Anzeige
Beitrag drucken

Anlagendokumentation mit Windows und Android

Elektronische Anlagendokumentation verspricht im Umfeld komplexer Prozessindustrie-Anlagen Vorteile, um technische Unterlagen aktuell zu halten. Inzwischen stehen dazu Dokumentationssysteme zur Verfügung, die Daten aus in der Anlagentechnik üblichen Quellen verarbeiten und gleichzeitig die mobile Nutzung per Smartphone oder Tablet-PC gestatten.

Bild: Rösberg Engineering

Elektronische Anlagendokumentation bringt gerade in der Prozessindustrie mit komplexen Anlagen und deren meist sehr umfangreichen Dokumentationen erhebliche Vorteile, wenn es darum geht, Unterlagen auf dem aktuellen Stand zu halten. Elektronische Dokumente können das Auffinden von Inhalten erleichtern und die Datenqualität verbessern. Damit Informationen nicht mehrfach erfasst werden müssen, sondern sich direkt in digitaler Form austauschen und in vorhandene Systeme integrieren lassen, sind entsprechende Schnittstellen zu den in der Anlagentechnik üblichen Quellen gefragt, die auch die mobile Nutzung über Smartphone oder Tablet-PC erlauben.

Denn der Aktualitätsgrad der Anlagendokumentation wirkt sich auf die Effektivität des Anlagenpersonals aus: Untersuchungen weisen daruf hin, dass Anwender lediglich mit einer Effektivität von 40 Prozent arbeiten, wenn die Konsistenz der Anlagendokumentation bei 90 Prozent liegt. Die Gründe hierfür zeigt ein Blick in die gängige Praxis. Bei heutigen Anlagen ist die Anlagendokumentation im Normalfall noch immer in Papierform an unterschiedlichen Orten, zumeist sogar mehrfach, vorhanden. Das ist aufwendig und fehleranfällig; Änderungen können auf dem Weg zum Planer verlorengehen. Abweichende Revisionsstände in den Dokumentationssätzen sind somit programmiert. Neue Revisionen müssen zudem gedruckt und anschließend auf die verschiedenen Dokumentationssätze verteilt und aufwendig einsortiert werden.

Die daraus resultierenden Umstände steigern die Kosten und stellen ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko dar. Außerdem fehlt bei der Papier-Dokumentation die Möglichkeit einer effizienten Suche. Inzwischen stehen für die elektronische Anlagendokumentation Lösungen zur Verfügung, die ein hohes Maß an Flexibilität, und Praxistauglichkeit bieten. Die Rösberg GmbH aus Karlsruhe stellt mit dem Dokumentationssystem Livedok ein System zur Verfügung, das für die Prozesse und Belange der Betriebsbetreuung entwickelt wurde und in der aktuellen Version auch mit branchenüblichen Enterprise-Resource-Planning- (ERP) und Datenmanagement-Systemen (PDM) zusammenarbeiten kann. Als ‘Real Time As-Built Documentation’ stellt das System Informationen in Echtzeit zur Verfügung; die Anlagendokumentation liegt damit sehr nahe am realen Zustand der gebauten Anlage.

Schneller Zugriff auf Anlagendaten

Das System dient dazu, den kompletten Lebenszyklus der Dokumentation zu begleiten, beginnend bei der Erstellung über die Benutzung bis hin zur Revision der geänderten Dokumente. Dafür sorgt als ‘Herz’ der Dokumentationssoftware der ‘Livedok-Generator’. Dieser Dienst verarbeitet und verwaltet Grundrisse, Lagepläne, Verfahrensfließbilder und Stellenlisten aus der Prozessleittechnik (PLT) ebenso wie Bedienvorschriften, Prüfanforderungen und Wartungsanleitungen.

Jeder Mitarbeiter, der eine bestimmte Dokumentation sucht, kann über den integrierten Browser innerhalb der Daten des Systems navigieren und suchen. Dafür stehen zahlreiche Software-Werkzeuge zur Unterstützung bereit, etwa eine ‘google-artige’ Suchsyntax sowie eine synchrone Anzeige für Dokumentvergleich und Aktualisierung. Davon können Betriebsführung und Servicepersonal ebenso wie das gesamte Qualitätswesen profitieren: Die Beteiligten haben jederzeit Zugriff auf aktuelle Informationen, Änderungen lassen sich zeitnah vornehmen und bleiben jederzeit nachverfolgbar. Die Dokumentation kann zudem mit jedem beliebigen Rechner per Webbrowser eingesehen werden. Lediglich für Änderungen oder Aktualisierung der vorgehaltenen Daten ist eine Software-Lizenz erforderlich.




Die Qualität der Anlagendokumentation zeigt Auswirkungen
auf die Arbeit des Personals: Niedrige Datenkonsistenz
kann zu Effizienzeinbußen führen.

