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Kernprozess Produktentwicklung


Betriebliche Abläufe in neuem Licht



1912 wurde aus der Begeisterung für Licht ein Unternehmen: Trilux. Aus strategischen Gründen setzt der Hersteller von Beleuchtungssystemen und -komponenten heute auf das ERP-System der SAP. Um die Verwaltung der Daten zu vereinfachen, Medienbrüche zu beseitigen sowie die Prozesse im Unternehmen flexibler zu gestalten, hat man sich nun auch für die Einführung einer PLM-Lösung entschlossen.

Mit der Erfindung der sogenannten Langfeldleuchte wird das Unternehmen Trilux zur Zeit des Wirtschaftswunders groß. Inzwischen ist es Marktführer in Deutschland und rangiert in Europa auf Platz drei hinter zwei börsennotierten Konzernen. Bis heute zeichnet sich das nach wie vor familiengeführte Unternehmen durch Innovationskraft und hohe Qualitätsstandards aus. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen für Technik und Design unterstreichen das. Rund 18.000 verschiedene Produkte produziert und vertreibt die Trilux GmbH & Co. KG. Außer am Hauptsitz in Arnsberg unterhält der Hersteller Produktionsstätten in Spanien sowie in Asien.

Warum ein PLM?



Aus strategischen Gründen setzt Trilux als ERP-System SAP ein. Die Entwicklung und Konstruktion der Leuchten erfolgen in NX. Verwaltet werden die CAD-Daten und -Objekte in einer DMS-Software, die der Hersteller von Beleuchtungssystemen und -komponenten selbst entwickelt hat. Um die Verwaltung der Daten zu vereinfachen, Medienbrüche zu beseitigen und Prozesse im Unternehmen flexibler zu gestalten, hat man sich für die Einführung von Product Lifecycle Management (PLM) entschlossen. Über Schnittstellen werden weitere Systeme angebunden, um die Daten aller Produktlebensphasen zentral in SAP zu verwalten. Auf diese Weise soll nicht nur die Methodik der Konstruktion verbessert werden. Letztendlich sollen auch deren Abläufe strukturierter und schneller passieren. Aus strategischer Sicht wurde auch untersucht, ob die Software-Lösung hinter dem Projekt ISO9000- sowie DIN4000-konform ist.

Betriebliche Neuaufstellung



Für Trilux war klar, dass die Einführung von SAP PLM nicht nur Folgen für die CAD-Anwender hat. Der Produktlebenszyklus, der durch das neue System zum Management der Produkte etabliert wurde, wirkte sich auch auf die Prozesse und Produktdaten von Planung, Konstruktion, Arbeitsplanung, Fertigung, Montage, Vertrieb, Nutzung und Entsorgung aus. Da mit der Einführung sämtliche Systeme miteinander gekoppelt werden sollten, erfasste die PLM-Lösung rund 80% aller Prozessabläufe. Die Einführung führte damit zu einer konzeptionellen Neuaufstellung, man versprach sich nachhaltige Vorteile für die Bereiche Beschaffung und Einkauf, Marketing, Vertrieb, technische Dokumentation, Arbeitsvorbereitung, Fertigungsplanung und Instandhaltung. Die Entwicklung von Produkten bildet den Kernprozess bei Trilux. Durch den einheitlichen Zugriff auf CAD-Zeichnungen und -Modelle entfällt heute der Mehraufwand für die Suche und Verwaltung dieser Daten. In diesem Sinne stehen unternehmensweit konsistente Daten zur Verfügung, die sich bei Änderungen an den Produkten auch unmittelbar auf die Prozesse zur Beschaffung sowie die Kalkulation im Vertrieb auswirken.

"Die zentrale Datenhaltung erfordert weniger Systeme und spart Kosten, während wir den gesamten Produktlebenszyklus erfassen."
Jürgen Winzer, PLM-Projektleiter der Trilux GmbH

An der Oberfläche



Die Lösung SAP PLM mit der 'SAP PLM Integration für NX' und Engineering Control Center - kurz ECTR - überzeugen vor allem in puncto intuitiver Handhabung. Da keine weitere Datenbank zwischen NX und SAP erforderlich ist, hält der Hersteller seine Daten automatisch konsistent. Die Oberfläche von ECTR ermöglicht CAD-Anwendern die Nutzung des Systems in einer vertrauten Umgebung, ohne mit dessen Masken arbeiten zu müssen. ++convert erzeugt unter Verwendung der Konvertierungsfunktionen von Seal automatisch Neutralformate. Unabhängig von der CAD-Anwendung erhalten damit auch andere Geschäftsbereiche Zugriff auf die CAD-Zeichnungen und -Modelle. Die Anzeige der unterschiedlichen Neutralformate erfolgt innerhalb des SAP GUIs mit dem ECL-Viewer. Damit lassen sich die Objekte bei Bedarf auch messen und schneiden. Ideale Voraussetzungen, um die Zeichnungen und Modelle in verschiedenen Geschäftsbereichen wie in der Technischen Dokumentation, im Support und im Marketing einzusetzen.

Gestern und heute



Die Migration umfasste 207.000 Konstruktions- sowie 20.000 Office-Dokumente inklusive Stammdaten, Ordner, Daten zur Klassifizierung, alte Scanzeichnungen sowie Änderungslegenden. Jürgen Winzer, PLM-Projektleiter der Trilux GmbH: "Eine Migration wie im Bilderbuch. Tausende Daten aus vielen Jahrzehnten liegen jetzt zentral im SAP-System unternehmensweit vor." Mit dem neuen System erfolgt die Freigabe der Zeichnungen und Modelle in SAP. ECTR steuert den dazugehörigen Prozess. Damit sind alle Änderungen und Freigaben lückenlos dokumentiert. Das gilt auch für die Verwaltung der Entwicklungen sowie das Änderungswesen. Konstrukteure können Änderungen ohne Antrag durchführen, anschließend wird die neue Version unternehmensweit bekannt gegeben. Die 'SAP PLM Integration für NX' stellt dazu entsprechende Aktionen bereit. Diese rufen innerhalb von ECTR-Tools zum Management von Änderungen auf. Wurden Zeichnungen bislang bei Bedarf ausgedruckt, manuell bestempelt und verteilt, nutzt man jetzt die Plotlösung der Seal Systems AG. Auf Basis der Neutralformate werden archivfähige PDFs erstellt und bestempelt.

PLM wirft seinen Schatten



Die Einführung der PLM-Lösung schloss die erste Phase des Projekts ab. Nachdem damit alle Voraussetzungen geschaffen wurden, werden in der zweiten Phase diese Möglichkeiten auf den Geschäftsbereich Sonderfertigung ausgeweitet. In weiteren Phasen ist geplant, den Rollout auf alle Geschäftsbereiche und weltweiten Unternehmen der Gruppe auszuweiten, um global mit einheitlichen Standards zu arbeiten. Jürgen Winzer sieht sich damit für die Anforderungen an die Beleuchtung der Zukunft gewappnet: "Energiesparend, komfortabel, dynamisch und individuell: Mit SAP PLM und ECTR setzen wir heute die Anforderungen im Unternehmen um, die morgen für unsere Produkte gelten."

Autor: Sebastian Kiesel, DSC Software AG
Internet: www.dscsag.com   


IT&PRODUCTION, 04-2010



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