung der Zertifizierungsstrategie in den Bereich der Produktdefinition und Entwicklung.

Die passende Zulassungsstrategie kann Unternehmen helfen, Zeit und Kosten bei der Produkteinführung auf internationalen Märkten zu sparen. Dabei kann das frühe Identifizieren der nötigen Zertifizierungen auch Auswirkungen auf Produktdefinition und Entwicklung haben, beispielsweise wenn die Komponenten eines Produktes für weitere Verwendung zusätzlich zum Gesamtprodukt geprüft und zertifiziert werden müssen. Bild: Fujitsu

Den Faktor Zeit im Blick behalten

Auch zu welchem Zeitpunkt eine Zertifizierung stattfindet und in welchem zeitlichen Rahmen sie abgewickelt wird, kann von großer Bedeutung sein. Erstens ist es wichtig, sich rechtzeitig mit dem Thema Zertifizierung auseinanderzusetzen. Relevante Vorschriften sollten schon während der Entwicklung berücksichtigt werden. Im schlimmsten Fall kann sonst ein aufwändiges Redesign notwendig werden. Zudem ist einzuplanen, dass eine Zertifizierung je nach Land und ‚Lernkurve‘ bis zu 26 Wochen dauern kann.

 

Service und Beratung rund um die passende Zertifizierungsstrategie


Bild: Fujitsu

Bei Fujitsu Technology Solutions wird das Zertifizierungsteam des unabhängigen Product Compliance Center bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase eingebunden. Zusammen mit der Entwicklungsabteilung wird eine Zertifizierungsstrategie erarbeitet, um das Produkt zu einem möglichst frühen Zeitpunkt auf den Zielmärkten verkaufen zu können. Die Einrichtung ist spezialisiert auf die Zertifizierung von IT- und Elektronikprodukten und arbeitet intensiv mit einem langjährig gewachsenen, internationalen Partnernetzwerk zusammen, um Zulassungen möglichst effizient abzuwickeln. Von dieser Expertise können seit 1996 auch externe Anwender profitieren: Neben umfassenden Mess-Dienstleistungen bietet das Unternehmen auch Zertifizierungsberatung und -abwicklung an. Zum Angebotsportfolio gehören unter anderem Probe-Audits, Normen-Updates, Dokumenten-Checks, Ausstellung von CE-Erklärungen, Integrationsunterstützung. Über das Service- und Beratungsangebot rund um den Themenkomplex Zertifizierung hinaus bietet die EInrichtung unter dem Stichwort ‚Compliance Talks‘ auch eine Seminarreihe zu den zentralen Fragen des internationalen Marktzugangs an.