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Armin Wittmann, Messe München, zur Automatica:

„Die IT spielt bei den meisten
Ausstellern eine Rolle“

Auf der Automatisierungsmesse Automatica in München lässt sich alle zwei Jahre beobachten, wie Automation und IT enger zusammenwachsen. Mit der Fläche IT2Industry haben IT-Dienstleister seit 2016 sogar einen eigenen Themenbereich. Armin Wittmann ist Projektgruppenleiter für die Automatica bei der Messe München und schildert, was den Erfolg der Veranstaltung ausmacht und Besucher im kommenden Jahr erwartet.

Zu sehen ist Armin Wittmann, Projektgruppenleiter für die Automatica der Messe München

Bild: Messe München GmbH

Zur letzten Automatica im Juni 2016 meldeten Sie mehr Besucher als je zuvor. Wie erklären Sie sich den Erfolg?

Armin Wittmann: Die letzte Automatica war zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Themen und am richtigen Ort. Die gute wirtschaftliche Situation im Inland und die hohe weltweite Nachfrage nach Automatisierungstechnik auf der einen Seite trafen in München auf Zukunftsthemen, die die Welt bewegen: Die Digitalisierung der Industrie, die Mensch-Maschine-Kooperation und Fragen nach der Arbeit der Zukunft.

Sie haben Industrie 4.0 auch unter dem Slogan Arbeit 4.0 zusammengefasst. Was verstehen Sie darunter?

Wittmann: Die Einführung neuer Technologien zieht immer auch neue Anforderungsprofile nach sich. Das gilt auch für den Menschen. Unter dem Slogan Arbeit 4.0 versuchen wir, Antworten darauf zu geben, welche Fähigkeiten der Mitarbeiter der Zukunft mitbringen sollte.

Neben der Industrierobotik hatten Sie auch die Servicerobotik im Programm. Wie ist das angenommen worden und wie sieht es mit Mensch-Roboter-Kollaborationen aus?

Wittmann: Die Servicerobotik fasziniert viele Menschen und das sehen wir an der Begeisterung für unseren Ausstellungsbereich. Da sind Maschinen zu sehen, mit denen man direkt zusammenarbeitet, die einem die tägliche Arbeit erleichtern und mit denen man kommunizieren kann. Mit der Mensch-Roboter-Kollaboration nehmen sich auch die traditionellen Roboterhersteller des Themas an. Die Grenzen zwischen Industrie- und Serviceroboter schwinden.

Die Robotik ist nicht nur in Europa im Aufwind, sondern auch in Asien. Gibt es gezielte Aktionen für diese Märkte?

Wittmann: Die Entwicklung im Ausland ist durchweg positiv, dennoch lokal sehr unterschiedlich. Ihre Frage nach gezielten Aktionen trifft es hier genau. Die verschiedenen Aktivitäten der Automatica im Ausland brachten uns 2016 ein Besucherplus von rund 50 Prozent. Für die kommende Messe werden wir unsere Maßnahmen intensivieren und auch treffsicherer machen.

„Unter dem Slogan Arbeit 4.0 versuchen wir, Antworten darauf zu geben, welche Fähigkeiten der Mitarbeiter der Zukunft mitbringen sollte.”
Armin Wittmann

Neben den Kernthemen Robotik, Automation, Bildverarbeitung gab es 2016 zum ersten Mal die IT2Industry? Wird diese Veranstaltung wiederholt?

Wittmann: Die Digitalisierung der Industrie ist stark von Software getrieben. Das haben wir früh erkannt und mit der IT2Industry einen Ausstellungs- und Themenschwerpunkt gesetzt. Mit der zunehmenden Relevanz dieses Themas wird die IT2I weiter wachsen und neue Aussteller auf der Messe präsentieren.

Automation und IT sind kaum voneinander zu trennen. Lassen sich IT-bezogene Angebote auf der Ausstellungsfläche IT2Industry quasi einhegen?

Wittmann: Die IT spielt bei den meisten Ausstellern eine Rolle, da ist sortenreines Einhegen gar nicht möglich. Wenn sich ein Aussteller selbst primär als IT-Dienstleister sieht, dann wird er in unserem IT2I-Bereich optimal sichtbar.

Mit Technik wie dem IoT und OPC UA kommt die vertikale Integration in der Industrie voran. Muss ihr Messekonzept mehr und andere Investitionsentscheider ansprechen als früher?

Wittmann: Unser Versprechen ‚Optimize your Production‘ gibt hier den Weg vor. In Erfüllung dieser Mission sind nun neue Spieler an Bord: Software und ITK-Spezialisten. Für uns heißt das, Besucher- und auch Ausstellergruppen aktiv anzusprechen und zum Beispiel Digital Officers, Spezialisten aus den IT-Abteilungen, Softwareentwicklern aber auch ITK-Anwendern aus der Produktion zeigen müssen, wo es noch Optimierungspotentiale gibt. Damit sich diese Marktteilnehmer schneller auf der Automatica orientieren können, haben wir 2016 das Themen- und Ausstellungslogo IT2Industry eingeführt, das wir in 2018 stark ausbauen werden.

„Start-ups wären keine Start-ups, wenn wir
ihre Geschäftsideen schon heute kennen würden.”
Armin Wittmann


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