Click Here

Mehr Raum für erfolgreiche Produktrealisierung


Teamorientierte Prozessstrukturen vor SOP



In Zeiten wirtschaftlichen Wandels ist die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen in lieferbereite Produkte wesentlich für die Zusammenarbeit zwischen Kunden und Lieferanten. Kunden wünschen sich gerade jetzt neue Produkte. Die Unternehmen wiederum können sich Umsatzpotenziale erschließen. Um die so genannte 'time to market' deutlich verkürzen zu können, sind in der Praxis wirksame Methoden notwendig.

Produktideen entstehen unter anderem durch Kundenwünsche, Produkte werden geprägt durch Entstehungsprozesse, Menschen prägen diese Prozesse mit ihrem Wissen, ihren Erfahrungen und ihrem Engagement. Die Entwicklung von neuen und innovativen Produktplattformen stellt für jedes Unternehmen eine Herausforderung dar. Das tägliche Geschäft wird ergänzt durch methodisch anspruchsvolle Aufgaben des Projektmanagements. Die Aufbauorganisation wird ergänzt durch eine prozessorientierte Ablauforganisation, die auf das Projekt zugeschnitten ist. Die erfolgreiche Modellierung dieser Organisation stellt eine wesentliche Grundlage für das dann folgende eigentliche Projektmanagement dar.

E+H Conducta hat diese Ansätze bereichsübergreifend - d.h. das Marketing, die Entwicklung, die Produktion und Logistik umschließend - in die Tat umgesetzt. Verantwortlichkeiten wurden definiert, Aufgaben wurden benannt und zugeordnet. Auf Basis der Kunden- sowie Produktanforderungen wurden teamorientierte Prozessstrukturen geschaffen. Vor Serienstart wird der Projektstand wöchentlich auf Basis eines internen Liefer- und Leistungsplanes strukturiert berichtet und dabei Plan mit Ist verglichen. Abweichungen werden so frühzeitig auf Wochenbasis erkannt, Maßnahmen zur erfolgreichen Weiterarbeit können definiert und verfolgt werden. Das Team hat jederzeit Kenntnis, wo es steht und ist gemeinsam und motiviert auf dem Weg zu einem erfolgreichen Serienstart. Die beschriebenen Vorgehensweisen wurden bei den Produktplattformen CM442 sowie Probenehmer stationär sowie portabel unterschiedlich eingesetzt.

Simultaneous Engineering und erweitertes V-Modell



Grundsätzlich wird im Rahmen der gesamten Produktplattform nach den Prinzipien des Simultaneous Engineering gearbeitet. Dabei erfolgt ein partizipatives Planen und paralleles Arbeiten der beteiligten interdisziplinären Fachbereiche. Im Rahmen der Fertigungsüberführung des Controllers Liquiline M CM442 wurde ein stringentes Reportingsystem praktiziert. Das Reportingsystem basiert auf der prozessorientierten Betrachtung des V-Entwicklungsmodells, das in Zusammenarbeit mit der Ifakt GmbH erweitert wurde. Die Erweiterungen betrafen Funktionen von Operations im Sinne von Industrial Engineering, Fertigung, Logistik und Qualitätswesen. Durch Parallelisierung und Vernetzung des V-Entwicklungsmodells mit diesen weiteren Funktionen werden Produktqualität und Produkteigenschaften im Sinne des Kundenwunsches sowie der 'Product time to market' sichergestellt.

Die Erweiterung des V-Entwicklungsmodells.

Handlungssicherheit für das Team



Im Rahmen der Fertigungsüberführung des stationären Probennehmers kamen schwerpunktmäßig Methoden des digitalen Engineering zur Anwendung. Ähnlich dem PDCA-Regelkreis (plan-do-check-act) aus der Kaizen-Philosophie wird auf Basis vernetzter und systematisierter Kommunikation ein exzellenter Produktserieneinführungsstatus verfolgt. Die Nutzung von digitalen Planungswerkzeugen sichert den nachhaltigen Einsatz von erbrachtem Wissen und bietet dem Anlaufmanagementteam eine Basis für den gemeinsamen fortlaufenden Erfolg. Es entsteht eine Transparenz, die dem Team Handlungssicherheit gibt.

Reifegrad im Frühstadium der Produktentwicklung



Ein Ergebnis des integrativen Prozesses ist ein bedeutend höherer Produktreifegrad und Herstellungsreifegrad schon im Zuge der frühen Produktentwicklung. Geplante Produktkosten sind so wesentlich präziser einstellbar. Prozesse werden vor Serienstart beherrscht und der kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) vor dem start of production (SOP) wird somit ermöglicht. In dem Zeitraum, in dem die beschriebenen Prozesse entwickelt und realisiert wurden, entstand auch ein Unternehmensneubau. Dieser Unternehmensneubau wurde nach prozessorientierten Gesichtspunkten gestaltet und realisiert. Den Teams bietet dieser Neubau exzellente räumliche Nutzungsmöglichkeiten, um nachhaltig erfolgreich für die Kunden von E+H Conducta robuste Produkte zum Serienstart zu führen.

Autor Dipl.-Ing. Frank Steinhoff ist Director Technology der Endress+Hauser Flowtec AG in Rheinach, Schweiz.

IT&PRODUCTION, 04-2010



Anzeigen
PPS SCM MES Alles aus einer Hand PSI