Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Anlagen- und Materialflusssimulation

Komplexe Planungsaufgaben zuverlässig bewältigen

Die Rippert Anlagentechnik GmbH & Co. KG in Herzebrock-Clarholz setzt bei der Konzeption komplexer Beschichtungs- und Lackieranlagen auf 3D-Simulationssoftware. Der Anlagenbauer gewinnt dadurch Planungssicherheit und senkt die Investitionskosten seiner Kunden. Durch die Simulation von Produktionsszenarien wird dabei auch der Blick auf zukünftige Fertigungsprozesse möglich.



Bild: Dualis

Die Anlagenplaner der Rippert Anlagentechnik hatten schon viele Lackier- und Beschichtungsanlagen konzipiert, aber diese eine drohte, ihnen über den Kopf zu wachsen: Die Aufgabe war, eine Chrombeschichtungsanlage von hoher Komplexität zu entwerfen. Die Werkstücke sollten zunächst an die Anlage übergeben und mit einem Transport-Laufwerk zum Reinigen an eine Waschstation gebracht werden, ehe sie zum Trocknen eine Aufwärmanlage durchliefen. Die unterschiedlichen Teile sollten dann auf einer Förderanlage, in der gleichzeitig 42 Laufwerke unterwegs waren, vor einen Lackierroboter gefahren werden. Der Automat übernahm dann teils die Decklackierung, teils die Grundierung.

Je nach Lackart und Teileabmessungen beziehungsweise -geometrie führte das zu unterschiedlichen Verweilzeiten im Einbrennofen, mit der Folge, dass manche Teile andere noch im Ofen überholen und die einzelnen Prozesse in einer nicht mehr überschaubaren Weise miteinander wechselwirken konnten. Auf der Suche nach einer Simulationssoftware stieß das Unternehmen auf die Simulationslösungen von Dualis, und gab bei dem Softwarehaus eine 3D-Modellsimulation für seine Chrombeschichtungsanlage in Auftrag. Das Dresdner Softwarehaus konnte sie innerhalb weniger Tage fertigstellen. „Früher wurden solche Layouts auf Papier gezeichnet und die Produktionsprozesse dann mit Bauklötzchen oder zurechtgebogenen Büroklammern nachgestellt“, schildert Heike Wilson, Geschäftsführerin der Dualis GmbH IT Solution. „Aber im Laufe der Zeit wuchsen die Anforderungen, die Anlagen wurden immer komplexer – ihre Planung lässt sich nur noch mit der passenden Software bewältigen.“

Um künftig selbst eigene, komplexe Simulationsmodelle erstellen zu können, investierte Rippert Anlagentechnik in eine Softwarelizenz. Das Unternehmen entschied sich dabei für die Lösungen ‚3DCreate‘, ‚3DRealize‘ sowie ‚Visual Components‘ des Softwarehauses. Neben dem Preis spielte bei der Investitionsentscheidung auch die Frage eine Rolle, ob die Software auf der vorhandenen Hardware laufen würde und ob zur Bedienung intensive Schulungen erforderlich waren. Diesen Anforderungen wurde der neue Simulator gerecht, zudem lassen sich einmal erstellte Komponenten wie Förderstrecken, Lackierkabinen oder Einbrennöfen jederzeit für die Simulation einer anderen Anlage verwenden.

Planungssicherheit durch Simulation

Rippert Anlagentechnik nutzt die Simulationstechnologie mittlerweile, um praktisch sämtliche Anlagen zu simulieren. Das erhöht die Planungssicherheit enorm, denn der Planer kann bestimmte Situationen durchspielen und so beispielsweise testen, wie sich kritische Situationen, etwa die Überlastung oder gar der Stillstand der Anlage beim Überlaufen bestimmter Stationen, vermeiden lassen. So können Ausweichstrategien frühzeitig erarbeitet und die Anlagengestaltung optimiert werden, ohne dass dazu teure Nacharbeiten erforderlich sind. Und da sich die Anlagen vor dem Kauf jetzt genau auf die jeweiligen Anforderungen zuschneiden lassen, bleiben auch die Investitionskosten niedrig. „Solche simulierten Anlagen gehen mit wesentlich steileren Anlaufkurven in den Echtbetrieb als ihre traditionell geplanten Pendants: Sie weisen weniger Startschwierigkeiten auf, erreichen ihre volle Produktivität in ungefähr einem Drittel der Zeit und spielen damit auch schneller ihre Investitionskosten wieder ein“, nennt Heike Wilson einige Vorteile.

