Anzeige
Anzeige
Beitrag drucken

Alarme effizient gestalten

Beim Einsatz moderner Prozessleitsysteme gerät die Kernaufgabe 'Bedienen und Beobachten' immer weiter in den Hintergrund. Integrationsprojekte dominieren den Alltag, das Potenzial für effektive Prozessfahrweise wird oft nicht ausgeschöpft. Darunter leidet vor allem das Alarm Handling. Alarmmanagement kann hier entscheidend zur Verbesserung der Lage beitragen.

Bild: M+W Process Automation/Fotolia

Eine ähnliche Situation werden viele Anwender schon erlebt haben: Fast jedes dynamische Element der Prozessgrafik blinkt, das Leitsystem zeigt unzählige Alarme an, im Sekundentakt kommen neue dazu und niemand stört sich daran. Denn die Meldungen gelten als nicht vertrauenswürdig, der Informationsgehalt geht gegen Null. Das führt zu Desinteresse des Bedienpersonals, Alarme werden übersehen. Spätestens nach dem ersten oder zweiten Zwischenfall, der zumindest kurzzeitige Produktionsunterbrechung und mühsame Recherche nach den Ursachen zur Folge hat, beginnt die Suche nach Lösungen, um das überlastete Alarmsystem in einen stabilen Zustand zu überführen.

Standards für die Alarmierung

Bereits seit Mitte der 1990er-Jahre widmen sich Institutionen verstärkt der Alarmproblematik und dem Zusammenhang zwischen Anlagenstörungen und ’schlechten‘ Alarmsystemen. Mit Veröffentlichung der EEMUA 191 ‚Alarm Systems – A Guide to Design, Management and Procurement‘ lag im Jahr 1999 der erste Leitfaden vor, der sich bald zum De-facto-Standard entwickelte. Wesentlich beeinflusst davon folgten Publikationen wie die Namur-Empfehlung NA102, ‚The Alarm Management Handbook‘ von Hollifield und Habibi und der vom ASM Consortium veröffentlichte Leitfaden ‚Effective Alarm Management Practices‘.

Langfristige Leistungsfähigkeit

Was jedoch fehlte, war ein Dokument, das über den Status eines Ingenieurleitfadens hinaus Akzeptanz in der Industrie fand. Mit dem Standard ANSI/ISA-18.2, der in IEC 62682 übernommen werden soll, wurde diese Lücke im Juni 2009 geschlossen. Das Papier legt in einem zehnstufigen Lebenszyklus-Modell Phasen fest, die die Leistungsfähigkeit eines Alarmsystems sicherstellen sollen. Der Projektstart kann dabei über ein Alarmkonzept, Anforderungen an Monitoring und Assessment oder die Prüfung der Abläufe vor Ort erfolgen. Neu dabei ist vor allem die Tatsache, dass es sich um einen Standard handelt, der nach bindenden ANSI-Richtlinien entwickelt wurde. Dabei sollen vor allem ausführliche Definitionen zum Thema Alarme Konsistenz und Klarheit auch abseits des Standards schaffen. Grundlage für Alarmmanagement nach ISA-18.2 ist die Einführung und Pflege eines Alarmkonzepts, auch als ‚Alarmphilosophie‘ bezeichnet.

Dazu zählen folgende Aspekte:

  • Zuständigkeiten und Verantwortung
  • Alarmdefinitionen
  • Regeln zur Alarmpriorisierung
  • HMI-Richtlinien
  • Methoden der Leistungsüberwachung
  • Änderungsmanagement und Training

Regelmäßige Abgleiche des Alarmsystems mit diesen Anforderungen gelten als Voraussetzung für langfristig leistungsfähige Systeme.


Das könnte Sie auch interessieren:

Wie der IT-Security-Anbieter Kaspersky berichtet, wurden Unternehmen weltweit über zielgerichtete Phishing-Mails angegriffen, bei denen die Angreifer das Mimikatz-Programm nutzten. Kaspersky hat diese Angriffe analysiert.‣ weiterlesen

Heute suchen meist aufwendige Kamerasysteme nach Teilen im Werkstückträger, die der Roboter greifen kann. Mit der Smart-Task-Funktionalität Load Mapping des Sensorherstellers Sick lässt sich die Belegung von Werkstückträgern während der Zuführung in die Montagezelle erfassen und als digitales Sensorsignal an die Robotersteuerung ausgeben.‣ weiterlesen

Nach über 75 Jahren im Sensorgeschäft sollen künftig auch digitale Lösungen das Portfolio von Sick prägen. Christoph Müller, Senior Vice President für den Industrial Integration Space bei Sick, schildert, was Apps und Sensorik zusammen leisten und warum die Probleme der Anwender immer weniger die Automatisierungstechnik selbst betreffen.‣ weiterlesen

In einer 5. Blitzumfrage des VDMA zeigt sich, dass sich die Lieferketten der deutschen Maschinenbauer nach und nach erholen. Die Branche hat jedoich weiterhin mit Auftragseinbußen zu kämpfen.‣ weiterlesen

Mit Process Mining ermitteln Unternehmen, in welchen Prozessen Sand im Getriebe ist. Da die Methode zwingend datenbasierte Prozesse zur Analyse und Visualisierung voraussetzt, ist dieser Ansatz zwar im ERP-Umfeld zuhause, lässt sich aber hervorragend auf MES-unterstützte Produktionen anwenden.‣ weiterlesen

Immer häufiger werden industrielle Anwendungsfälle mit maßgeschneiderter Technik erprobt. Sven Pannewitz und Tobias Thelemann, Produktmanager bei Reichelt Elektronik, verweisen auf die Beliebtheit von Open-Source-Hardware in solchen Lösungen.‣ weiterlesen

Gesetzlichen Bestimmungen zufolge müssen Hersteller Unterlagen wie CE-Konformitätserklärungen, Atex-Zertifikate oder Werkstoffzeugnisse erstellen. Die Anwendung der im April erschienenen Richtlinie VDI 2770 Blatt 1 soll Prozessabläufe bei der Übergabe von Herstellerinformationen vereinfachen, indem sie einheitlich strukturiert bereitgestellt werden.‣ weiterlesen

Brigitte Falk verantwortet beim Industrie-4.0-Spezialisten Forcam die interne IT sowie das digitale Marketing zur Leadgenerierung. Als CIO/COO berichtet sie an Geschäftsführer (Co-CEO) Oliver Hoffmann.‣ weiterlesen

Nach dem Rückgang im vergangenen Monat legt der Ifo-Geschäftsklimaindex im Mai wieder zu. Dabei haben sich vor allem die Erwartungen für die kommenden Monate verbessert.‣ weiterlesen

Die Corona-Pandemie hat auch die wichtigen Absatzmärkte China, Indien und Brasilien getroffen, wobei aus China wieder positive Signale kommen.‣ weiterlesen

Anzeige
Anzeige
Anzeige