Anzeige
Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Arbeitspläne um Zeitkalkulationen erweitern

Planzeiten im Unternehmenssystem handhaben

Das MTM-Softwarehaus Dresden stellt mit 'Ticon für SAP' eine Lösung zur Erfassung, Verwaltung und Weiterverarbeitung von 'Methods-Time Measurement'-basierten Daten zur Verfügung. Durch eine zertifizierte Integration in die Unternehmenssoftware des Walldorfer Technologiekonzerns können Anwender beim Einsatz der Personalzeit-Lösung auf zusätzliche IT-Komponenten und Schnittstellen verzichten – und durch eine einheitliche Bedienung Schulungsaufwände senken.

Bild: Deutsche MTM-Vereinigung

Die Verwaltung von Arbeitsplänen inklusive der Personal- und Rüstzeiten ist ein wesentliches Element in den Produktionsplanungs- und Enterprise Resource Planning-Systemen (PPS/ERP) vieler Unternehmen. Um diese Zeiten methodisch korrekt zu ermitteln, kommt in der Regel das ‚Methods-Time Measurement‘-Verfahren (MTM) zum Einsatz, der Industriestandard zur Kalkulation von Planzeiten. In der Vergangenheit setzte das Softwarehaus Dresden die MTM-Methodik in der eigenen IT-Lösung Ticon um, die mittlerweile bei über 4.000 Anwendern in verschiedenen Industriebranchen, darunter Automotive- und Elektronikfertigung, im Einsatz ist. Neben dem eigentlichen Produkt waren Schnittstellen zu unternehmenseigenen PPS-Systemen notwendig, um aufwändige und fehleranfällige manuelle Übertragungen von Zeitdaten in den Arbeitsplan durch die Anwender zu vermeiden. Ein Nachteil dieser Schnittstellenlösungen war jedoch, dass diese immer individuell programmiert und durch die IT-Abteilungen der Unternehmen mit konzipiert und zusätzlich zum führenden Planungssystem betreut werden mussten. Der verstärkte Einsatz des PP-Moduls der ERP-Lösung SAP/R3 eröffnete auch dem Softwarehaus neue Möglichkeiten: Anstatt mit der Unternehmenssoftware über Schnittstellen zu kommunizieren, wurde mit Ticon für SAP ein Add-on direkt in der ERP-Umgebung erstellt.

Rückgriff auf Standards vermeidet Modifikationen

Von Beginn an wurde bei der Entwicklung Wert darauf gelegt, möglichst viele Standards zu erfüllen und Konflikte durch bestehende Anpassungen am ERP-System zu vermeiden. Das gesamte Produkt wurde deshalb in dem eigenen Namensraum ‚/MTM/‘ entwickelt. In der Konsequenz bedeutet dies, dass durch den Einsatz der Software keine anwenderspezifischen Modifikationen notwendig sind. Auch das Berechtigungssystem inklusive Rollenkonzept ist so umgesetzt, dass es von der Basis-Administration im Unternehmen mit betreut werden kann. Das Speichern der Daten direkt in der Unternehmenssoftware vermeidet die mit der Betreuung von zusätzlichen, dezidierten Datenbanksystemen wie Oracle oder SQL-Server verbundenen Kosten. Auch Themen wie die Installation auf einzelnen Arbeitsplatz-PC oder die Integration einer MTM-Lösung in eine automatische Softwareverteilung entfallen. Beim Reporting greift die Software auf die Smartform-Technologie des ERP-Herstellers zurück. Bei Bedarf können die Unternehmen so ihre Reports leicht anpassen.

Einheitliche Oberfläche für alle Anwender

Bei der früheren, schnittstellenbasierten Lösung mussten die Anwender ständig zwischen der Zeitwirtschaftsanwendung und dem PPS-System mit einer unterschiedlichen Bedienoberfläche wechseln. Über das Add-on-Konzept gibt es nun eine einheitliche Bedienung in der Unternehmenssoftware. Der Anwender kann vom ERP-Arbeitsvorgang mit einem Klicks direkt in die MTM-Kalkulation und wieder zurück navigieren. Auch für den internationalen Einsatz ist das System entsprechend vorbereitet und auf beliebig viele Sprachen erweiterbar; Deutsch und Englisch werden im Standard geliefert.

Transaktionsbasierte Arbeitsplan-Integration

Die Software kann direkt durch eine entsprechende SAP-Transaktion aufgerufen werden. Dies dient der Pflege und Verwaltung der Bausteine durch die Zeitwirtschaft auf verschiedenen Datenebenen. Vorteile für Arbeitsplaner verspricht die direkte Integration in den Arbeitsplan. Dies bedeutet, dass der Planer direkt während der Bearbeitung des Arbeitsplans innerhalb der entsprechenden Transaktionen – etwa Normalarbeitsplan (CA02) oder Engineering Workbench (CEWB) – seine Zeitkalkulation durchführen kann.

