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Betriebsdatenerfassung und Qualitätskontrolle

Auf Abweichungen schnell reagieren

Um Arbeitsplanzeiten zu verkürzen, setzt die Hiller GmbH aus Vilsbiburg auf Auftragsverfolgung per Terminal. Um auf Störungen schnell reagiern zu können, werden die Daten dabei direkt an das Unternehmenssystem übergeben.

Bilder: Hiller GmbH

Seit 40 Jahren entwickelt und fertigt Hiller Dekantierzentrifugen, Anlagen zur Fest-Flüssig-Trennung und Konditionierer für die Lebensmittelindustrie. Mit 5.000 gefertigten Zentrifugen zählt das Unternehmen zu den weltweit führenden Herstellern. Der familiengeführte Betrieb mit 180 Mitarbeitern besitzt hochmoderne Fertigungsanlagen und investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung der Fertigungsprozesse. Die Dekantierzentrifugen und Anlagen zur Fest-Flüssig-Trennung werden zum Beispiel für Abwasseraufbereitung und Kläranlagen, für chemische Prozesse, aber auch für die Lebensmittelproduktion etwa zur Wein- oder Olivenölherstellung benötigt.

Die maßgeschneiderten Anlagen werden den Kundenbedürfnissen entsprechend produziert, die Fertigung zieht sich daher über mehrere Arbeitswochen hin. Ein zentraler Punkt ist deswegen eine genaue Auftragsstatus-Erfassung für die Planung von Lieferzeiten, aber auch zur Optimierung der Prozesse. Zur Auftragsverfolgung nutzt Hiller eine Betriebsdatenerfassungslösung (BDE) von PCS, bestehend aus vier Intus 3600-BDE-Terminals, einem Intus 5300-Zeiterfassungsterminal sowie der Software Dexicon Classic mit PP-PDC Schnittstelle zu SAP. Seit dem Jahr 2008 setzt das Unternehmen das Enterprise Resource Planning-System (ERP) aus Walldorf ein. Um auch die Auftragsplanung über die Unternehmenssoftware abzuwickeln, stellt die zeitnahe Erfassung der Arbeitsschritte am BDE-Terminal den ersten Schritt dar. Die neuen Terminals halten in den Werkhallen mit ihrem geschlossenen Gehäuse sogar dem Metallstaub der Dreherei stand. Praktischerweise können die Mifare-Mitarbeiterausweise für die Zeiterfassung auch für die BDE genutzt werden.

Schnelle Rückmeldung per Tastatur und Barcode

Wird eine neue Zentrifuge gefertigt, wird pro Fertigungsstufe eine Rückmeldenummer als Barcode ausgegeben. Während die Auftragspapiere gedruckt werden, übergibt das Dexicon-Subsystem die Daten an das Terminal. Das System wird täglich mit ERP-Daten aktualisiert, im Falle neuer Ereignisse erfolgt die Aktualisierung innerhalb von drei Minuten. Beginnt ein Mitarbeiter seine Arbeit, meldet er sich mit seinem Ausweis am Terminal an. Per Barcode-Scanner werden dann die Auftragspapiere eingelesen. Auf den vorbelegten Funktionstasten am Terminal können Rüstzeiten, Teilarbeitsschritte und Störmeldungen gemeldet werden. Da sich die Tastenbelegung sowie das Design der Eingabemaske anwenderspezifisch belegen lassen, hat Hiller 13 Funktionstasten belegt und nutzt zusätzlich den Zehnerblock um Stückzahlen rückzumelden.

Die Auftragsdaten werden dann per PDC-Schnittstelle an das ERP übergeben und dort analysiert, zum Beispiel der Abweichungsgrad im Auftragsverlauf. Die Plausibilisierung erfolgt auf dem Serversystem, Abweichungen der Soll-Zeit lösen eine Meldung aus. So erhalten die Werkmeister sofort einen Hinweis zu Störungen und können mit den Arbeitern eventuelle Abweichungen unmittelbar besprechen. Dies ist für die Qualitätskontrolle im Produktionsverlauf sehr wichtig. Das Subsystem speichert unabhängig Auftragsstati und Mengenkumulationen, damit die Daten auch im Falle eines Netzwerkausfalls gepuffert werden.

Das führende System bleibt jedoch in jedem Fall das SAP-System. Besonders schätzt Walter Haslbeck, IT-Leiter bei Hiller, die Möglichkeit der ‚Mehrbedieneranmeldung‘ bei einem Auftrag. Denn etwa bei der Endmontage sind immer mehrere Arbeiter im Einsatz, die dann ihre Arbeitszeit alle auf den gleichen Auftrag buchen können. Haslbeck fasst zusammen: „Die BDE mit dem SAP Subsystem Dexcion und den Intus-Terminals wurde von den Mitarbeitern von PCS schnell und systematisch an unsere Erfordernisse angepasst. Ich bin sehr zufrieden mit der Umsetzung.“

Auf Abweichungen schnell reagieren
Bilder: Hiller GmbH



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