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Alle Zahlen und Daten im Griff

Unternehmen in Echtzeit steuern

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Die Zeit der Insellösungen sei vorbei, erst mit weitreichender Verknüpfung der Unternehmenssysteme ließe sich künftigen Anforderungen in der Industrie gerecht werden. Das sagt Thomas Redzewsky, Director Microsoft Business Solutions bei der Arvato Systems GmbH. Mit entsprechenden Funktionen können Enterprise Ressource Planning-Anwendungen den Mittelpunkt für vernetzte Systemlandschaften bieten. Bild: Arvato Systems GmbH
 

Den Wandel in der Business-IT abbilden

Im Interview liefert Thomas Redzewsky, Director Microsoft Business Solutions bei Arvato Systems, Informationen zu den Anforderungen an ERP-Systeme im Industrie 4.0-Zeitalter.

Herr Redzewsky, wie stellt sich aus Ihrer Sicht der Status quo von ERP-Systemen in Verbindung mit dem Wandel zur Industrie 4.0 dar? Welche Herausforderungen entstehen dabei für Unternehmen?

T. Redzewsky: Aktuell befindet sich die Fertigungsindustrie in einer spannenden Umbruchphase, in der ERP-Systeme immer mehr den Mittelpunkt zwischen Mitarbeitern, Maschinen, weltweiten Standorten oder Zulieferern und eben der IT darstellen. Hinzu kommt die Kundenanforderung, immer individueller zu fertigen, was eine höhere Variantenvielfalt zur Folge hat. Dadurch ändern sich auch die Prozesse bei unseren Kunden, das Geschäft ist hochgradig agil und bedarfsorientierter geworden. Bewältigen kann man das nur mit vollständig integrierten Prozessen über alle Ebenen im Unternehmen und mit einem sehr flexiblen, vollständig integrierten ERP-System. Standardisierte Schnittstellen für die verschiedenen vernetzten Systeme sind dafür unabdingbar.

Herausforderungen sehe ich derzeit in der Mobilität der Prozesse und in der optimalen Vernetzung der verschiedenen Systeme. Beides muss flexibel und vor allem sicher abgebildet werden. Zudem sollen Daten möglichst überall in Echtzeit zur Verfügung stehen, unsere Anwender fordern Transparenz. Viele Unternehmen, gerade auch im Mittelstand, haben ja auch schon längst begonnen, sich dahingehend umzustellen und auch auf zukunftsfähige ERP-Systeme zu setzen, nur eben nicht unter dem Schlagwort Industrie 4.0. Bei Arvato Systems haben wir uns auf die Fahne geschrieben, die digitale Transformation in Unternehmen maximal zu unterstützen. Dafür sind wir unter anderem Mitglied im Industrie 4.0-Technologienetzwerk IT’s OWL.

Wo sollte ein Fertigungsunternehmen anfangen, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein? Welche Stolpersteine ergeben sich bei der Einführung eines neuen ERP-Systems?

Redzewsky: Redzewsky: Durch die genannte Kundenanforderung nach mehr individueller Fertigung und den Zwang, weltweit immer kostengünstiger zu fertigen, müssen produzierende Unternehmen reagieren. Die Fertiger müssen jetzt anfangen, die Weichen für eine Vernetzung der Produktions-IT mit der Maschinentechnik und den kaufmännischen Systemen zu stellen. Ein erster Schritt kann dabei zum Beispiel in Richtung höhere Reaktionsgeschwindigkeit durch Echtzeitrückmeldung gehen, gekoppelt mit der Einbindung mobiler Endgeräte für Vertrieb und Service. Ist das mit dem aktuellen ERP-System nicht mehr abbildbar, sollte man sich zeitnah Gedanken über eine zukunftsfähige Lösung machen. Eine Neueinführung und damit ein Eingriff in ein laufendes, oft in sich verzweigtes System ist bei vielen Unternehmen aber immer noch ein Thema, das große Bauchschmerzen verursacht.

Daher haben wir ein vielfach erprobtes Vorgehen entwickelt, mit dem die Stolpersteine bei einem Wechsel auf ein neues System gar nicht erst entstehen. Das passiert bei uns in maximal sechs Schritten: Expertengespräch und Workshop, Quickscan, Prozess- und IT-Optimierung, Best Practice-Implementierung, Training und Test sowie Echtbetrieb und Coaching. Zudem ist unsere Lösung, basierend auf Microsoft Dynamics AX, speziell für die Fertigungsindustrie vorkonfiguriert. Unser Lösungsansatz sieht dabei vor, gemeinsam mit dem Kunden die Prozesse zu optimieren. Redundante Projektschritte, zum Beispiel mehrmalige Analysen, sollen so vermieden werden. Wir betrachten den Gesamtunternehmensnutzen. Dabei haben wir die Kundenprozesse und die Organisation im Fokus, um diese IT-technisch zu unterstützen. Zudem bieten wir einen modularen Aufbau der Lösung, sodass das System Stück für Stück aufgebaut werden kann und für die Zukunft flexibel erweiterbar ist.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang Themen wie Security oder auch Mobility?

Redzewsky: Beide Themen spielen bereits eine sehr gewichtige Rolle. Beim Thema Mobility, also etwa der Einbindung mobiler Endgeräte, sollte man allerdings vor Einführung immer genau prüfen, welchem Zweck es dient und welche Daten für diesen Zweck wem im Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Der Nutzen muss einfach klar sein. Zum Beispiel könnte ein Vertriebler seine Auskunftsfähigkeit vor Ort beim Kunden erhöhen mit Echtzeit-Daten über Verfügbarkeiten, Lagerlogistik und Liefertermine. Ein Servicemitarbeiter könnte im Außendienst wichtige Details aus dem System abrufen. In der Produktion können Daten abgerufen werden, um die Reaktionsgeschwindigkeit zum Beispiel auf Störfälle zu erhöhen.

Wichtig ist dabei vor allem, dass die Mobilgeräte dem Zweck entsprechend über eine Applikation in die Systeme eingebunden sind. Das Thema Security ist für mich aktuell mit das Wichtigste. Die Bereiche Production-IT, Office-IT und Logistic-IT wachsen zusammen. Die Daten aus den Bereichen werden teils über verschiedene weltweite Produktionsstandorte oder mit Zulieferern ausgetauscht, Mitarbeiter rufen Daten vermehrt über Mobilgeräte ab. In diesem stark vernetzten Datenaustausch muss das Thema Daten- und Netzwerksicherheit eine zentrale Rolle spielen und von Anfang an mit bedacht werden. Der Austausch muss verschlüsselt mit einer durch das System sichergestellten eindeutigen Endpunktidentifizierung erfolgen. Das kann zwischen einem sicherheitszertifizierten Rechenzentrumsbetreiber und einem Kunde etwa über ein sicheres Verbindungsnetzwerk abgebildet werden, dass auf einem Virtual Private Network basiert.


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