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Enterprise Product Costing

Produktkosten kontrollieren und flexibel anpassen

Das Enterprise Product Costing verbindet die Wertanalyse und andere Ansätze des Cost Engineering zu einer umfassenden Management-Methode. Ziel ist es, das gesamte Unternehmen nachhaltig und basierend auf einer proaktiven, interdisziplinären Produktkostenkalkulation zu steuern – und das bereits ab Entwicklungsstart. Dass dies besonders wichtig ist, weil in der Entwicklungsphase das Gros der später anfallenden Kosten festgelegt wird, zeigt der folgende Auszug aus einem Beitrag der Facton GmbH. Den vollständigen Beitrag können Sie in unserem E-Magazin lesen, den Link dorthin finden Sie am Ende dieses Textes.



Bild: Facton GmbH

Herausforderungen wie die volatile Weltwirtschaft, steigender Wettbewerbsdruck, technische Innovationen, neue Anforderungen an Produktfunktionen und -qualität, aber auch Änderungen im Konsumverhalten zwingen Unternehmen, sich immer wieder neuen Marktbedingungen anzupassen. Für produzierende Unternehmen bedeutet dies nicht nur, dass sie ihre Produkte stetig weiterentwickeln und optimieren müssen, sondern auch ihre eigenen Prozesse und Methoden. Großes Optimierungspotential bietet dabei ein aktives Produktkostenmanagement, das die anfallenden Produktkosten bereits ab der Produktidee betrachtet. Häufig ist das Produktkostenmanagement beziehungsweise das Kostenmanagement im Produkt- und Projektcontrolling angesiedelt und wird von dort aus maßgeblich gesteuert, obwohl andere Unternehmensbereiche direkten Einfluss auf die Kostenentwicklung eines Produktes haben. Sinnvoller ist es daher, alle Unternehmensbereiche, die maßgeblichen Einfluss auf die Kosten nehmen, aktiv in den Kalkulationsprozess einzubinden – so auch die Produktentwicklung.

Kostentreiber früh identifizieren

Da die Konstruktion den Preis sowie dessen Stabilität maßgeblich beeinflusst, müssen Kostentreiber bereits in der Entwicklungsphase identifiziert und beeinflusst werden. Es genügt nicht, wenn allein das Controlling und das Management die Kosten im Blick behalten. Vielmehr müssen gleich mit der ersten Produktidee die zukünftigen Produkt- und Herstellkosten berücksichtigt werden, um weder Zeit noch Geld in unwirtschaftliche Produkte zu investieren. Neben der Mitarbeit von Einkauf und Vertrieb im interdisziplinären Produktkostenmanagement ist also insbesondere die Mitarbeit der Entwickler und Konstrukteure gefragt, die damit eine zusätzliche, neue Aufgabe meistern müssen. Voraussetzung für ein solches interdisziplinäres, aktives Kostenmanagement, das bei der Entwicklung ansetzt und über den gesamten Lebenszyklus verfolgt wird, ist eine umfassende Management-Methode wie das Enterprise Product Costing (EPC). Damit werden unternehmensweit einheitliche, fachbereichsübergreifende und standardisierte Prozesse geschaffen, um Kalkulationen exakt, transparent und lückenlos zu gestalten. Im Folgenden sollen die Grundlagen des Enterprise Product Costings beschrieben und gezeigt werden, wie dieser Kostenmanagement-Ansatz in der Produktentwicklung ansetzt.

Ganzheitlich kalkulieren in interdisziplinärem Team

Die Kalkulation der Produktkosten kann nicht als isolierte Disziplin betrachtet werden. Vielmehr müssen alle Unternehmensbereiche, die Einfluss auf die Produktkosten nehmen, in den Kalkulationsprozess einbezogen werden. Exemplarisch lassen sich die folgenden fünf Bereiche darstellen: die Entwicklung, der Einkauf, der Vertrieb, das Controlling und das Top-Management. Die Herausforderung eines interdisziplinären Kostenmanagements liegt in der Zusammenführung der unterschiedlichen Teams: Jede Abteilung bringt zunächst ein eigenes Kostenverständnis und eigene Zielvorgaben mit. Dies bedeutet auch, dass jeder Bereich eigene Prioritäten in Bezug auf die Kalkulation definiert. Es kommt vermehrt zu Missverständnissen oder fehlerhaften Kalkulationen, wenn das Kostenmanagement unterschiedlich wahrgenommen wird, einen unterschiedlichen Stellenwert hat oder unterschiedlich umgesetzt wird.

