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Den Trend von morgen heute schon umsetzen

Mietmodell löst Lizenz ab

Softwarelizenzen sind teuer. Ist die Software installiert, bedarf sie der Pflege. Das ist bei genauer Betrachtung auf Dauer weder wirtschaftlich noch zeitgemäß. Auftretende Probleme muss der Anwender selbst lösen oder eigens einen Systemadministrator engagieren. Die Lösung für all diese Probleme soll lauten: Software as a Service, kurz SaaS.


SaaS-Modell: Mietmodell anstatt Lizenzkauf. Bild: Francesco Bisignani - Fotolia.com.

Ein SaaS-Anbieter stellt dem Anwender die Software über die Internetverbindung bereit. Anstatt Softwarelizenzen zu kaufen, mietet der Anwender das System, das beim Dienstleister betrieben wird. Bei diesem Mietmodell sorgt somit der Anbieter für einen aktuellen Hard- und Softwarebestand und überwacht das gesamte IT-System. Der Anwender erwirbt weder das Recht an einer bestimmten Software noch besitzt er sie. Er nimmt lediglich eine Dienstleistung in Anspruch und nutzt die Anwendung. Diese Dienstleistung zu erfüllen ist Aufgabe des Softwareanbieters, denn dieser kümmert sich um Installation, Konfiguration, Wartung und Aktualisierung des Systems.

Zeichen stehen auf Wachstum

Klein, aber oho - das ist die aktuelle Situation des SaaS-Marktes in Deutschland. In den Vereinigten Staaten ist er längst etabliert und stark. Langsam aber sicher überzeugt das SaaS-Modell immer mehr deutsche und gerade mittelständische Unternehmen. Sie erkennen, dass sie mit einem IT-System auf Basis des Mietmodells hohe Anschaffungskosten für Lizenzen und interne IT-Fachkräfte sparen. Selbst bei konservativen Schätzungen wächst laut Experton Group der deutsche SaaS-Markt jährlich um 30%. Anfang November 2007 belief sich das Umsatzvolumen auf rund 270Mio. Euro. Das entspricht zwar lediglich 1,4% des gesamten Business-Software-Marktes, doch die Wachstumsraten liegen mit 30% über den meisten anderen IT-Segmenten. Mit den Ergebnissen einer europaweiten Umfrage von 2007 bestätigt die Firma Colt Telecom die zu erwartende hohe Nachfrage. Eine erfolgreiche Zukunft am Saas-Markt sagen auch die Marktforscher von Gartner voraus. Hauptgründe hierfür sehen die Marktforscher in den geringen Einführungskosten. Deswegen, so stellen die Experten fest, wird SaaS seinen Durchbruch insbesondere bei kleinen und mittelständischen Unternehmen erleben. Denn mit dem Mietmodell können Anwender ihre kurzfristigen Ausgaben senken und sich schneller und kostengünstiger ein IT-System anschaffen. Das Mietmodell setzt sich immer mehr als Alternative zu den traditionellen Produktlizenzen durch.

Klarer Kostenvorteil

Vertreibt ein Hersteller seine Software über Lizenzen, ist er ausschließlich für das fehlerfreie Arbeiten der Anwendung verantwortlich. Der Käufer selbst sorgt für die passende EDV-Umgebung und betreut anfallende Wartungen, Installationen, Aktualisierungen, Anschaffungen und Erneuerungen. Diese Aufgaben entfallen, entscheidet sich der Anwender für SaaS - ein klarer Vorteil bei der Anschaffung von Software. SaaS-Nutzer müssen weder einen IT-Spezialisten beschäftigen, noch eine passende EDV-Umgebung zur Verfügung stellen und pflegen. Bares Geld wird so gespart. Außerdem verkürzt sich die Implementierungszeit der Lösung, da der Dienstleister die SaaS-Lösung über das Internet zur Verfügung stellt. Sie muss nicht aufwendig angefordert und selbstständig integriert werden. Die Arbeit in einem produzierenden Unternehmen soll sich ja nicht auf Verwaltung und Organisation von IT-Systemen konzentrieren, sondern auf die Produktion. Darüber hinaus entfallen bei SaaS hohe Kosten für die Investition in eigene Hard- und Software. Der einmalige Anschaffungspreis fällt weg. Für kleinere Unternehmen mit geringen liquiden Mitteln ist er ohnehin zu hoch. Die Miete wird monatlich bezahlt und ist somit klar kalkulierbar und finanzierbar.

