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Anlagendokumentation auf Englisch und Russisch

Bilinguales Engineering

Für den effizienten Bau komplexer Anlagen ist eine zuverlässige Dokumentation Pflicht. Leittechnik-Planungssysteme unterstützen diesen Prozess. Gerade bei internationalen Projekten lohnt sich der Blick auf Systeme mit Funktionen zum bilingualen Engineering.

Bild: Rösberg/stock.xchng – fangol

Im vergangenen Jahr erhielt die Lurgi GmbH aus Frankfurt am Main einen Auftrag von einem russischen Kunden: Der Anlagenkonstrukteur, der für die Prozessindustrie Projekte vom Entwurf bis zur Inbetriebnahmen ausführt, sollte den Bau einer Melamin-Produktionsanlage übernehmen. Dabei war Englisch die Sprache der Wahl für die Projektplanung. Die Enddokumentation sollte jedoch in Russisch erstellt werden.

System für zweisprachige Dokumentation gesucht

Das Unternehmen benötigte daher eine Software, die eine durchgehende, bilinguale Dokumentationserstellung bietet. Die Wahl fiel auf das Prozessleittechnik-Planungssystem (PLT-CAE) Prodok des Karlsruher Unternehmens Rösberg, das den gesamten Engineering-Prozess in zwei Sprachen unterstützt. Die Funktionen der Software umfassen Basis-, Funktions-, Ausführungs- und Montageplanung bei Neubauten, Module für Änderungen oder Ergänzungen von Anlagen und Unterstützung bei der Betriebsbetreuung. Sämtliche Bearbeitungsschritte werden in einer integrierten Dokumentation festgehalten, um präzise Grundlagen für dem späteren Anlagenaufbau zu liefern.

Die Dokumentation umfasst im Wesentlichen Instrumentenlisten, Datenblätter und Stromlaufpläne. In der Planungsphase wurde das Projekt zunächst in englischer Sprache erstellt. Anschließend wurden die Dokumenten-Texte übersetzt. Dazu wurden zuerst die Text-Felder im System ausgewählt, exportiert, von einem externen Dienstleister ins Russische übertragen und schließlich in übersetzter Form wieder in die CAE-Lösung importiert. Zahlenwerte, Messstellen-Bezeichnungen, Herstellernamen und Bezeichnung von Geräte-Modellen wurden jedoch nicht übersetzt. Liegt keine Angabe in der zweiten Sprache vor, verwendet das Programm Text und Schriftart aus der ersten Sprache. Nicht zuletzt weil das PLT-CAE-System diese selektive Übersetzung unterstützt, war das Erstellen der russischen Enddokumentation der Komponenten für das Messen, Steuern und Regeln schnell erledigt, trotz der 1.400 Messkreise und insgesamt 7.500 Einzelpositionen an Feldgeräten und Funktionen in den Leitsystemen.

Einfache Kommunikation auf der Baustelle

Neben dem beschriebenen Vorgehen bietet dieser Lösungsansatz Ingenieuren, die mehrere Sprachen beherrschen, auch die Möglichkeit, die Texte der zweiten Sprache direkt in das System einzutragen. Voraussetzung dafür sind entsprechende Spracheinstellungen des Bedienerrechners und passende Beschriftung der Tastatur. Schriftzeichen beider Sprachen können bei Bedarf auch in einem Feld gemeinsam verwendet werden. In beiden Fällen kann über eine einfache Einstellung im Druckmenü die Sprache für den Ausdruck bestimmt werden. So lassen sich inhaltlich identische Ausdrucke in beiden Sprachen erstellen. Das hat zur Folge, dass vor Ort in der Anlage jeder Mitarbeiter die Dokumente in der Sprache benutzt, die er besser versteht.

Die in zwei Sprachen vorliegenden Dokumente vereinfachen die Kommunikation auch auf der Baustelle: Obwohl sich die Sprachen der Dokumente unterscheiden, sind die Inhalte identisch und können als Gesprächsgrundlage direkt nebeneinander gelegt werden. Nach Fertigstellung der Anlage müssen die – oftmals handschriftlichen – Änderungen der Baustellenpläne zurück in die Dokumentation gelangen. Bei den Eintragungen gleicht die CAE-Lösung Änderungen in einer Sprache mit dem Dokument der anderen Sprache ab, kennzeichnet sie und schlägt Übersetzungen vor. Das Hinterlegen von Übersetzungstabellen und die automatische Ausführung der Änderungen bieten sich aufgrund der Komplexität von Sprachen zwar nicht an, bei weiteren Aufträgen in Russland kann der Anlagenbauer jedoch auf die bereits hinterlegten Übersetzungen zurückgreifen.

Generell lassen sich mit dem PLT-CAE-System Dokumentationen in allen Sprachen erstellen, die das Betriebssystem unterstützt. Bei internationalen Projekten kann das Programm der Karlsruher Anbieter helfen, Missverständnisse zu vermeiden, die beim Austausch von wichtigen Planungsinformationen in einer Fremdsprache leicht auftreten können.


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