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Montag, 05.12.2016  

Bundesregierung beschließt Ressourceneffizienzprogramm

Das Bundeskabinett hat das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm 'Progress' beschlossen. Das Programm soll helfen, die Rohstoffproduktivität der Wirtschaft zu steigern und auch globalen Herausforderungen hinsichtlich effizienter Rohstoffnutzung Rechnung tragen.

Das Bundeskabinett hat am 29. Februar 2012 das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm 'Progress' beschlossen. Das teilte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) am gleichen Tag mit. Das Programm soll nach Ministeriumsangaben durch Marktanreize, Forschung und Innovation sowie Beratung die Rohstoffproduktivität der deutschen Wirtschaft steigern. Damit legt die Bundesregierung erstmals ein umfassendes Programm zur nachhaltigen Nutzung von Rohstoffen vor.

"Masterplan für nachhaltiges Wachstum"

Bundesumweltminister Norbert Röttgen bezeichnet das Programm als "Masterplan für nachhaltiges Wachstum". Die effiziente Nutzung endlicher Ressourcen sei eine der größten ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit und eine Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften. Durch diesen Ansatz ließen sich Umweltbelastungen begrenzen, die globale Wettbewerbsfähigkeit stärken und qualifizierte Arbeitsplätze schaffen. "Deutschland hat die besten Voraussetzungen, beim notwendigen globalen Wandel zu einer ressourceneffizienten Wirtschaftsweise voranzugehen und eine Vorreiterrolle zu übernehmen", sagt Röttgen.

Von Produktion bis Kreislaufwirtschaft

Das Programm beschreibt im Kern Handlungsansätze, Maßnahmen und Beispiele zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Dabei geht es unter anderem darum, eine nachhaltige Rohstoffversorgung zu sichern, Ressourceneffizienz in der Produktion zu steigern, Konsum ressourceneffizienter zu gestalten sowie eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft auszubauen. Für die Umsetzung spielen nach Ministeriumsangaben sowohl die Stärkung freiwilliger Maßnahmen als auch Initiativen in Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Rolle - beispielsweise der Ausbau der Effizienzberatung für kleine und mittlere Unternehmen, die vermehrte Berücksichtigung von Ressourcenaspekten in der Normung sowie die Stärkung von Produktkennzeichen und Zertifizierungssystemen.

Rohstoffeinsatz als globale Herausforderung

Weltweit wurden nach Minsteriumsangaben im Jahr 2009 über 68 Milliarden Tonnen Rohstoffe eingesetzt, rund ein Drittel mehr als im Jahr 2000 und etwa doppelt so viel wie Ende der 1970er Jahre. Ein Trend, der sich allein aufgrund der zu erwartenden, steigenden Rohstoffnachfrage als Folge des  Bevölkerungwachstums fortsetzen dürfte und auch weitere Umweltbeeinträchtigungen bedeuten könnte. Röttgen erklärt: "Schon jetzt übersteigt die Nutzung von natürlichen Ressourcen die Regenerationsfähigkeit der Erde deutlich. Das ist ein Trend, den wir stoppen und umkehren müssen." Dabei gehe es auch um globale Gerechtigkeit, derzeit treffen die ökologischen und sozialen Folgewirkungen der Ressourcennutzung nach Röttgens Aussagen überproportional die Entwicklungsländer.

Rohstoffeinsatz als globale Herausforderung

Bereits im Jahr 2002 hatte die Bundesregierung in ihrer Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel verankert, Deutschlands Rohstoffproduktivität zu erhöhen. In der Rohstoffstrategie vom 20. Oktober 2010 wurde dann beschlossen, ein Effizienzprogramm zur Umsetzung dieses Ziels zu entwickeln. Im Rahmen des Progress-Programms stellen nun neben der Bundesregierung auch 14 Länder sowie 23 Verbände und Einrichtungen beispielhaft ihre Aktivitäten zur Ressourceneffizienz dar. Das Programm greift auch internationale Impulse auf: Die EU-Kommission hat eine der sieben Leitinitiativen der 'Europa 2020'- Strategie dem Ziel eines ressourcenschonenden Europa gewidmet, auch das Internationale Ressourcen-Panel der Vereinten Nationen hat 2011 einen Bericht zur Entkopplung von Ressourcennutzung und Wirtschaftswachstum veröffentlicht. Ressourceneffizienz wird auch beim Gipfel der Vereinten Nationen 'Rio plus 20' in Rio de Janeiro im Juni 2012 ein wichtiges Thema sein.

Hinweis: Die Inhalte des Ressourceneffizienzprogramms Progress stehen auf den Webseiten des BMU im PDF-Format als Download bereit.

(Quelle:Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit)

Internet: www.bmu.de   

Marburg, den 29.02.2012
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