Die Folge: Fehlerhafte Kalkulationen führen zu einer falschen Sicht auf die Finanzlage des Unternehmens und damit im schlimmsten Fall zu fatalen Fehlentscheidungen. Viele Unternehmen versuchen, diese Herausforderung in der Produktentwicklung mithilfe von Wertanalyse-Projekten zu meistern. Die Systematik der Wertanalyse geht auf Lawrence D. Miles zurück. Miles entwarf diese bereits Mitte des 20. Jahrhunderts. Ziel ist es, ein Produkt mit der erforderlichen funktionalen Zuverlässigkeit und Qualität sowie Marktfähigkeit zum günstigsten Preis zu entwickeln. In den folgenden Jahren wurden weitere Ansätze zur Kostenvermeidung und -reduktion sowie zur allgemeinen Optimierung der Produktion und Fertigung entwickelt und mit weiteren Ansätzen zur Unternehmenssteuerung verknüpft. Alle Vorgehensweisen folgen dabei einem gemeinsamen Grundgedanken: Ein interdisziplinäres Team aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen arbeitet zusammen an einem Projekt, um es von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten und ein ganzheitliches Ergebnis zu erarbeiten. Keiner dieser klassischen Ansätze bezieht sich jedoch auf das gesamte Kostenmanagement im Unternehmen; es werden lediglich einzelne Projekte betrachtet. Diese werden im Idealfall zwar in sich schlüssig und konsistent kalkuliert und bewertet. Das bedeutet aber nicht, dass die einzelnen Projekte untereinander vergleichbar sind, etwa über verschiedene Zeiträume und Produktlinien hinweg.

Jede Abteilung nutzt eigene Systeme

In der Praxis gibt es in der Regel einen weiteren Schwachpunkt: Jede Abteilung nutzt eigene IT-Tools und Systeme mit eigenen Daten. Sucht sich nun jeder Mitarbeiter für eine Kalkulation seine eigene Datenbasis zusammen, kann es zu unvollständigen oder fehlerhaften manuellen Eingaben kommen. Zudem ist nicht gewährleistet, dass die Daten auf dem neuesten Stand sind. Systembrüche führen zwangsläufig zu einer hohen Fehleranfälligkeit und zur Nicht-Vergleichbarkeit der Daten. Das Enterprise Product Costing hat sich in den letzten Jahren als umfassender Kostenmanagement-Ansatz etabliert, der die beschriebenen Probleme ausräumt. EPC ist eine Methode zur unternehmensweit einheitlichen, standort- und abteilungsübergreifenden Kalkulation von Produktkosten. Ziel ist es, die Kosten frühzeitig und über alle Phasen des Produktlebenszyklus transparent darzustellen, um Kostentreiber zu erkennen und ausräumen zu können. Über standardisierte Prozesse und Methoden wird ein unternehmensweit einheitliches Kostenverständnis gefördert. So entstehen vergleichbare Kalkulationen, die einer gemeinsamen Logik folgen. Die Kosten aller einzelnen Projekte werden über den gesamten Produktlebenszyklus aktiv verfolgt, das heißt berechnet, simuliert, bewertet und schließlich optimiert.

Drei Säulen des Enterprise Product Costings

Die drei Säulen, auf denen der EPC-Ansatz beruht, sind auf den ersten Blick leicht nachvollziehbar. Trotzdem folgen die wenigsten Unternehmen diesen Grundsätzen:

  • Einheitliche Standards: Alle beteiligten Unternehmensbereiche und Personen müssen auf Grundlage gleicher Daten und gleicher Logiken kalkulieren.
  • Betrachtung des gesamten Produktlebenszyklus: Um langfristig sichere Entscheidungen zu treffen, reichen Kalkulationen nicht aus, die lediglich den aktuellen Status quo berücksichtigen. Die Kosten müssen auch über die kommenden Jahre simuliert und in Abhängigkeit zu anderen Projekten bewertet werden.
  • Unternehmensweite Integration: Es genügt nicht, allgemeingültige Standards zu definieren und sich auf Betrachtungs- und Berechnungsarten zu einigen. Die Schwierigkeit liegt darin, diese Standards nachhaltig im gesamten Unternehmen zu verankern, sodass sie auch konsequent in allen Abteilungen angewandt werden.

Grundsätzlich – und umso mehr in den heute unsicheren wirtschaftlichen Zeiten – ist es existenziell für den Unternehmenserfolg, entlang des EPC-Ansatzes volle Transparenz über seine Entwicklungs-, Herstell- und Produktkosten zu erlangen. Denn nur wenn die Möglichkeiten zur Kostensenkung bekannt sind, können diese auch ausgeschöpft werden. Lesen Sie den vollständigen Text unter http://bit.ly/2dFw8Hj.


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