Beitrag drucken

Künstliche Intelligenz

Lernen wie ein Kakadu

Mitarbeiter der TU Berlin wollen derzeit einem Roboter beibringen, eine Klappe zu öffnen. Vorbild ist die Forschung an Kakadus.




Bild: TU Berlin

Der Roboter ‘Bottom-3’ steht vor einem Rätsel: Er sieht Griffe, Riegel, Klappen und Schübe. Er weiß noch nicht, dass die interessanteste Klappe sich nur öffnet, wenn er die Riegel und Schübe in einer bestimmten Reihenfolge betätigt. Das soll er durch ‘Physical Exploration’ entdecken. Bottom-3 arbeitet im ‘Robotics and Biology Laboratory’ der TU Berlin, das zum Fachgebiet Robotics von Professor Oliver Brock in der Fakultät Elektrotechnik und Informatik gehört. Dort werden Roboter entwickelt, die intelligent agieren sollen. „Ein intelligenter Kakadu warf die eigentliche Ausgangsfrage für dieses Projekt auf“, sagt Brock. „Verhaltensbiologen wollten die kognitiven Fähigkeiten eines Kakadus verstehen und gaben ihm ein Rätsel auf: ein mechanisches Puzzle, das ihm, wenn er es löste, Zugang zu Futter gewährte“, sagt Professor Brock. „Die meisten Kakadus haben es geschafft, nur wie? Die Kollegen fragten uns, ob wir einen Roboter entwickeln können, der das Puzzle ebenfalls autonom und durch Interaktionen lösen kann – um vielleicht auf diese Weise mehr über die Intelligenz von Lebewesen zu erfahren.“ Dabei bearbeiten die Forscher einen der interessantesten Aspekt der künstlichen Intelligenz: Der Roboter soll etwas Neues lernen und dann sein Verhalten so organisieren, dass er seine Kenntnis über ein Objekt oder die Umgebung maximiert. Der am Projekt beteiligte Professor Marc Toussaint, Universität Stuttgart, erklärt: „In erster Linie ist der Roboter für uns ein wissenschaftliches Werkzeug, mit dem wir uns einer Definition nähern wollen, was Intelligenz eigentlich ist. Im Zuge dessen entwickeln wir Technologien, die einerseits eine bedeutende Rolle in der Industrie spielen können, andererseits aber auch das Selbstverständnis des Menschen herausfordern.“

(Quelle:TU Berlin/Bild:TU Berlin)

Lernen wie ein Kakadu
Bild: TU Berlin



Das könnte Sie auch interessieren:

Manufacturing Performance Days

Die Digitalisierung der Produktion lässt sich nicht aussitzen. Auf den Manufacturing Performance Days (MPD) in Tampere, Finnland, konnte man vielmehr den Eindruck gewinnen, dass die eigene Wettbewerbsposition deutlich darunter leiden könnte, wenn man keine Digitalisierungstrategie verfolgt. ‣ weiterlesen

Der Systemintegrator All for one Steeb richtet am 16. November das Mittelstandsforum aus. Auf der Tagung informieren rund 40 Vorträge in acht Strängen über aktuelle Techniktrends. Dazu kommen Workshops, Showcases und eine Abendveranstaltung.
‣ weiterlesen

Orientierung im Dschungel der IoT-plattformen

Welche Internet-of-Things-Plattformen können Unternehmen aktuell einsetzen, um smarte Produkte und Services zu entwickeln und anzubieten? Die Marktstudie »Internet of Things – IT-Plattformen für das Internet der Dinge« des Fraunhofer IAO ermöglicht den Vergleich von IoT-Plattformen auf dem deutschsprachigen Markt anhand eines Referenzmodells. ‣ weiterlesen

Neue IoT-Tochter von Hitachi

Mit einem neuen Tochterunternehmen und einer IoT-Appliance will Hitachi seine Marktposition im weltweit wachsenden Markt ums Internet der Dinge stärken. Dafür bündeln die Mitarbeiter von Hitachi Vantara die IT- und OT-Kompetenzen des weltweit agierenden Konzerns. ‣ weiterlesen

Ein Platz für Montage und Test

Die Firma MCD Elektronik aus Birkenfeld bei Pforzheim hat einen Montageplatz entwickelt, an dem eine einzige Person Panels und Steuergeräte für LKW-Klimaanlagen montieren und testen kann. Die kompakte Arbeitsumgebung unterstützt Werker passgenau und ist im Sinn des Industrie 4.0-Gedankens leicht in Fertigungsumgebungen integrierbar. ‣ weiterlesen

Eine Citrix-Studie hat ergeben: Die Infrastrukturen für den Datenschutz sind gut. Trotzdem hat sich mehr als ein Drittel der Unternehmen mit Bitcoins eingedeckt, um für eine Erpressung durch Hacker gerüstet zu sein. ‣ weiterlesen