Änderungen im Blick behalten

Weil auch die beste Dokumentation nur dann genutzt wird, wenn sich der Anwender einfach darin zurechtfinden kann, spielte bei der Entwicklung der Lösung Übersichtlichkeit eine wichtige Rolle: Die Gliederungen der Dokumente und Ansichten lassen sich an die Bedürfnisse des Anwenders anpassen. Für Änderungen stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung: Die Redlining-Palette beispielsweise reicht von Handschrifteingabe über Markieren, Durchstreichen bis hin zu dynamischen Stempeln. Dazu kann der Mitarbeiter den Stift eines Tablets genauso nutzen wie Tastatur oder Maus. Wenn keine permanente Netzwerkverbindung zur Dokumentation auf dem Fileserver besteht, lassen sich mit dem Offline-Modul die Daten auch unterwegs ohne Netzwerkverbindung eintragen. Bei der anschließenden Synchronisation werden die Redlines in die zentrale Dokumentation übertragen. Eventuelle Konflikte werden angezeigt, falls zum Beispiel parallel eine zweite Person dasselbe Dokument geändert hat.

Einsatz auf Mobilgeräten unterschiedlicher Anbieter

Im mobilen Feldeinsatz kann der Mitarbeiter dabei unterschiedliche Geräte nutzen. Dazu unterstützt die elektronische Dokumentation neben dem Betriebssystem Windows auch die Android-Plattform. Dadurch lassen sich Tablet-PC ebenso nutzen wie Smartphones. Bei Bedarf kann der Anwender einer Änderung der Dokumentation auch ein Foto beifügen, auf das jeder Berechtigte Zugriff hat. Da zu ewarten steht, dass kurzfristig leistungsfähge Tablets für den Einsatz in Industrie und EX-Bereich auf den Markt kommen, dürfte sich das Anwendungsspektrum auch weiterhin ausdehnen. Als weitere Ausbaustufe der Software ist beispielsweise die Aufbereitung der Daten ins jahrzehntelang elektronisch archivierbare PDF/A-Format geplant. Auch bei gesetzlich vorgeschriebener Langzeitarchivierung wird man dann auf Papier verzichten können. Die Unterstützung digitaler Signaturen soll zukünftig außerdem die Dokumentation von Prüfabläufen erleichtern.


Das könnte Sie auch interessieren:

Weltweit streben Unternehmen nach digitalisierten Produktionsumgebungen. Schließlich verhelfen vernetzte Maschinen zu mehr Transparenz, Einsparpotentiale werden offenbar und die Produktionsplanung endlich realistischer. Doch vor der Vernetzung muss deren Zweck möglichst klar definiert sein, und auch das Koppeln der Maschinen selbst braucht Sachverstand.‣ weiterlesen

Dietmar Heinrich wird neuer Finanzvorstand der Dürr AG. Zudem ernannte der Aufsichtsrat Dr. Jochen Weyrauch zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden.‣ weiterlesen

Die Maschinenbauer aus Deutschland müssen sich in einem zunehmend schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld behaupten. Das Jahr 2019 war geprägt von einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen in den globalen Handelsstreitigkeiten, sowie einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie.‣ weiterlesen

Nach einer Studie von Gartner soll bis 2022 der Geschäftswert von KI auf 2,85 Billionen Euro steigen. Der Löwenanteil davon wird voraussichtlich auf den Bereich der Kundenerfahrung entfallen, für das schon ausgereifte Tools am Markt existieren. Dieser Überblick zeigt, wie es heute um KI im Field Service Management steht und wohin die Reise geht.‣ weiterlesen

Eine Gießerei von Daimler-Motorblöcken rang mit Qualitätsproblemen und hohem Ausschuss. Nachdem sie eine KI-Lösung 15 Monate lang mit allen möglichen Unternehmensdaten fütterte, gab diese neue Betriebsparameter für die Produktion aus. Bereits im ersten Monat nach Anwendung dieser Parameter schleuste sie 50 Prozent weniger Motorblöcke aus.‣ weiterlesen

Nach einem zweistelligen Wachstum im September verzeichnete der Auftragseingang in der Elektroindustrie im Oktober einen Rückgang.‣ weiterlesen

70 Prozent der Firmen mit 250 bis 500 Beschäftigen setzen bereits Roboter ein. Mehr Produktivität und geringere Kosten sind die Hauptgründe dafür, wie die Umfrage von Reichelt Elektronik ergab.‣ weiterlesen

Wer braucht noch Touchscreens? Die nächste Lösungsgeneration für das industrielle Bedienen und Beobachten steht bereits vor der Tür. Noch sind diese Nachfolger eher in Nischen zu finden, aber dort kommunizieren Menschen bereits multi-sensuell mit ihrem Rechner.‣ weiterlesen

Steigende Datenmengen, europäische Cloud-Infrastrukturen, neue Hardware und der Energieverbrauch von Rechenzentren – dies sind aus Sicht des Herborner Unternehmens Rittal zentrale Datacenter-Trends des Jahres 2020.‣ weiterlesen

Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wuchsen die Exporte der deutschen Wirtschaft im Oktober um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Importe nahmen hingegen ab.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige