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Wie sparen Sie bei Logistikprozessen Manntage?



Die Industry Solutions-Sparte des Technologiekonzerns Siemens AG baut in der ganzen Welt große Industrieanlagen aus den Bereichen Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik. Der logistische Aufwand für die riesigen Projekte ist immens. Ein strukturiertes Lager mit geordneten Lagerplätzen gibt es auf den Baustellen nicht. Die mitunter großen Teile lagern chaotisch, eben dort, wo gerade Platz ist.

Die Industry Solutions-Sparte des Technologiekonzerns Siemens AG dreht an den ganz großen Schrauben: Der Geschäftsbereich mit Sitz in Erlangen baut in der ganzen Welt große Industrieanlagen aus den Bereichen Produktions-, Transport- und Gebäudetechnik. Der logistische Aufwand für die riesigen Projekte ist immens. "Jede Baustelle ist bis ins kleinste Detail geplant. Das Material wird pünktlich zu jedem Bauabschnitt geliefert und für kurze Zeit vor Ort gelagert", erklärt Kristoffer Konheiser, Projektleiter bei Siemens Industry Solutions. Ein strukturiertes Lager mit geordneten Lagerplätzen gibt es auf den Baustellen nicht. Die mitunter großen Teile lagern chaotisch, eben dort, wo gerade Platz ist. "Da muss schon Mal ein Container als Kleinteilelager herhalten", bestätigt Kristoffer Konheiser. Damit trotzdem nichts verloren geht, sind mehrere Mitarbeiter mit Wareneingangskontrollen, Materialverteilung oder Lagerverwaltung beschäftigt. "Der Papierberg, der dabei entsteht, umfasst rasch mehrere Regalmeter", unterstreicht Projektleiter Konheiser.

"Da muss schon Mal ein Container als Kleinteilelager herhalten", so schildert Kristoffer Konheiser, Projektleiter bei Siemens Industry Solutions, das Alltagsgeschäft der Baustellenlogistik. Damit trotzdem nichts verloren geht, sind mehrere Mitarbeiter mit Wareneingangskontrollen, Materialverteilung oder Lagerverwaltung beschäftigt.

Integrationsprojekt zwischen SAP- und Microsoft-Welt



Der hohe Verwaltungsaufwand kostete nicht nur Zeit; wegen der vielen manuellen Datenabgleiche konnten sich auch schnell Fehler einschleichen. Hinzu kam, dass Informationen über Materialbewegungen zeitlich verzögert in der Unternehmenssoftware erschienen. Siemens Industry Solutions suchte deshalb nach einer Lösung, mit der sämtliche Materialbewegungen mobil erfasst werden konnten. "Das mobile System sollte eng mit der Konzernsoftware von SAP zusammenarbeiten und Daten auch offline verarbeiten beziehungsweise bereitstellen", stellt Kristoffer Konheiser klar. Anfang 2008 entschied sich das Unternehmen für ,@NAV Mobile Warehouse' - eine Speziallösung vom Microsoft-Partner bartolome röder ag. Die mobile Materialwirtschaft basiert auf Microsoft Dynamics NAV Mobile, der mobile Client zum gleichnamigen ERP-System. "Bartolome röder ist sowohl in der SAP-, als auch in der Microsoft-Welt zuhause und damit für ein Integrationsprojekt prädestiniert", begründet Projektleiter Konheiser die Wahl.

Mit der mobilen Lösung "@NAV Mobile Warehouse" spart Siemens Industry Solutions Zeit auf großen Baustellen.

Logistikinformationen sorgen für mehr Sicherheit



Das Konzept sollte zunächst im Rahmen eines Pilotprojekts getestet werden. Siemens Industry Solutions wählte hierfür ein Projekt der österreichischen Tochtergesellschaft Siemens VAI Metals Technologies GmbH & Co aus. Mithilfe von Microsoft Dynamics NAV Mobile sollte die Baustellenlogistik eines Stahlwalzwerks gesteuert werden. Hierfür wurden fünf Arbeitsplätze mit der mobilen Lösung ausgestattet. Zusätzlich kamen zwei Personal Digital Assistenten (PDA) mit integriertem Barcodescanner von Datalogic unter Windows Mobile 6.1 zum Einsatz. Über eine Schnittstelle zu SAP werden der geplante Materialbedarf, die Lieferavise und Einkaufslisten an das ERP überspielt. Die Unternehmenssoftware stellt die Informationen anschließend mobil zur Verfügung. "Bei der Anlieferung müssen wir die einzelnen Positionen auf dem PDA nur noch abhaken", erklärt Projektleiter Konheiser. Sämtliche Lagerbewegungen werden mithilfe von Barcodes dokumentiert. Ein Knopfdruck genügt, um die erfassten Daten vom PDA an das ERP-System zu übergeben. Die Synchronisierung erfolgt entweder per W-LAN-, Bluetooth- oder Mobilfunkverbindungen - je nachdem, was gerade verfügbar ist. Über die SAP-Schnittstelle stehen die aktuellen Logistikinformationen kurze Zeit später allen Mitarbeitern zur Verfügung. "Wichtige Zahlen hatten wir dank der mobilen Endgeräte viel früher vorliegen. So konnten wir etwa bei Materialfehlern schneller reagieren", unterstreicht Kristoffer Konheiser. Nach Abschluss des Pilotprojekts zieht Projektleiter Konheiser eine positive Bilanz: "Die mobile Datenerfassung sorgt für schnelle Informationen und mehr Sicherheit bei der Baustellenlogistik. Manuelle Doppeleingaben entfallen. Gerade bei aufwendigen Logistikprozessen, wie etwa der Lagerräumung, können wir leicht mehrere Tage sparen." Nach dem erfolgreichen Testlauf denkt Siemens Industrial Services über den Einsatz der mobilen Materialwirtschaft auf anderen Baustellen nach.

Die digitale Datenerfassung sorgt für mehr Sicherheit auf den Baustellen.
Author Björn Lorenz ist Fachjournalist IT, Internet und mobile Kommunikation in Berlin
Internet: www.siemens.de   www.br-ag.com   


IT&PRODUCTION, 08-2009



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