Aussagekräftige Visualisierungen für den Vertrieb

Simulation ist aber nicht nur ein Planungsinstrument, sondern kann als vertriebsunterstützende Maßnahme hohe Überzeugungskraft entwicklen. Visualisierungen eröffnen die Möglichkeit, dem Kunden die Funktionsweise neuer Anlagen in plastischen Details vor Augen zu führen oder gemeinsam mit dem Abnehmer verschiedene Varianten einer Anlage durchzuspielen – und ihm so Berührungsängste zu nehmen. Denn in den 3D-Programmen wurde der Standard ‚3D-PDF‘ integriert. Das macht es dem Anwender möglich, ’seine‘ Simulation digital aufzuzeichnen und auf jedem beliebigen Rechner ablaufen zu lassen, sie beispielsweise Kollegen oder Freunden vorzuführen – und dabei einfach die Macht der Bilder wirken zu lassen. „3DRealize ist wie ein Flugsimulator. Wir steigen gemeinsam mit unseren Kunden ein, drehen ein paar Runden über den Wolken und testen den Landeanflug sowie kritische Situationen. Anschließend können wir unser Konzept weiter verbessern, und auch unsere Kunden wissen, wovon wir reden“, sagt ein Anlagenbauer.


Das könnte Sie auch interessieren:

Ab und zu fehlte ein Schlüssel im Kloster der Franziskanerinnen der ewigen Anbetung von Schwäbisch Gmünd. Beim letzten Mal gab das den Impuls, anstatt neue mechanische Zylinder in die rund 220 Türen des Komplexes einzubauen, die alte Technik durch das Bluesmart-System von Winkhaus zu ersetzen.‣ weiterlesen

Mit 100,5 Punkten hält sich das IAB-Arbeitsmarktbarometer im November stabil und liegt weiter im leicht über der neutralen Marke. Auf europäischer Ebene sank der Frühindikator allerdings erneut.‣ weiterlesen

In einer neuen Expertise des Forschungsbeirats Industrie 4.0 untersuchen das FIR an der RWTH Aachen und das Industrie 4.0 Maturity Center den Status-quo und die aktuellen Herausforderungen der deutschen Industrie bei der Nutzung und wirtschaftlichen Verwertung von industriellen Daten und geben Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Verbände, Politik und Wissenschaft.‣ weiterlesen

Im Forschungsprojekt FabOS soll eine KI-Bin-Picking-Anwendung entstehen, die ein verbessertes Erkennen, Greifen und definiertes Ablegen von Blechteilen in der Produktion ermöglicht.‣ weiterlesen

Die Digitalisierung des Qualitätsmanagements stellt Unternehmen vor Herausforderungen. Daher haben das Fraunhofer IPT und die FH Südwestfalen im Forschungsvorhaben 'Qbility - Quality 4.0 Capability Determination Model' ein datengetriebenes Reifegradmodell entwickelt, das die Anforderungen eines digitalisierten Qualitätsmanagements bei KMU adressiert.‣ weiterlesen

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt sicherheitsrelevante Patches und Updates so schnell wie möglich, unter Abwägung des jeweiligen Risikos, einzuspielen, auch wenn im professionellen und insbesondere industriellen Umfeld automatisierte Software-Updates mit unerwünschten Einschränkungen der Funktionalität - etwa durch einen Neustart des Systems - verbunden sein können.‣ weiterlesen

Im Gegensatz zu anderen Cyberangriffen bieten Attacken mit Ransomware auf den ersten Blick einen einfachen Ausweg: die Zahlung des geforderten Lösegelds.‣ weiterlesen

Nach 84,5 Punkten im Oktober kletterte der Ifo-Geschäftsklimaindex im November auf 86,3 Punkte. Die Unternehmen blicken demnach weniger pessimistisch auf die nächsten Monate.‣ weiterlesen

In Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille bietet eine neue Software des Fraunhofer IGD digitale Unterstützung von Absortiervorgängen. Zusammengehörige Bauteile werden direkt im Sichtfeld der Beschäftigten an der Produktionslinie farblich überlagert. Anwender im Automotive-Bereich können so etwa durch beschleunigte Prozesse und eine minimierte Fehleranfälligkeit Kosten reduzieren.‣ weiterlesen

Edge Management, Digital Twin und Data Spaces bilden die Schwerpunkte einer Zusammenarbeit zwischen der Open Industry 4.0 Alliance und dem Labs Network Industrie 4.0.‣ weiterlesen