Überzeugungsarbeit

Unter betriebswirtschaftlichen Aspekten verschiebt SaaS die Softwareausgaben vom Block der Investitionskosten zu den Betriebsausgaben, die sofort steuerlich absetzbar sind. Das Risiko bei der Software-Anschaffung wechselt durch SaaS vom Anwender zum Anbieter. Da ein SaaS-Anwender die Möglichkeit hat, die gemietete Software zu kündigen und kurzfristig den Softwareanbieter zu wechseln, steigt das Risiko des Anbieters, seine Kunden zu verlieren. Ein SaaS-Anbieter muss sich also bemühen, seine Kunden dauerhaft zu binden, und einen schnellen, zuverlässigen und guten Service bereitstellen. Diesen Dienstleistungsgedanken verfolgt ein Anbieter klassischer Softwarelizenzen nicht. SaaS überzeugt aber noch nicht alle Anwender. Das Mietmodell bringt neben den positiven Aspekten nämlich auch einige Nachteile mit sich. Für den Anwender entstehen mit SaaS neue Risiken in den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit. Der Nutzer lagert nämlich geschäftskritische Daten aus und gibt sie in die Hände Dritter. Für viele ein Hindernis, das die Hürden für das Mietmodell hoch legt. Ein besonderes Vertrauensverhältnis ist notwendig. Deswegen sollte bei der Entscheidung für ein SaaS-Modell ein zertifiziertes Rechenzentrum oder ein entsprechend vertrauenswürdiger Partner gewählt werden. Zu bedenken ist auch, dass es interne IT-Abteilungen von mittelständischen Unternehmen immer schwerer haben, die Datensicherheit zu gewährleisten. Häufig liegen die Daten bei einem externen Dienstleister sogar sicherer als auf dem hauseigenen Unternehmensserver. Neben der Sicherheit muss auch die Verfügbarkeit der Daten klar im Vorfeld geregelt werden, da der Anwender während der Vertragslaufzeit vom SaaS-Anbieter abhängig ist. In Verhandlungen mit dem SaaS-Dienstleister sollte eine Verfügbarkeit der Anwendungen von 99,5 bis 99,9% im Monat angestrebt werden. Rechnet man die Verfügbarkeit auf ein Jahr hoch, dürfte der Service seitens des Anbieters in diesem Fall etwa 40 Stunden am Stück ausfallen, ohne dass eine Pflichtverletzung vorliegt. Kommen Ausfälle der Internetverbindung hinzu, kann die reale Verfügbarkeit beim Anwender noch niedriger liegen. Eine Schwachstelle des Mietmodells ist, dass viele Anwender ohne spezielle Einstellungen auskommen müssen. Der Anbieter passt sie generell nicht an die individuellen Bedürfnisse eines Unternehmens an. Darüber hinaus vertreiben Dienstleister von SaaS meist stark standardisierte Software und bieten selten branchenspezifische Lösungen. Es lohnt sich daher, auf eine der wenigen Ausnahmen einzugehen.

Individuelles Mietmodell

Das Unternehmen IKOffice hält für die Werkzeug-, Formen-, Modell- und Vorrichtungsbaubranche eine ERP-Komplettlösung bereit. Die branchenspezifische Lösung optimiert Produktionsabläufe und kann auf Basis eines Mietmodells eingesetzt werden. Den Vorbehalten der Nutzer setzt der Systemanbieter eine Lösung entgegen: Der Server, auf dem die Software und die Daten liegen, steht beim Anwender vor Ort. Wird die Software gemietet, überwacht IKOffice das System und kümmert sich um anfallende Wartungen, Installationen, Aktualisierungen und Sicherungen der Daten beim Anwender. Die Software wird nicht beim Dienstleister betrieben, und das bedeutet, der Anwender trägt keine Risiken in den Bereichen Datenschutz und Informationssicherheit. Darüber hinaus bietet das Unternehmen branchenspezifische und individuell angepasste Software. Die Kapazitätenplanung der Lösung MoldManager z.B. wird individuell abgestimmt, da sich die Produktionsstätten der einzelnen produzierenden Unternehmen immer unterscheiden.

Autor Ingo Kuhlmann ist Geschäftsführer der IKOffice GmbH in Oldenburg.
Internet: www.ikoffice.de   


IT&PRODUCTION, 12-2008


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