Integrierte Software im Praxiseinsatz

Bernd Hopfengärtner vom Bereich Produktionstechnik/Zeitwirtschaft der Firma KSB AG nutzt das Add-ons seit der Systemeinführung im Jahr 2012 und schildert die Situation davor: „Was wir vor allem brauchten, war eine direkte Anbindung der Analysedaten an unsere Arbeitspläne in SAP, um bei Änderungen den Aufwand minimieren zu können“, erläutert Hopfengärtner. Als Beispiel nennt er das Mikroplasmaschweißen: Vor der Einführung der neuen Softwarelösung habe der Betrieb sechs bis acht Wochen benötigt, um bei der nächsten Pflege – zum Beispiel nach Rüstvorgängen oder Workshops zur kontinuierlichen Verbesserung (KVP) – die geänderten Daten in die Arbeitspläne zu integrieren. „Mit einer schnittstellenfreien Lösung, der Arbeit in nur einem System, ohne zusätzliche Datenbank, ohne Datenredundanz, ist dieser Änderungsaufwand wesentlich geringer“, stellt Hopfengärtner fest. Bei der Heidelberger Druckmaschinen AG ist eine möglichst tiefe SAP-Integration wesentlicher Teil der IT-Strategie. Reiner Schleweis, Fachgruppenleiter Montageplanung, betont: „Auch durch viele starke Impulse aus unserem Unternehmen in Zusammenarbeit mit MTM ist eine Vision Realität geworden: Zeitwirtschaft direkt am Arbeitsvorgang in der Engineering Workbench in SAP und die Möglichkeit, zum Beispiel die Wertschöpfung als Kennzahl oder die Aktualität der Zeitwirtschaftsdaten im PP direkt auszuwerten.“

Weiterentwicklung für automatische Kalkulation

Das MTM-Softwarehaus plant, in Zukunft weitere Lösungen im Umfeld der Unternehmenssoftware-Systeme der Walldorfer Softwarekonzerns anzubieten. Neben einer bereits verfügbaren Lösung für die Austaktung von Montagelinien werden zum Beispiel immer mehr Projekte für die Unterstützung von teilweise automatischen Kalkulationen der Arbeitsvorgänge umgesetzt. Manfred Laier, Leiter MTM-Softwarehaus, erklärt die weiteren Pläne seines Unternehmens im Hinblick auf integrierte Systemlösungen: „Mit Ticon für SAP als Basis sind ganz neue Lösungen denkbar, da ein direkter Zugriff auf alle mit dem Arbeitsplan verbundenen Daten wie Stücklisten, Arbeitsplätze, Betriebsmittel, Terminierungsdaten möglich ist.“


Das könnte Sie auch interessieren:

Im Rahmen eines neu aufgesetzten Partnerprogramms will der Simulationsspezialist Machineering Anwendern u.a. die Lösungsintegration erleichtern.‣ weiterlesen

Immer wieder sind Unternehmen und Organisationen von Ransomware-Angriffen betroffen. Der Softwareanbieter Check Point beobachtet dabei ein noch aggressiveres Vorgehen der Hacker.‣ weiterlesen

Toby Alcock ist neuer Chief Technology Officer der Logicalis Group. Er bekleidete zuletzt die Position des Chief Technology Officer für Logicalis Australien.‣ weiterlesen

Sven Behrendt ist neuer CEO der SER Group. Die Unternehmensgruppe teilt zudem mit, dass John Bates als Executive Chairman in den Beirat der SER Group berufen wurde.‣ weiterlesen

Der Ort, an dem die wichtigsten Prozesse der Datenspeicherung und -verarbeitung stattfinden, hat sich in den letzten Jahrzehnten mehrfach verschoben. Von zentralen Großrechnern bis in die Cloud und wieder zurück. Durch den aktuellen Trend des Edge Computing werden Teile der Datenverarbeitung wieder näher an den Entstehungsort gerückt. Doch was ist der effizienteste Weg?‣ weiterlesen

In vielen Unternehmen steht der Anspruch an die Produktqualität in krassem Gegensatz zum Anspruch an die Stamm- und Plandaten. Doch diese sind essenziell für viele Berechnungen bis hin zur Wirtschaftlichkeit eines Produktes. Datenpflege im Werk ist zwar mühsam, aber mit den passenden Methoden und Software gut zu bewältigen.‣ weiterlesen

Wirklich Nutzen aus Machine Learning zu ziehen, ist schon schwer genug. Umso ärgerlicher ist es, wenn Fehler den Fortschritt verzögern. Dieser Leitfaden führt, angelehnt an zahlreiche Best Practices, durch ein erfolgreiches ML-Projekt und zeigt typische Fallstricke auf.‣ weiterlesen

Bei der Umstellung auf eine datengetriebene Produktion gibt es einige Herausforderungen, die es bereits im Vorfeld zu beachten gilt. Um diese systematisch angehen und meistern zu können, ist eine stufenweise Etablierung deshalb ein sinnvoller Weg.‣ weiterlesen

Martin Strempel ist neuer Business Development Manager Data Analytics beim beim MES-Anbieter Itac Software. In seiner bisherigen Laufbahn bei der BMW Group war er u.a. für die Produktionssteuerung im Werk in München verantwortlich und entwickelte Manufacturing Execution Systeme (MES) weiter.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige