ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Beitrag drucken

Montageprozesse unterstützen

Rückverfolgbarkeit für den Klimaschutz

Mit einer neuen Scanner-Lösung stellt der weltweit tätige Landmaschinen-Konzern Case New Holland die Nachvollziehbarkeit seiner Produktionsprozesse am Standort St. Valentin auf eine moderne Basis. Das neue System vereinfacht die Dokumentation der Montageabläufe und stellt die Einhaltung der zukünftig geforderten Tier 4-Normen für Fahrzeug-Emissionen sicher.

Bild: Case New Holland

Case New Holland Global (CNH) ist ein weltweit führendes Unternehmen der Agrar- und Baumaschinenbranche. Der Konzern umfasst die Agrartechnik-Marken Case IH Agriculture, New Holland Agriculture und Steyr sowie drei Marken in der Baubranche – Case IH Construction, New Holland Construction und Kobelco. Das Portfolio beinhaltet Maschinen und Fahrzeuge für die Landwirtschaft und auch das Bauwesen. Mit rund 30.000 Mitarbeitern erwirtschaftete CNH Global im Jahr 2009 einen Umsatz von 9,88 Milliarden Euro. Der Konzern verfügt über mehr als 11.600 Händlerstützpunkte in 170 Ländern.

Nachvollziehbare Montageprozesse

Am Standort St. Valentin in Niederösterreich entwickelt und assembliert CNH mit rund 500 Mitarbeitern Traktoren der Marken Case IH und Steyr, die auch exportiert werden. Bei der Montage der Zugmaschinen werden alle eingesetzten Baugruppen und Aggregate – beispielsweise Motoren, Getriebe oder Achsen – elektronisch erfasst und gespeichert. Damit kann der Einsatz der einzelnen Elemente im Fertigungsprozess exakt nachvollzogen und bei Problemen, etwa fehlerhaften Teilen, zielgenau reagiert werden. Die Informationen zu den Komponenten, beispielsweise Seriennummern, Lieferantencode oder Produktionsdatum sind in 1-D- oder 2-D-Barcodes verschlüsselt, die auf Aufklebern oder Anhängern an den jeweiligen Bauteilen angebracht sind.

Während der Montage des Fahrzeugs erfasst der Monteur mittels Handheld-Scanner die Codes, das Lesegerät wandelt die Informationen in Daten um. Bisher wurden die Barcodes mittels der mobilen Scanner im Batch-Verfahren eingelesen. Allerdings mussten die Geräte bei vollem Speicher auf eine Docking-Station gesetzt werden, um die Daten per Netzwerkleitung an die zentrale Datenbank zu übertragen und dort zu archivieren. Auf dieses Archiv greifen auch Kundendienst und After-Sales-Abteilung zu, um beispielsweise verbaute Komponenten und die zugehörige Traktoren ausfindig zu machen, wenn Reparaturen oder der Austausch von Teilen notwendig wird. „Sowohl die Scanner als auch die Software für die Geräte waren veraltet und mit den neuen 2-D-Barcodes auch an ihren Grenzen angelangt. Daher suchten wir nach einer Lösung, die leistungsfähiger, einfacher und zukunftssicherer als die bisherige sein sollte. Außerdem sollte die neue Lösung die Dokumentationspflicht, die die Tier 4-Normen künftig vorschreiben, bereits heute berücksichtigen“, beschreibt Mario Daxner, Leiter Information Systems bei CNH Österreich, die Ausgangssituation.

Umfangreicher Anforderungskatalog

Die To-do-Liste für die zu entwickelnde Lösung umfasste zahlreiche Anforderungen: Einerseits sollten Informationen oder Seriennummern von Komponenten konfigurierbar sein, um jederzeit neue oder geänderte Codes am Scanner einrichten zu können. Weiter war gefordert, Barcodes manuell eintippen zu können, etwa bei fehlenden oder unlesbaren Code-Aufklebern. Daneben sollte die Anwendung auch außerhalb des WLAN-Netzes funktionieren – es war also nötig, die gescannten Daten zwischenzuspeichern. CNH forderte zudem eine schematische Anzeige der erfassten Komponente am Scanner-Display, um durch die bildliche Darstellung eines Bauteils die korrekte Zuordnung von Barcode zu Komponente prüfen zu können. Ebenso mussten erfasste Daten durch erneutes Einlesen änderbar sein – etwa wenn Bauteile nachträglich ausgetauscht werden. Schließlich standen Verständlichkeit und Bedienbarkeit auf der Anforderungsliste.

Applikation für gängige Mobilsysteme

Der Empfehlung eines IT-Lieferanten folgend wandte sich CNH an Infoniqa, um eine mobile Applikation für den Scan-Prozess in der Montage zu entwickeln. Basierend auf dem Betriebssystem Windows Mobile/CE setzte der oberösterreichische IT-Dienstleister Schritt für Schritt die geforderten Parameter um und verknüpfte die neue Lösung über Schnittstellen mit der vorhandenen Microsoft SQL-Datenbank und dem WLAN-Netzwerk. Gleichzeitig wurden moderne Handscanner von Motorola angeschafft, die WLAN-fähig sind, Touchscreen und Tastatur aufweisen und alle gängigen Barcodes erfassen können. In mehreren Testläufen wurde gemeinsam mit den Monteuren in der Fertigung die Scanner-Software optimiert und auf geprüft. „In der Umsetzung des Projekts hat uns Infoniqa insbesondere durch die kurzfristige und überaus kostengünstige Implementierung der neuen, flexiblen Lösung beeindruckt. Mit der Software haben wir nun eine Plattform, die wir jederzeit nach den jeweiligen Anforderungen erweitern können“, beschreibt IT-Leiter Daxner die Zusammenarbeit.

Einheitliche Plattform für die Dokumentation

Mit der neuen Scanner-Lösung hat CNH die Dokumentation der Montageprozesse auf eine standardisierte Basis gestellt. Einerseits profitieren die Monteure von der einfach zu bedienenden Lösung auf den Scanner-Geräten, die nicht zuletzt durch die visuelle Unterstützung Fehlbedienung weitgehend vermeidet. Dadurch konnte auch der Schulungsaufwand stark reduziert werden. Andererseits benötigt das neue System weder Docking-Stationen noch Verkabelung, da die Kommunikation mit dem Netzwerk drahtlos erfolgt. Damit lassen sich die Scanner flexibel einsetzen. „Ein großer Vorteil der direkten Übertragung der eingescannten Daten über WLAN ist die unmittelbare Verfügbarkeit der Informationen. Während wir bisher eine Zeitverzögerung durch das Batch-Scannen einrechnen mussten, können wir nun sofort auf die Daten zugreifen“, erläutert Daxner. „Speziell bei Gewährleistungsfällen oder Rückrufaktionen können wir so rasch und zielsicher die betroffenen Fahrzeuge und deren Historie in der Montage ausfindig machen und entsprechende Maßnahmen treffen. Ebenso kann der Vertrieb zeitnah über die archivierten Informationen verfügen. Wesentlich ist aber, dass wir mit der neuen Lösung und der Unterstützung von Infoniqa für zukünftige Anforderungen wie die Tier 4 Normen bestens gerüstet sind“, fasst Daxner zusammen.

 

Hintergrund: Tier 4-Abgasnormen

Die Tier 4-Normen für nicht straßenzugelassene Dieselfahrzeuge wurde vom US-amerikanischen Umweltamt EPA erstellt. Die Tier 4 Interim-Norm sieht ab dem 1. Januar 2011 für Dieselmotoren bei landwirtschaftlichen und Bau-Fahrzeugen ab 175 PS eine Reduzierung der Feinstaub- und Stickoxidemissionen gegenüber der Vorgänger-Norm Tier 3 vor. Im Jahr 2014 tritt die finale Tier 4-Norm in Kraft, die eine Verringerung der Emissionen um 90 Prozent vorschreibt. Zur Einhaltung der Tier 4 Interim-Norm setzt CNH zwei Technologien ein: Die Abgasrückführung mit Kühlung und selektive katalytische Reduktion.


Das könnte Sie auch interessieren:

Steuerungsplattform für eine sich ändernde Welt

Auf der SPS IPC Drives 2016 hat Phoenix Contact mit der PLCnext Technology der breiten Öffentlichkeit erstmals seine neue Steuerungsgeneration vorgestellt. Was auf den ersten Blick als neue Steuerungsplattform erscheint, entpuppt sich auf den zweiten Blick als völlig neues Steuerungskonzept, bei dem Offenheit ganz oben auf der Entwicklungsagenda stand. Mit Hans-Jürgen Koch, Executive Vice President der Business Area Industry Management & Automation, und Holger Meyer, Head of Control Systems Marketing, sprachen wir über das neue Konzept und die Anforderungen, die eine sich ändernde Welt für moderne Steuerungstechnik mit sich bringt.
‣ weiterlesen

Maschinen mit dem MES verbunden

Viele mittelständische Fertigungsunternehmen stehen vor der großen Herausforderung, ihren Maschinen- und Anlagenpark in bereits digitalisierte Businessprozesse zu integrieren. Zwar erfassen und speichern heutzutage bereits viele Maschinen, Anlagen und sonstige periphere Einrichtungen auf dem Shop Floor Betriebs- und Prozessdaten automatisch, jedoch fehlt es an einer einheitlichen Kommunikationssprache. Allerdings existieren praxistaugliche Lösungen zur einfachen und nahtlosen Integration von Maschinen und Anlagen. ‣ weiterlesen

Anagnost ist neuer CEO von Autodesk

Andrew Anagnost ist aber sofort neuer CEO und Präsident von Autodesk. Amar Hanspal, Senior Vice President, Chief Product Officer und Interims-Co-CEO, hat sich dazu entschlossen, das Unternehmen zu verlassen.

‣ weiterlesen

„Komplexität ohne Aufwand“

Im globalen Wettbewerb um Kosten, Qualität und Flexibilität sind die Anforderungen an produzierende Unternehmen rasant gestiegen: Aspekte wie Ressourceneffizienz, Kostenersparnis oder auch wirtschaftliche Fertigung in Losgröße 1 zwingen zum Hinterfragen von Prozessen und der Suche nach alternativen Produktionsverfahren. Additive Fertigung, beziehungsweise der 3D-Druck, gewinnt branchenübergreifend an Relevanz. Trotz bekannter Potenziale steckt der breite Einsatz in der Praxis jedoch noch in Kinderschuhen. Initiativen wie das EU-Forschungsprojekt Bionicaircraft tragen dazu bei, neue Technologien, Methoden und Konzepte für den effizienten Einsatz der Additiven Fertigung zu entwickeln. Michael Schwartz (Bild) äußert sich im Interview zum Status quo additiver Fertigung in der Industrie. Schwartz ist Manager für innovative Aerospace-Lösungen bei Cenit, einem Unternehmen, dass sich auch als Partner in dem EU-Projekt engagiert. ‣ weiterlesen

Fehler effizient reduzieren

Ein funktionierendes Fehlermanagementsystem ist eine wichtige Säule des Qualitätsmanagements. Eine detaillierte Erfassung und Zusammenführung aller Fehlerinformationen sowie deren Analyse ist unabdingbar, um Planung und Ablauf von Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen zu ermöglichen.
‣ weiterlesen

Achim Berg ist neuer Bitkom-Präsident

Der Bitkom hat im Rahmen seiner Jahrestagung einen neuen Präsidenten gewählt: Achim Berg soll in den kommenden beiden Jahren die Geschicke des Verbandes führen.

‣ weiterlesen